Digital & Online

Buchtipp: „Erfolg im Web: worauf es ankommt“

31. Mai 2009 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Untertitel: Tipps und Tricks der besten Webagenturen der Welt. Autoren: Rob Ford/ Julius Wiedemann. Kurzverdikt: Durchblätternswert. Aber nicht lesens-wert. Der anspruchsvolle Titel hat mit sehr neugierig gemacht. Zusammengetragen werden sollen Tipps und Tricks zu unterschiedlichen Aspekten der Websiteentwicklung, die Themenbereiche untergliedern sich in „Interface & Design“, „Marketing  & Communication“, „Technology & Programming“, „Technical Advice“, „Content/ Content Management“, „E-commerce“. Jeder Bereich ist noch mal untergliedert, bei Technical Advice gibt es zum Beispiel Tipps zum Aliasing oder zu Sprachauswahl. Zu jedem dieser Unterthemen gibt es ein ganz kurze Einführung und dann Do´s and Don´ts, die von Entwicklern, Designern und Konzeptionern zusammengestellt wurden. Daraufhin folgen jeweils einige Seiten Screenshots von Websites, bei denen der jeweilige Aspekt herausragend umgesetzt wurde. Um es kurz zu machen:

  • Die Website-Beispiele sind hervorragend ausgewählt, schön auf Papier reproduziert und inspirierend. Eine Fundgrube für Ideen.
  • Den Textteil, insbesondere die Do´s and Dont´s kann man zu 95% in die Tonne kloppen. Papierverschwendung. Kostprobe: „Verstecken Sie das Suchfunktionsfeld nicht“ (Don´t: Suchfunktion) oder „Vergessen Sie nicht, auf Benutzerfreundlichkeit zu achten“ (Don´t: Webstandard & CSS).

Ok, nicht alle sind soo flach. Aber Überraschendes habe ich nicht gefunden.

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Beerdigt: Pleon Online Relations

31. Mai 2009 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · 4 Kommentare

Letzten Freitag wurde der Online-Bereich von Pleon aufgelöst, die verbliebenen der vor wenigen Jahren noch 35 Mitarbeiter auf die „klassischen“ Kundenteams verteilt. Ein bisschen wehmütig werde ich da schon, obwohl ich seit inzwischen fünf Jahren da raus bin. Aber ich habe diesen Bereich lange mitentwickelt und hatte dort schöne und anregende Arbeitsjahre.

Zur Geschichte: KohtesKlewes (also jetzt Pleon) hat 1995 als erste PR-Agentur in Deutschland ein Onlineteam gegründet, war als erste deutsche PR-Agentur im Web aktiv, der Onlinebereich war zumindest in diesem Jahrzehnt durchgängig (zum Teil sehr) profitabel. Nun muss man sich fragen, wie und warum es zu dieser Entwicklung gekommen ist. Vielleicht ist Pleon auch hier anderen voraus (wie damals)? Während andere Agenturen ihre Online- und Web2.0-Aktivitäten ausbauen? Hmm, dazu schreibe ich jetzt nichts.

1a-Tauchgang: Social Media Marketing

29. April 2009 · von Carina Waldhoff · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Jeremiah Owyang hat auf seinem Blog ein Storyboard zu Social Media Marketing erstellt, in dem er das komplexe Geschehen in und die Industrie um Social Media mit dem Ökosystem „Riff“ gleichsetzt. Während der Zugang zu dieser Parabel nicht allen Betrachtern leicht fallen dürfte (bei mir hat er damit ganz leichtes Spiel ;-), ist es dennoch interessant zu sehen, wie intensiv sich z.B. die Kommentatoren damit auseinandergesetzt haben. Sehr schön finde ich die Erklärung, wie es zur Assoziation von Agenturen und Seesternen kam:

„Starfish are usually hunters able to hunt prey that is much larger than its mouth would seem to allow. Agencies and consultants can usually take on clients who are much larger in size than the agency or a one-person consultant. They are able to regenerate lost arms, just as an agency might bring in new staff or start new departments/niche offerings/verticals.“

Nice job!

Social Media Governance: Richtlinien für twitternde/ bloggende Mitarbeiter

27. April 2009 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Auf diese exzellente Liste von „Social Media Policies“ bin ich heute bei Laurel Papworth gestoßen:

„Enterprise: List of 40 Social Media Staff Guidelines“

Schön finde ich den Hinweis: „Anyway, you could just read ONE – IBM’s (love the “don’t forget your day job”) OR you can read all these:“, worauf die 40 anderen Beispiele folgen…

Das „Air Force Assessment“ (die Grafik findet sich ebenfalls in Laurels Post) ist eigentlich gar nicht so schlecht und durchaus auf Unternehmensbedürfnisse übertragbar.

Wie funktioniert Widget-Marketing? Interview mit Alexander Hachmann

15. April 2009 · von Jörg Hoewner · 9 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Alexander Hachmann, Widjet GmbH

Alexander Hachmann, Widjet GmbH

Vor einigen Tagen haben wir einen Beitrag von Alexander Hachmann zum Thema Widget-Marketing veröffentlicht. Wir haben uns dem Thema noch mal gewidmet und haben ihm gestern (14.4) per Skype einige Fragen gestellt.

Jörg Hoewner (kursiv): Was versteht man genau unter Widget-Marketing?

Alexander Hachmann (nicht-kursiv): Im Widget-Marketing nutzen Unternehmen die modernen Technologien der Widgets in Ihrer Kommunikation.

Ich möchte bei der weiteren Betrachtung einen weit gefassten Marketingbegriff nutzen.
Es kann sich beim Unternehmen um eine reine „Widget-Company“ handeln, die Ihren Service als Widget zur Verfügung stellt (z.B. klassische RSS-Aggregatoren).
Es kann sich allerdings auch um kommunikative Maßnahmen eines Unternehmens der Realgüterwirtschaft handeln.
Dabei ist besonders interessant, dass man mit Hilfe der Widget-Installation in Kontakt mit der eigenen Ziegruppe gerät.
Es ist in diesem Sinne keine reine Push-(Werbe-)Kommunikation, sondern ein Dialog, der z.B. in Bereichen der Vorentwicklung zur Kommunikation genutzt werden kann.

Was genau ist das widget-spezifische? Mit seiner Website kommt ein Unternehmen doch auch in Kontakt zur eigenen Zielgruppe und kann einen Dialog initiieren? Also, welchen Vorteil gibt es da für beide Seiten?

Der Nutzer holt sich das Widget zu sich „nach Hause“ – Auf seine Webseite, seinen Desktop, sein Handy , etc …

Bei der Unternehmenswebseite ist der Ort der Kommunikation stärker limitiert.

Zuerst ist zu erwähnen, dass der Nutzen stark von der strategischen Ausrichtung des Unternehmens bzw. seiner Kommunikation abhängt. Wenn das Ziel darin besteht, in einen Dialog zu treten, ist gerade die Partizipation innerhalb der eigenen, selbst gewählten Umgebung der Vorteil eines Widgets.

Partizipation ist ja erstmal kein Nutzen an sich?

Ich bin überzeugt, dass viele Kunden eine höhere Bereitschaft zeigen, Informationen mitzuteilen, wenn es auf diese Weise (über Widgets) geschieht. Wenn das Widget allerdings rein zu Werbezwecken konzipiert ist, wirkt dies eher kontraproduktiv.
Die Möglichkeit, konkret mitzugestalten kann durchaus einen starken Nutzen darstellen. Insbesondere bei Produkten hoher Identifikation.

Natürlich kann man dieses Verhalten auch incentivieren, allerdings nur unterstützend, denn für nicht-involvierte Nutzer wird es auch dadurch nicht unbedingt interessanter.

Um etwas von der Partizipation abzurücken:

Was mir sehr wichtig erscheint, ist, dass ein Widget für die gesamt Dauer seiner Installation ein persistenter Kommunikationskanal zum Nutzer ist. Bei einem Online-Widget ist nämlich nur der Code, mit dem es aufgerufen wird, feststehend. Die über das Widget laufenden Informationen allerdings nicht. Sie sind veränderlich.

D.h. man schafft sich einen 1:1 Kanal?

Ja genau.

Welche weiteren Vorteile gibt es? Und: Für welche Unternehmen, welche Produkte etc. macht Widget-Marketing aus Ihrer Sicht Sinn?

Widget-Kommunikation ist insofern „Massen-Einzelkommunikation“.
Vorteile sind weiterhin, dass im Prinzip jedes embeddete Widget eine persönliche Empfehlung für ein Produkt/ein Unternehmen ist (besonders bei öffentlich embeddeten Widgets) – gerade auch, weil es freiwillig ist (pull).
Wenn wir von einem Produkt ausgehen, das eine Relevanz für Kunden bietet, wird über das Produkt sowieso geredet – mit Hilfe eines Widgets kann ein Unternehmen diesen Prozess mit Informationen stützen, Aktualität zu gewährleisten und eben auch Anteil am Gespräch zu ermöglichen.

Aber wichtig ist hieran festzumachen, was Widget-Marketing ausmacht. Der Grundnutzen eines Videoportals ist es, Videos anschauen zu können. Im Widget-Marketing wird diese Funktion für den Nutzer beweglich gemacht.
Dieses Prinzip lässt sich eben auch auf andere Unternehmen anwenden. Bei Realgütern oder anderen Ausrichtungen ist allerdings der Schwierigkeitsgrad der „Virtualisierung“ durch das Widget höher.

Für welche Produkte/Unternehmen macht Widget-Marketing daher Sinn: Sinnhaftigkeit hängt vom Ziel des Unternehmens ab. Zum einen ist die Frage für welche Plattform das Widget konzipiert wird. Natürlich muss der Nutzer auch die Möglichkeit haben, an das Widget zu gelangen. Es macht also dann Sinn, wenn sich die Zielgruppe des Unternehmens in einem bestimmten Kanal bewegt, oder man diese Kanalnutzung anregen kann

Ein Beispiel:
Ein Unternehmen mit einem Produkt für Kunden zwischen 19 bis 28 mit hoher Lifestyleaffinität. Hier läge ein Fall für ein Social-Network-Widget mit hohem Potential vor, da die Identifikation mit der Marke und auch die Darstellung dieser Identifikation nach außen einen Nutzen für den Kunden darstellt.

Das Ziel hierbei wäre z.B: Opinion-Leader dazu anzuregen, das Widget zu nutzen, damit es sich innerhalb der sozialen Gruppen streut.

Das Business-Network Xing hat z.b. jetzt angekündigt sich für Applikationen zu öffnen
Dabei wäre es durchaus möglich im B2B-Bereich z.B. ein Kommunikations-Widget (Eine Xing-Applikation) zu entwickeln, die genau Menschen aus dem Einkauf anspricht.
Neuigkeiten über Produkte, Multimediale Inhalte … Sonderaktionen …
Und eben auch die Möglichkeit des Rückkanals: Was wollen Sie? Ihre Meinung? Befragungen, Angebotsbewertung usw…

Ob ich die Aktion dann als Erfolg bewerte, hängt von der Zielgruppe an sich ab: Wenn ich 200 Einkäufer in Deutschland als Zielgruppe definiere, ist genau daran mein Erfolg zu messen. Wenn ich z.B. 100 davon erreiche, hätte ich schon eine 50% Abdeckung erzielt und die Wahrscheinlichkeit der weiteren Verbreitung ist hoch.
Der Nutzen des Widgets ist also einer der Kernpunkte im Widget-Marketing.

Wie läuft das Controlling?

Das Controlling kann über ein statistisches Reporting, wie jede übliche Webseite, gehen. Natürlich gibt es bestimmt Kennzahlen, die hierbei besonders relevant sind.

Welche Kennzahlen sind das? Gibt es Kennzahlen, die sich von den üblichen Webstatistiken unterscheiden?

Hierzu werde ich am 23. April einen Vortrag auf der „eMetrics Summit“ zum Thema „Widget Metrics“ halten. Eine Kennzahl, die ich hervorheben kann sind die Installs – d.h. wieviele eindeutige Embedds (über eine Placement-ID) gibt es?
Diese Zahl sagt wesentlich mehr über eine Identifikation aus, als ein View der klassischen Webseite.  Es gibt innerhalb der Installs Punkte, die beachtet werden müssen: z.B. wieviele davon werden aktiv genutzt, wie sind die Installationen zustande gekommen und wo befinden sie sich.

Übrigens, es gibt ein Unternehmen, das mit Widget-Marketing extrem erfolgreich ist: Und das ist YouTube. Noch vor kurzem hat eine Studie herausgestellt, dass die Nutzung eines Widgets als Videoplayer den explosionsartigen Erfolg des Portals ausgemacht hat.
Sicherlich muss bei diesem Beispiel bedacht werden, dass nicht jedes Unternehmen ein Videoportal hat.

Mir sind Widgets vor allem über WordPress oder Facebook bekannt. Viele davon nutze ich gar nicht mehr, gibt es da einen Trend hinsichtlich der Nutzerakzeptanz jenseits von YouTube und Slideshare? Besteht hier eventuell die Gefahr eines „Widget-Overload“?

Eine bestehende Gefahr ist, wenn Applikationen den Nutzer irreführend über Werbung oder andere Mittel in Kanäle zieht, ohne dass es dieser beeinflussen kann, torpediert man langfristig das grundsätzliche Prinzip hinter Widgets.
Das große Angebot an Widgets ist sicherlich problematisch, wenn es nicht besser systematisiert dargestellt wird.

Spannend sind z.B. Yahoo Widgets auf Samsung TV-Geräten.
Und mobile Applikationen werden ebenfalls immer mehr zu „mobile Widgets“ – Ich denke, dass das iPhone neue Denkanstöße gegeben hat, dass Nutzer ihre Funktionalitäten auch auf mobilen Geräten selbst zusammenstellen können.

Egal auf welcher Ebene oder auf welchem Device sich die Dinge weiterentwickeln, nur wenn ein Widget einen Mehrwert bietet, werden sich Nutzer langfristig damit auseinandersetzen

Mein Lieblingsbeispiel sind diese Serienentführungen auf Facebook, die einfach nur nerven und ich als Nutzer auch nicht weiß, wie ich die wieder loswerde…

Genau, hier wird eine Mechanik von Facebook missbraucht. Es sollte im Interesse von Facebook selbst verhindert werden

Wie sieht in dem ganzen Bereich Ihr Geschäftsmodell aus? Was ist sozusagen die Leistung der Widjet GmbH dabei?

Zu unseren Leistungen:
Im großen und ganzen sind wir eine Kommunikationsagentur, die sich auf onlinebasierte Unternehmenskommunikation fokussiert. Denn gerade in diesem Bereich stellt das Widget-Marketing einen besonders interessanten Aspekt dar.

Es geht darum, den besprochenen Nutzen herauszukristallieren, daraus eine funktionale Konzeption zu entwickeln, diese in Layout und Code umzusetzen
Wir bieten weiterhin an, diese Kommunikationsmaßnahmen auch langfristig zu begleiten.

Bei einer Widget-Company sind Widgets Kern des Unternehmens – informiert mein Widget über ein Unternehmen und seine Produkte, oder konzentriere ich meine auf Kommunikationsmaßnahmen sehr spezifisch auf ein Produkt / eine Zeit / eine Zielgruppe?

Vielen Dank für das Interview!