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TikTok als Marketinginstrument

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Von Delia West

800 Millionen Nutzer weltweit, 5,5 Millionen Nutzer in Deutschland. Die Video-App, die ehemals Musical.ly war, gilt auch 2020 noch als das spannendste Netzwerk unter den Social Networks. Doch was ist dran und wieso ist TikTok längst nicht mehr nur bei der jüngeren Zielgruppe (14-26 Jahre) so begehrt? Wir schauen genauer auf Funktionsweise und Besonderheiten, die die Plattform auch für Marketingverantwortliche interessant macht.

Kurzvideos mit Pfiff: Funktionsweise von TikTok

Der Ursprung des Netzwerks ist nicht neu: User teilen Lip-Sync-Videos, bei denen sie Musikstücke und Sounds auf meist kreative Art „synchronisieren“. Und auch nach der Übernahme durch das chinesische Tech-Unternehmen ByteDance sind die Lip-Sync-Videos und Challenges zentral. Diese „Hashtag-Challenges“ haben meist einen nationalen bzw. themenbezogenen Hintergrund, die beliebtesten findet man im Bereich „Entdecken“. Einige davon verzeichnen eine Gesamtsumme von Views im neunstelligen Bereich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Organische Reichweite auf TikTok

Doch nicht allein die Challenges machen den Erfolg des Netzwerks aus, auch das Zusammenspiel von cleveren Algorithmen, kreativen Bearbeitungsmöglichkeiten (Filter, Farben, Schriften, etc.) und aktuellen Musikstücken. Ruft man die App auf, so hält TikTok ein scheinbar endloses vertikales Scrolling im „Für dich“-Bereich bereit: eine bunte Mischung aus all diesen Komponenten. Je nachdem, mit welchen Inhalten die Nutzer interagieren, werden nach dem Motto „das könnte dir auch gefallen“ weitere Videos aus aller Welt angezeigt. Die Chance, selbst als Neuling in diesem beliebten Part der App zu landen, ist dabei gar nicht mal so gering, wie wir intern mal getestet haben.

Um organisch Reichweite zu generieren, bedarf es vor allem kreativer und innovativer Kurzvideos (max. 60 Sekunden lang), die Lust darauf machen, zu interagieren. Das gilt sowohl für den privaten Account als auch für den Unternehmensaccount.

Tipps & Tricks, um auf TikTok zu starten:

  • Anmelden, beobachten, lernen!
  • Kostenlosen Pro-Account einrichten: bietet die Möglichkeit, Analysen des Accounts zu erhalten
  • An Challenges teilnehmen
  • Eigene Inhalte erstellen, die Werkzeuge kennenlernen
  • Inhalte optimieren und mutig sein

TikTok als Marketingkanal

Eine relevante Zielgruppe mit kreativen Inhalten erreichen und eine eigene Community aufbauen: Gerade diese spielerische Art der Annäherung nutzen schon diverse Berufsgruppen – Foto- und Videografen, Sänger, Tänzer und selbstständige Berater, aber auch Ärzte, Rechtsanwälte und Influencer findet man zuhauf. Ein Beispiel: Der Account @herranwalt verzeichnet über 780.000 Follower und mehr als 16 Millionen „Gefällt-Mir“-Angaben auf seinen Videos. Er nutzt TikTok, um im eigenen Format #1minutejura über alltägliche Rechtsirrtümer und tagesaktuelles Geschehen aufzuklären. Ja richtig, ein Anwalt wird auf TikTok als „beliebter Creator“ ausgezeichnet. Wieso? Weil seine Inhalte relevant und mit entsprechender Kreativität gestaltet sind. Und auch Unternehmen, Institutionen, Medien und Sportvereine machen es vor: Die Tagesschau (@tagesschau), ProSieben (@prosieben), JBL (@jbleurope), die Welt-Gesundheits-Organisation (@who) und Real Madrid (@realmadrid) sind alle mit eigenen Inhalten auf TikTok vertreten, mit einer nicht zu unterschätzenden Anzahl an Followern.

Wie bei allen großen Netzwerken lassen sich Werbeplätze bei auch bei TikTok buchen. Sei es auf dem Startbildschirm, in einer gebrandeten Hashtag-Challenge oder mit einer In-Feed-Ad, um nur drei von sechs Werbeformen zu nennen.

Unser Fazit:

TikTok muss bei der Wahl der eigenen Kanäle in Betracht gezogen werden. Auch und gerade, wenn man sich mit seiner Marke oder Dienstleistung im asiatischen Raum einen Namen machen will. In China sind YouTube, Facebook, Instagram und viele andere Apps gesperrt. Ein Fakt, den Kommunikationsverantwortliche berücksichtigen müssen.

Vom Hype kann man bei TikTok nicht mehr sprechen, wir sollten vielmehr die gegebenen Marketingmöglichkeiten entdecken und sinnvoll in unseren Kommunikationsmix integrieren. Denn noch hat man die große Chance, in einigen Bereichen sein Thema als Erster zu besetzen.

Autor: Verena Waldbröl

Verena Waldbröl ist Redakteurin bei K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation in Düsseldorf. Ob Interne oder Externe Kommunikation, Change Kommunikation oder Social Media – schöne Worte findet sie für alles. Am liebsten aber weckt sie bei den KollegInnen die Lust am kreativen Schreiben.

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