Digital & Online

Zum Geburtstag: Abgesang auf Facebook?

4. Februar 2014 · von Maike Liess · 5 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Oder: Wie ein Freund durch die Crowd seinen Lebensretter fand

Totgesagte leben länger … und vielleicht auch ein bisschen wilder. Das scheint zumindest beides für Facebook zu gelten: Vergangene Woche stimmten Princeton-Forscher den Abgesang auf Deutschlands beliebtestes Freundes-Netzwerk an: Wenn sich die Nutzerzahlen nach dem Vorbild einer Seuche entwickelten, gliche die Social Media Plattform schon 2017 einer Geisterstadt, so die Studie der US-Elite-Universität. Facebook konterte humoristisch mit einer Gegenstudie, die einer ähnlichen Argumentation folgend Princeton den baldigen akademischen Garaus prognostizierte. Beides wurde vielfach in den Medien aufgegriffen und auf Facebook selbstverständlich ausführlich diskutiert. Ob Mark Zuckerbergs Baby, das gerade seinen zehnten Geburtstag feiert, seine Pubertät überleben wird? Vergangenes Jahr unterband das Unternehmen in Menlo Park, Kalifornien, zumindest die automatische Erfassung von Nutzerzahlen; wie eine reife Diva, die sich über ihr aktuelles Alter ausschweigt. Erst zum 30. Januar veröffentlichte das Unternehmen wieder seine eigenen Zahlen für den aktuellen Börsenbericht. Über die Zusammensetzung und das Verhalten der User lerne ich dabei nichts. Aber vielleicht kann ich mit einem Blick auf meine eigene Timeline wichtige Veränderungen feststellen. Denn ich entspreche als akademisch gebildete Anfangvierzigerin ganz gut dem Durchschnitt der Facebook-User in Deutschland – zumindest wächst das Netzwerk nur noch bei den „Oldies“. Auf jeden Fall gehöre ich zu einer großen und für die Marketingindustrie interessanten Gruppe. Aber was hat das mit dem Lebensretter zu tun? Dazu später. Lonely Planet für die virtuelle Reise oder Pauschalangebot? Tatsächlich haben sich viele meiner Kontakte, vor allem die jüngeren, Richtung WhatsApp, Pinterest und Instagram verabschiedet – von ihnen lese ich leider nur noch selten. Trotzdem – oder gerade deswegen? – mangelte es in meiner Timeline in den vergangenen Monaten nicht an diskussionswürdigen Posts. Erwachsene Konversation eben. Mehr noch: Ich habe den Eindruck, dass der geteilte Content an Intensität gewonnen hat und mich zunehmend durch die ausgesuchten Links und Kommentare auf eine spannende Reise führt. Natürlich komme ich dabei an den üblichen Sehenswürdigkeiten vorbei – Anfang des Jahres freute ich mich ebenso über Julia Engelmanns Poetry Slam-Beitrag wie ich mich über Markus Lanz aufregen konnte. Doch auch fernab von den ausgetretenen Pfaden zu niedlichen blonden Mädchen und herzerwärmenden Katzenbildern tun sich mir hier neue Wege auf. Sie führen mich zu Zeitungsartikeln aus aller Welt, geben Anregungen für Ausflüge in der näheren Umgebung, sind ganz persönliche Späße und schenken Zuspruch in schwierigen Situationen. Diese Mischung macht für mich die Attraktivität von Facebook aus. Und dann sind da die kleinen Überraschungen, die mir zeigen, dass das Netzwerk noch äußerst wirkungsvoll ist – hier kommt der Lebensretter ins Spiel. „Ich suche jemanden, dem ich viel zu verdanken habe …“ 78.000 fach geteilt Ein Schulfreund von mir, durchschnittlicher User, ungefähr mein Alter, mit einem durchschnittlich großen Freundeskreis (in der Regel haben wir Otto Normalverbraucher und Erika Mustermanns um die 150 Freunde auf Facebook, was weit unter dem weltweiten Durchschnitt von 342 liegt), suchte seinen Lebensretter. Dieser, ein LKW-Fahrer, hatte ihn auf der Autobahn vor einem Geisterfahrer gewarnt. Seine Lichtanlage aufblendend hatte er dafür gesorgt, dass mein Schulfreund alarmiert auf den Standstreifen rüberzog, nur Sekunden, bevor ein falsch fahrendes Auto aus einer Nebelbank auftauchte. Ich erfuhr davon auf Facebook, wo mein Schulfreund das Erlebnis postete, mit der Bitte, seine Nachricht an den LKW-Fahrer zu teilen: „Mann, wärst Du nicht gewesen, könnte ich das hier nicht mehr schreiben und mein Nachruf würde Samstag in der Zeitung stehen – ich würde mich gerne persönlich bei Dir bedanken – bitte melde Dich …“ Seine Freunde teilten, und deren Freunde auch, und einige Fanpages von Radiosendern auch und deren Fans auch … Mit durchschlagendem Ergebnis, wie mein Freund bald darauf vermeldete: Über 78.000 Facebook-Mitglieder waren seinem Aufruf gefolgt und so erreichte ihn auch der Lebensretter. Eine schöne Geschichte, die alles enthält, was eine schöne Geschichte braucht: Gefahr, Nervenkitzel, den Mythos vom edlen Helden, der sich später als sehr netter, bescheidener Mensch entpuppte, ein weiterer netter Mensch, der das auch zu würdigen weiß, und natürlich ein happy end. Klar, dass darauf jede Menge Zeitungen und Radiosender ansprangen. Nach der Facebook-Welle kam für meinen Schulfreund die Presse-Welle. Er war tief gerührt und mit ihm viele andere Menschen. Und ich war es vielleicht auch ein bisschen, weil die Geschichte beweist: Auch für Facebook gilt: Totgesagte leben länger!

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 5): Literaturtipps

2. Februar 2014 · von Jörg Hoewner · 4 Minuten Lesedauer · 4 Kommentare

In den letzten vier Folgen habe ich versucht, einen kleinen Überblick über aktuelle Entwicklungen im digitalen Storytelling zu geben, Akteure zu benennen, Beispiele zu zeigen und auf Tools hinzuweisen. Mir ist bewusst, dass ich nicht alle Aspekte darstellen kann. Wer das Thema vertiefen möchte, dem möchte ich noch was zum Nachlesen nahelegen. Zum ersten gibt es einige Bücher, die sich mit journalistisch-redaktionellen Aspekt beschäftigen. Ausgewählt habe ich die folgenden beiden Bücher, weil sie sich mehr als andere mit den multimedialen Aspekten der Aufbereitung von Inhalten widmen:

Sehr bunt und praxisorientiert geht „Texten für das Web“ von Stefan Heijnk an die Sache heran. Gut an dem Buch ist, dass es eben nicht nur ums Texten geht, sondern auch um den weiteren Rahmen redaktioneller Arbeiten für das Web, d.h. auch um die Produktion von Infografiken, Multimedia-Specials, Videos, Podcasts, etc.. Das Buch ist ansprechend durch zahlreiche Beispiele illustriert.

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Etwas konzentrierter und von den Beispielen und beschriebenen Ansätzen her neuer (2013) ist das Buch „Digitales Storytelling: Eine Einführung in neue Formen des Qualitätsjournalismus“ von Simon Sturm. Will man nur ein einziges Buch zum Thema lesen, dann sollte es dieses sein. Ist außerdem dünner, ergo komprimierter und eignet sich so besonders gut für Bus, Tram und Bahn.

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Frisch herausgekommen (Dez 2013) ist das „Data Journalism Handbook“, das neben vielen Beispielen handfeste Tipps für angehende Datenjournalisten – oder nennen wir sie Datenredakteure – geben.

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Eine digitale Publikation über das Handwerkszeug für Journalisten, die sich mit dem mobilen Arbeiten auseinandersetzen wollen, ist der „Mobile Reporting Fieldguide“. In eine ähnliche Richtung geht der „Mobile Security Survival Guide for Journalists“. Der Fokus liegt hier zwar auch auf Technik, aber eher auf dem Survival-Aspekt: Datensicherheit, persönliche Sicherheit, Datenspuren verwischen – Überlebensstrategien, die gerade für Reporter in Krisengebieten wichtig sind.

Daneben war es für mich in der Recherche eigentlich am sinnvollsten, mich via Twitter mit den News der Akteure selbst (Nielsen Lab, Poynter) usw.  zu versorgen oder entsprechende Blogs zu abonnieren. Ich habe leider erst relativ spät angefangen, mir auf Twitter Listen dazu zusammenzustellen, aber die sind schon mal ein guter Anfang – und sie wachsen kontinuierlich. Zum Thema passen die folgenden Listen:

Ich bin dankbar für weitere Informationsquellen, für Anregungen und Fragen.

Im nächsten, sechsten und letzten Beitrag zum Thema beschäftige ich mich damit, was aus dem eher journalistisch angehauchten digitalen Storytelling in die Unternehmenskommunikation übertragbar ist.

Beiträge in dieser Reihe:

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 1): Ein Überblick über Akteure und Trends

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 2): (herausragende) Beispiele

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 3): Beispiele unter Einbindung von Social Media

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 4): 33 Tools für Storyteller

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 5): Literaturtipps

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 6): Implikationen für die Kommunikationsarbeit

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 4): 33 Tools für Storyteller

27. Januar 2014 · von Jörg Hoewner · 7 Minuten Lesedauer · 7 Kommentare

In den beiden vorherigen Folgen haben wir innovative Beispiele für digitales, interaktives Storytelling vorgestellt. Viele Beispiele sind relativ aufwendig in der Umsetzung gewesen. Trotzdem ist es auch mit weniger Aufwand möglich, Anwendungen zu konzipieren und umzusetzen, die den Beispielen zumindest nahe kommen.

In diesem Beitrag liste ich einige Werkzeuge auf, mit denen man entsprechende Anwendungen bzw. einzelne Elemente realisieren kann. Die meisten vorgestellten Tools sind kostenlos, setzen aber eine gewisse Einarbeitungszeit voraus:

Quantitative Daten visualisieren

Diagramme gehören zu den am häufigsten verwendeten Visualisierungsarten, bei denen in der Regel quantitative Daten visualisiert werden. Natürlich können diese online als normale Webgrafiken im PNG oder JPG-Format eingebunden werden. Daneben gibt es elegantere Tools, mit denen man Grafiken erstellen und dabei auch dynamisch aktualisieren kann. Außerdem bieten diese Dienste auch den einen oder anderen Diagrammtyp, den man sonst nicht so leicht erstellen kann. Empfehlungen: Online Charts Builder Hohli und Datawrapper.

In eine ähnliche Richtung (Diagrammformat für große Datenmengen), allerdings spezialisiert auf eine Visualisierungsform, geht Tree Map.

Eine Spielart von Diagrammen sind Datenvisualisierungen von großen Datenmengen, die mit geographischen Informationen verknüpft sind. Hierzu bieten sich mehrere Tools an:  Gapminder, StatSilk, Gunn Map 2 und last but not least das sehr leistungsfähige CartoDB.

Schon etwas älter ist das Projekt Fusion Tables von Google: „Fusion Tables is an experimental data visualization web application to gather, visualize, and share larger data tables.“ Neben einer Reihe von Darstellungsbeispielen finden sich auf der Website von Fusion Tables auch Anleitungen, die den Umgang damit erläutern. Anwendungsbeispiele im journalistischen Bereich finden sich auf Journalism.co.uk: „Five great examples of data journalism using Google Fusion Tables“.

Ein Spezialfall ist Tilemill (Mapbox), mit dem sich interaktive Landkartendarstellungen realisieren lassen.

Daten strukturieren

Data Mining für jedermann verspricht ScraperWiki, mit dem sich unstrukturierten Daten strukturieren (z.B. aus Webcontent) oder Daten aus Excel-Tabellen analysieren lassen. Ursprünglich ist das Tool für Datenjournalisten gedacht, öffnet sich aber jetzt breiteren Nutzergruppen. In eine ähnliche, aber eher visuelle Richtung, geht ein Projekt von Associated Press: „Overview“.

Wenn wir bei großen Datenmengen und Visualisierungsformen sind, dann existieren mit Netzwerk-„Graphen“ Visualisierungsformen aus der Sozialen Netzwerkanalyse (hat nicht sooo viel mit Facebook zu tun). Kostenpflichtig ist das Werkzeug Touchgraph Navigator. Speziell für Journalisten, die sich mit Beziehungsstrukturen von Personen, Organisationen und Unternehmen beschäftigen, ist VIS – Visual Investigative Scenarios gedacht.

Zeitleisten und Timelines erstellen

Schöne Timelines bzw. Zeitleisten kreiert man mit Dipity, Timetoast, Tki-toki oder Timeglider. Ob Unternehmenshistorie, historische Ereignisse oder seinen Lebenslauf. Dass diese über die üblichen Zeitleisten bei Unternehmensdarstellungen oder dem Geschichtsunterricht hinausgehen können, zeigen die Beispiele, die Mindy McAdams zusammengetragen hat.

Interaktive Infografiken

Plattformen zum Erstellen und Verbreiten dieser wunderschönen, ewig langen Infografiken (auch interaktiver) bieten Visual.ly, Easel.ly und Infogr.am an. Mehrwert bei infogr.am ist die Möglichkeit, Diagramm-Animationen zu erstellen und als Video zu exportieren. Visual.ly ist derweil weiter verbreitet.

Visualisierungsplattformen

Die folgenden Tools bieten unterschiedlichste Funktionen, die alle mit Bild, Video, Ton und Verlinkung dieser Formate zu tun haben. Die Features überschneiden sich zum Teil, daher sollte man sich vorher genau anschauen, was benötigt wird. Die vorgestellten Plattformen wurden alle schon in der einen / anderen Form journalistisch eingesetzt:

Keine Lust dazu am Laptop oder Desktop zu sitzen? Neu, frisch und schön kommt Storehourse daher, das für den Einsatz auf dem iPad gedacht ist.

Andere Quellen einbinden

Häufig finden sich wertvolle Informationen in Newsbeiträgen von anderen Quellen, wie Social Media posts wie Blogposts, Tweets und anderem. Diese können wunderbar in Dossiers verpackt und in die eigene Website eingebaut werden. Die besten Plattformen bzw. Tools zum Kuratieren sind Scoop.it und Storify. Zur Inspiration ein schönes Beispiel von Journalism.co.uk  „Working for free – a Storify of the BBC’s #CoPWorkshop“. Die Custom Timelines von Twitter bieten vergleichbare Möglichkeiten, allerdings können hierüber (noch) nicht so vielfältige Quellen wie bei Storify eingebunden werden. Dass das Kuratieren von Inhalten Mehrwert generieren sollte, darüber hinaus aber auch ethische Fragen aufwirft, spricht Mindy McAdams im Beitrag „Aggregation and curation on Journalism“ an.

Und noch zwei Spezialwerkzeuge: ScribbleLive unterstützt Journalisten bei der Live-Berichterstattung. Crowdmapping und Crowdsourcing lässt sich mit dem OpenSource-Tool Ushahidi realisieren.

So lustig und vielfältig diese ganzen Tools sind: Deren Geschäftsmodell steht mehr oder weniger auf tönernen Füßen. Kaum ein Dienst verdient Geld. Am „sichersten“ mögen da noch community-getriebene OpenSource-Modelle wie Ushahidi oder Werkzeuge mit potenter Rückenstärkung (IBM, Google und AP) sein.  Wer richtig auf Nummer sicher gehen will, sollte sich mit den Tiefen von HTML5, CSS und Co. auskennen, um von Drittanbieter-Tools unabhängig zu sein. Ein schöner Einstieg über anschauliche Beispiele und deren technische Hintergründe kommt wieder von McAdams: „10 examples of bespoke article design and scrolling goodness“.

 

Beiträge in dieser Reihe:

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 1): Ein Überblick über Akteure und Trends

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 2): (herausragende) Beispiele

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 3): Beispiele unter Einbindung von Social Media

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 4): 33 Tools für Storyteller

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 5): Literaturtipps

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 6): Implikationen für die Kommunikationsarbeit

Neue Ansätze im (interaktiven) Storytelling (Teil 3): Beispiele mit Social Media-Einbindung

20. Januar 2014 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · 5 Kommentare

Im zweiten Teil, dem Teil zu den Beispielen für das Interaktive Storytelling, habe ich den Beitrag mit Beispielen für multimediale und multiperspektivische Darstellungen beendet. In diesem Beitrag geht es um Beispiele, bei denen die Nutzung von Social Media-Inhalten, Social Media-Werkzeugen oder Social Media-Prinzipien eine wesentliche Rolle spielen.

 

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Einen Blick wert: Augmented Reality in der Unternehmenskommunikation

17. Januar 2014 · von Diana Diroll-Biergans · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

In den letzten Jahren sind spannende Möglichkeiten entstanden, die Welt um uns herum mit computergenerierten Inhalten zu bereichern. Sogenannte Augmented Reality-Anwendungen erweitern die Realität um digitale Daten, die einen unmittelbaren Bezug zum gerade Erlebten haben. Diese Verbindung aus Greifbarem und Virtuellem kann auch in der Unternehmenskommunikation zum Einsatz kommen.

Mehr Aufmerksamkeit gewinnen

Augmented-Reality-Anwendungen eignen sich zum Beispiel hervorragend dafür, um über Unternehmen, Gebäuden oder Sehenswürdigkeiten zu informieren. Auch Navigationsdaten, Grafiken, Animationen oder kleine Filme können erscheinen. Das funktioniert ganz einfach. Der Benutzer hält die Kamera seines Smartphones auf den Gegenstand und die entsprechenden Informationen tauchen auf dem Display auf. Grundlagen dafür sind Bilderkennung und die Position des Betrachters. Einige Unternehmen nutzen Augmented Reality bereits, um ihre Produkte auf Messen oder in Anzeigen aufmerksamkeitsstark zu inszenieren. Die Volvo Röntgen-App zum Beispiel gibt alle Interessierten eine 360-Grad-Innenansicht des Volvo V40. Während der Live-Simulation erlebt der Betrachter, wie das Fahrzeug scheinbar durchleuchtet wird.

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Spielerisch und interaktiv

Aber Augmented Reality eignet sich nicht nur als Blickfang. Unternehmen können diese Technik einsetzen, um mehr Transparenz zu erzeugen – intern wie extern. Denkbar sind verschiedene Anwendungen, die einen Blick hinter die Kulisse gewähren, zum Beispiel bei einer Führung durch das Unternehmen. Per Smartphone oder iPad könnten Besucher spielerisch das Gelände erkunden, an entscheidenden Punkten Informationen abrufen und Einblick in Abläufe und technische Prozesse gewinnen. Oft ist es gefährlich, Produktionshallen zu betreten, oder zu komplex, das Innenleben von Maschinen zu erklären.

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Mit Augmented Reality eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Charmant wäre es auch, den Besucher virtuell durchs Schlüsselloch ins Chefbüro oder in die Aufsichtsratssitzung linsen zu lassen. Regionale Verbundenheit und Engagement könnten Unternehmen beweisen, indem sie virtuelle Wegweiser zu Kooperationspartnern in der Nähe oder vor Ort gesponserten Projekten einrichten. Beschäftigte wie Besucher könnten von Bus- und Bahnverbindungen profitieren, die am Werktor abrufbar sind. Informationen an einzelnen Arbeitsstationen können bei den Beschäftigten ein Bewusstsein schaffen, ein wichtiger Teil im Produktionsprozess zu sein und das Wir-Gefühl fördern. Auf den LKW eines Unternehmens könnten sich visuelle Codes befinden. Die Nachfolger der QR-Codes geben beim Scannen mit dem Mobiltelefon zusätzliche Informationen, z.B. über die Logistik, anfallende Schadstoff-Emissionen oder Einsparungen von Emissionen durch Einsatz nachhaltiger Technologien.

Die angeführten Beispiele zeigen, dass sich zahlreiche Ideen entwickeln lassen, die informieren, veranschaulichen, emotional berühren oder einfach nur Aufmerksamkeit erregen. Herauszufinden, wie Augmented Reality zu den individuellen kommunikativen Zielen am besten beitragen kann – darin liegt die Herausforderung.