Veränderungskommunikation

Noch’ne Liebeserklärung

6. Januar 2010 · von Carina Waldhoff · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Jetzt ist es also da, das Kulturhauptstadtjahr – auf allen Kanälen, seit einigen Tagen selbstverständlich (und richtig gut!) auch auf  Twitter. Die Ruhrbarone stellen heute im Ruhrpiloten viele sehr lesenswerte Beiträge rund um Ruhr.2010 ein,  unter anderem die Bekenntnisse der Muschelschubserin. Sehr schön finde ich auch die Liebeserklärung von Jürgen Lodemann in der Welt auf seine alte Heimat. Und ich kann nur sagen: Ich freu mich drauf. Sehr. Denn es wird Zeit, dass der Pott sein schräges, seit ewigen Zeiten hinfälliges Image los wird. Und ich habe dem Ruhrgebiet und den Menschen dort viel zu verdanken – so herzlich wie dort damals zum Studium bin ich nie wieder in einer Gegend empfangen worden (als Ostwestfälin – „Man muss ja nicht immer reden“ (Brand Eins Neuland) – ein echter Kulturschock), und bis heute nehme ich an den Entwicklungen dort lebhafter teil als an denen im „Großdorf an der Düssel“, in dem ich jetzt lebe (mea culpa). Also: Hingehen, mitmachen, drüber reden, auch und gerade in Social Media. Und vielleicht bei allem Lokalpatriotismus auch mal selbstbewusst auf die beiden anderen Kulturhauptstädte Pécs und Istanbul hinweisen.

McKinsey: 12 Arten von „Zusammenarbeitern“

11. November 2009 · von Jörg Hoewner · 4 Minuten Lesedauer · 4 Kommentare

McKinsey hat auf „What matters“ die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, auf denen sie die Arten der Zusammenarbeit (Types of Collaboration) in Augenschein genommen haben und anhand dessen untersuchen, wie diese Zusammenarbeit durch Tools unterstützt werden können.

Interessant: Die „Meckies“ gehen davon aus, dass 30-50% der Arbeitszeit in wissensintensiven Bereichen vertrödelt wird durch überflüssige E-mails, überflüssige Meetings, überflüssige Twitter-Posts, überflüssige…. You name it. Zitat:

„Our research suggests that improvements depend upon getting a better fix on who actually is doing the collaborating within companies, as well as understanding the details of how that interactive work is done. Just as important is deciding how to support interactions with technology—in particular, Web 2.0 tools such as social networks, wikis, and video. There is potential for sizeable gains from even modest improvements. Our survey research shows that at least 20 percent and as much as 50 percent of collaborative activity results in wasted effort. And the sources of this waste—including poorly planned meetings, unproductive travel time, and the rising tide of redundant e-mail communications, just to name a few—are many and growing in knowledge-intense industries.“

Ergo: Die Rettung naht in Form Wikis, Video und Social Networks? Ok, vielleicht lassen sich hier 5% Zeit sparen, aber ich glaube rein gefühlgeleitet nicht, dass das die alleinige Lösung ist. Ich werde spekulativ. Ist aber auch gar nicht das Thema.

Interessant finde ich viel mehr die zwölf Arten von „Zusammenarbeitern“ und welche Tools geeignet sein sollen, das Leben effizienter zu machen.

Die haben sie in einer schönen interaktiven Grafik aufbereitet, demnach man alle Rollen aufteilen kann in Administrator, Agent, Aide/apprentice, Buyer, Counselor (Troy?), Creator, Instructor, Investigator, Manger, Performer, Salesperson, Scientist. Zum Beispiel ließe sich jeder wissensintensive Job in einem Pharmaunternehmen oder einer PR-Agentur durchaus in dieser Form beschreiben bzw. abstrahieren. Diese Erkenntnis bringt uns nur weiter, wenn wir uns anschauen, was diese Menschen tun, denn auch das hat McK plakativ runtergebrochen. Nehmen wir den „Counselor“ (bin ich eigentlich einer?):

„collects information and provides counsel based on past experience and new insights“

Als solcher sind die Tasks (nützlich für unsere nächste Stellenausschreibung):

  • Assess scope of project; gather requirements
  • Problem solve
  • Research, collect information
  • Synthesize inputs
  • Create first draft; manage inputs
  • Iterative (review, negotiate, changes, edit, manage inputs)
  • Publish, present, or report conclusions

Soweit, so chique und erhellend. Das Problem ist nur, dass McK für jeden einzelnen dieser Tasks wiederum unterschiedliche Tools als nützlich erachtet, die aber in der Summe genommen für einen „Counselor“ bedeuten, dass er doch bitte alles nutzen soll, was das Web 1 und 2.0 so hergibt. Zwei Beispiele, die illustrieren, was ich meine:


Wodurch die Studie zwar eine nette Systematik liefert, aber keine Handlungsempfehlung wie suggeriert.

Social Media Business Intelligence – unternehmensintern

10. Oktober 2009 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Auf ein völlig neues Thema bin ich über diverse Blogposts aufmerksam geworden. Darin geht es darum, wie über das Mining von Nutzerverhalten in Intranets und in Enterprise2.0-Lösungen relevante Themen, Multiplikatoren usw. in Echtzeit beobachtet werden können.

Als Produkt bietet SocialCase hier die Lösung Social Business Intelligence an. Was sich so schön anhört, klingt im ReadWriteWeb eher nach Schöner Neuer Welt:

„Here are more ways that Socialcast analyzes the information:

  • Socialcast uses organizational theory to identify the informal connections between individuals and groups.
  • Posting, commenting and „liking“ activity over time can be analyzed for insights into response behaviors and the ways conversations are initiated.
  • The analytics show lurking and listening activity as compared to active posting.
  • SBI illustrates interactivity patterns between users. The analytics offers insights into proactive- and reactive-type relationships in the social graph.
  • SBI looks at moments of transition from passive to active usage, allowing companies to find people and topics that ignite conversations.
  • Cool graphics provide interactive visualization of all community discussions.“

Die Anwendungen sind natürlich interessant und können bei der Organisationsentwicklung, bei Change-Prozessen etc. sinnvolle Dienste leisten. Aber es ist auch ein Schritt in Richtung „Gläserner Mitarbeiter“.  Trittbrettfahrer z.B., die sich nicht aktiv am Wissensbildungsprozess beteiligen wollen, werden identifizierbar gemacht.

Englisch macht plastisch

4. September 2009 · von Carina Waldhoff · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Online PR is all about Community from RealWire on Vimeo. Schöne kleine Einführung in die (nicht so) neue Welt der Online PR. Die Beispiele treffen’s sehr gut. Ich mag die englische Sprache ja unter anderem sehr gerne wegen ihrer Pragmatik – auf den Punkt kommen, ohne „harsh“ zu wirken.

Mit Dank an Lars G. aus OWL für den Hinweis.

Guten Appetit – Social Media Marketing ohne Zusatzstoffe

2. September 2009 · von Carina Waldhoff · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare

Klaus Eck hat gestern im PR-Blogger eine gute Zusammenfassung aller Vorteile von Social Media Marketing geliefert („Unternehmen wollen in Social Media nicht nur spielen„). Zu den Auswirkungen guter oder ungelenker Social Media-Aktivitäten für die PR, von den Kommentatoren teilweise vermisst oder ergänzt, äußert Eck sich ja immer mal wieder.

Zu seinem ersten Punkt – Marktforschung zu minimalen Kosten – bin ich direkt anschließend auf ein schönes Beispiel gestoßen: Frosta hat neben seiner etwas hausbackenen TV-Werbung mit Peter von Frosta eine „Extended Version“ gedreht, die das Thema „Zusatzstoffe“ mal wirklich plastisch und auch einen guten Tuck mutiger angeht. Zwar gehe ich davon aus, dass hier die Mediapläne auf Monate im Voraus standen – dennoch eine gute Möglichkeit, frühzeitig direktes Verbraucher-Feedback einzuholen und entsprechend nachzujustieren: Kommt’s gut an, wird Media-Budget draufgelegt, ist die Resonanz mau bis mies, wird gebremst was gebremst werden kann.

Debakel á la Motrin (gute Zusammenfassung hier), wo der Aufschrei in Blogs und Twitter eine Kampagne zwar de facto innerhalb kürzester Zeit killte, Plakate und Zeitschriftenanzeigen aber scheinbar noch Wochen weiter liefen, ließen sich so zumindest eindämmen. Voraussetzung dafür ist aber, dass sich Unternehmen trauen, auf Augenhöhe mit ihren Konsumenten zu kommunizieren. Frosta ist in meinen Augen DAS deutsche Paradebeispiel für clevere und glaubwürdige Social Media Kommunikation. ((Non-)Disclaimer: Nachdem ich das Beispiel schon so häufig als Benchmark präsentiert habe, muss ich wohl mal erwähnen, dass wir tatsächlich keinerlei geschäftliche Beziehungen zu Frosta haben 😉

Gibt es eigentlich deutsche Beispiele für Unternehmen, die ganze Kampagnen konsequent in Social Media testen, bevor sie sie in großem Stil ausrollen?