Widget-Kommunikation
30. April 2007 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 3 Kommentare
Autor: Jörg Hoewner Dion Hinchcliffe (Enterprise Web 2.0-Blog) beschäftigt sich in einem Post-Zweiteiler “Tracking the DIY phenomenon” (Teil 1 / Teil 2), wie sogenannte Widgets, Gadgets, offene Schnittstellen (APIs) dazu beitragen, dass Nutzer sich eigene Anwendungen (mash-ups) basteln und somit zum Verbreiten von Anwendungsbausteinen, Inhalten usw. beitragen. In den beiden Beiträgen gibt Hinchcliffe ausserdem einige Tipps, was beim Bauen und Zurverfügungstellen von solchen Anwendungsbausteinen zu beachten ist. Was ich interessant finde, ist die Frage, was für Anwendungsbausteine Unternehmen im B2C oder B2B-Bereich ihren Kunden anbieten können. Man denke z.B. an die gute, alte Presse-Sektion einer Website, deren zentrale Inhalte als Widget denen zur Verfügung gestellt werden kann, die sich für ein bestimmtes Unternehmen dauerhaft interessieren. Oder im IR-Bereich. Sozusagen die Idee eines RSS-Feed auf Amphetaminen. Gibt es dazu gute Beispiele? Auf jeden Fall gibt es noch Nachholbedarf im Bereich Widget-Vermarktung, denn in Widget-Verzeichnissen wie http://www.widgetbox.com oder http://www.widgipedia.com/ findet man dazu auf Anhieb keine Beispiele aus dem Bereich PR/ Marketing. Übrigens: Laut Newsweek wird 2007 das Jahr des Widgets.
White papers zu Social Interaction Design und Enterprise 2.0 (Stichwort: SuiteTwo)
24. April 2007 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
- Schon was älter: Die „Social Interaction Design White Papers“ von Gravity. 76 Seiten Inspiration für alle, die Online Communities oder Web2.0-Anwendungen auf ihrer To-do-Liste stehen haben.
- Für SuiteTwo-Interessenten, der Enterprise2.0-Anwendung von Intel, gibt es für eine Registrierung schicke Downloads:
- Ergebnisse einer Forrester-Umfrage unter CIOs zu Web2.0
- Auszug aus dem Buch „Wikinomics“
- Whitepaper zu Enterprise 2.0
- Interview mitDon Tapscott
- und natürlich das SuiteTwo-Starter-Kit
Wenn man Lust hat, kann man für 9.995 EUR auch das ganze Paket inkl. Server-Hard- und Software ordern.
Netzwerkanalyse in der Kommunikation
22. April 2007 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Zunehmend beschäftigen sich Kommunikationsfachleute mit netzwerkanalytischen Methoden, um daraus fruchtbare Erkenntnisse für die Kommunikationsarbeit zu ziehen. Dabei sind es vor allem angelsächsische Unternehmen, die sich mit netzwerkanalytischen Methoden auseinanderzusetzen scheinen. Hier ein kleiner Überblick:
- Hill and Knowlton bietet zusammen mit dem Unternehmen ComMetric ein sogenanntes „Communications Mapping“ an, bei der eine „Influence Network Analysis“ durchgeführt wird. Im Klartext: Multiplikatoren (Medien, Einzelkommentatoren, Organisationen) werden identifiziert und bieten somit Angriffspunkte für – wie es dort heisst – „opportunities (….) with the highest likelihood of generating a cascading effect through coverage and media types“.
- Das Unternehmen „Groupscope“ analysiert neben dem organisationsinternen E-mail-Verkehr auch den Wandel von Kommunikations-Netzwerken über einen bestimmten Zeitraum. Heraus kommen dabei kleine, sich laufend verändernde Diagramme, die man sich in Filmform auf der Beispielseite anschauen kann.
- Einen interessanten Ansatz verfolgt auch Onalytica, ein britisches Unternehmen, das die im Wissenschaftswesen verbreitete Zitationshäufigkeits-Analyse auf ein breiteres Themenspektrum anwendet und automatisiert hat.
Auch wir beschäftigen uns seit längerem mit dem Thema, wobei unser Schwerpunkt auf der Identifikation von unternehmensinternen Multiplikatoren liegt. Während die Analyse von E-mail-Netzwerken oder über Stakeholder-Befragungen methodisch und technologisch kein grosses Problem darstellt, würden wir unseren Anwendungsbereich gerne auf Probleme der externen Kommunikation erweitern – und hier fehlen uns einfach einige technologische Ressourcen. Partner willkommen!
Verwandte Beiträge:
>> Daten visualisieren mit “Many eyes”
>> Soziale Nodes
>> Stakeholder-Einfluss messen: Ein Ansatz
Buchtipp: Inhaltsanalyse von webbasierten Informationsangeboten.
16. April 2007 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Kurzverdikt: Für manche empfehlenswert.
Untertitel: „Framework für die inhaltliche und strukturelle Analyse“. Eigentlich sagt der Titel (und Untertitel) schon alles: Es geht um eine sozialwissenschaftliche saubere Inhaltsanalyse von Webangeboten. Nicht mehr und nicht weniger. Katrin Luzar entwickelt in ihrer Promotionsarbeit (das Werk hat inkl. Literaturverzeichnis über 420 Seiten; veröffentlicht 2003/4, es stand also eine zeitlang bei mir im Bücherschrank) ein Framework, wie mit Hilfe eines von ihr mit einem Partner entwickelten Softwaretools eine teilautomatisierte Inhaltsanalyse bewerkstelligt werden kann. Analysiert werden dabei Texteinheiten, Bilder, Links (Struktur), „Parameter“ (Frames, Keywords, Size). Heraus kommen am Ende Aussagen über die Aufteilung von Websites nach Sparten (z.B.Altana, 12% Unternehmenspräsentation, 41% Media Relations und 26% IR), Anzahl der Downloads und Grad der internen Vernetzung. Das im Buch versprochene Softwaretool auf http://www.katrin-luzar.de scheint es leider nicht mehr zu geben…
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Für den Praktiker gibt es für diese Form Analyse meiner Meinung nach nicht sehr viele Einsatzbereiche, am ehesten dort, wo eine gewisse Vergleichbarkeit erzeugt werden soll. Beispiel: „Euer Wettbewerber xy leistet sich 60% seiner Website für PR!“. Oder blicke ich da zu kurz?
Für die (zahlreichen) Studenten, die vor Inhaltsanalysen von Webangeboten stehen, ist das Werk Pflicht.
Unternehmenskommunikation ist Familientherapie. Oder: Nachruf auf Paul Watzlawick
11. April 2007 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Leider komme ich erst jetzt dazu, etwas zum Tod von Paul Watzlawick (+ 31.3.2007) zu schreiben – nun hole ich es mit fast zwei Wochen Verspätung dennoch nach, da mir was daran liegt.
Paul Watzlawick, gebürtiger Österreicher, Psychologe und Kommunikationswissenschaftler, galt als einer der führenden Vertreter des Radikalen Konstruktivismus. Mit Büchern wie „Die erfundene Wirklichkeit“ (als Herausgeber) oder „Anleitung zum Unglücklichsein“ wurde er auch in Deutschland populär.
Sein Buch „Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien“, das er zusammen mit Janet Beavin und Don Jackson Anfang der Siebziger geschrieben hat, war das erste Buch, das ich im Rahmen meines kommunikationswissenschaftlichen Studiums gelesen habe (es war Pflichtlektüre). Das Buch bezieht sich eigentlich auf familientherapeutische Aspekte, doch gleichwohl kennen viele die Axiome daraus:
- In einer sozialen Situation kann man nicht nicht kommunizieren.
- Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt.
- Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktionen der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.
- Menschliche Kommunikation ist digital und analog.
- Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär.
Insbesondere das erste Axiom wird immer wieder zitiert und auch auf Aspekte der Kommunikation von Unternehmen übertragen. Ich denke, man könnte auch die übrigen Axiome entsprechend übertragen, schliesslich sind sie sehr allgemein gehalten…
Für mich persönlich war das der Einstieg in eine spannende Zeit, die mich persönlich sehr bereichert und am Ende verändert hat – schliesslich kann der Radikale Konstruktivismus nicht nur als Erkenntnistheorie verstanden, sondern auch alltagsrelevant werden: Weil sie das Gegenteil von Dogmatismus ist, weil sie hilft zu akzeptieren, dass andere eben eine andere Sicht auf gleiche Dinge haben. Weil sie helfen kann, eigene Einstellungen nicht als unveränderbar hinzunehmen. Und zu guter letzt konnte ich mit Watzlawickschen Zitaten Ex-Freundinnen (und jetzt meine Frau) in Beziehungsdiskussionen auf die Palme bringen. Familientherapie eben. Kann auch Spaß machen. 😉
Für mich wird Watzlawick bleiben.