Linktipp: Krise: Monitoring
21. April 2006 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare
Djure Meinen von pressrelations hat in seinem Blog 50Hz einen sehr guten Beitrag („Wege aus der Krise: Entspannt Euch!“) über das Thema Krisen-PR und Blogmonitoring geschrieben. Anlass für den Beitrag scheint eine „Konversation“ zwischen Don Aphonso („Rebellmarkt“). Mitarbeitern der Agentur Johanssen + Kretschmer, Björn Hasse von Edelman („Formsache“, gutes Fach-Blog übrigens), sowie anderen Aktiven aus der Blogosphere. Zu lernen gibt es eben einiges zum Thema: Wann entstehen Krisen (überhaupt)? Kann/muss man alles monitoren? Welche Schwierigkeiten ergeben sich dabei? Ganz nah an der Praxis. Hört sich trocken an, dabei geht es hier heiss zu. 😉 Vielleicht lässt sich dieser Diskussionsstrang mit dem Beitrag von Peter Jordan auf „PR Blogger“ („Die Kommunikation in der Krise ist wichtig – und nun?“) vernetzen? Sozusagen Theorie und Praxis verquicken? Ich persönlich warte ja seit zehn Jahren auf den Online-Krisen-Case in Deutschland (a la Flamingford oder TWA800). Die Audi TT-Sache wurde nicht als solche wahrgenommen. Und der Jamba-Case ermüdet inzwischen. Hat eigentlich mal jemand überprüft, wie und ob die Krise dem Unternehmen geschadet hat? Der Imageverlust bei den Hauptzielgruppen? Absatzeinbrüche? Gesetzliche Regelungen zum Jugendschutz diesbezüglich lassen ja noch auf sich warten. Und MTV hat die Jamba-Werbung meines Wissens deswegen eingeschränkt, weil das Umfeld für andere Werbetreibende uninteressant wurde.
Unternehmensinternes Web 2.0?
18. April 2006 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · 1 Kommentar
Autor: Jörg Hoewner
Bei Dion Hinchcliffe bin ich auf einen interessanten Beitrag zur Frage gestossen, ob die Akzeptanz und damit der Einsatz von Social Software innnerhalb eines Unternehmens realistisch ist. Er bezieht sich dabei auf eine Blog-Konversation von Nicholas Carr und Andrew McAfee zum selben Thema.
Die Thesen (stark verkürzt, ausserdem von drei unterschiedlichen Beitragenden):
- Web2.0 findet momentan vor allem im öffentlichen Web-Raum statt, weil dort sich die Vorteile (Offenheit, niedrige Barrieren, etc.) voll entfalten können
- Hindernisse im Unternehmen könnten sein:
- Die Leute in Unternehmen haben einfach zu viel zu tun, vor allem die, die am meisten zu (mitzu)teilen hätten
- Es fehlt zum Teil noch die Aufmerksamkeit für die Möglichkeiten solcher Tools
- Es fehlt vielen Mitarbeitern an Incentives, um sich „teilend“ zu engagieren
- Die Rolle des Managements kann hemmend sein. Selbst dann, wenn das Management hinter Social Software stehen sollte, heisst das noch nicht, dass sie intern adaptiert wird.
An all dem ist was dran, meiner Meinung nach fehlt der eigentliche Ausgangspunkt, nämlich die Frage: Was soll mit Social Software im Unternehmen erreicht werden? Der Zweck. Der Sinn. Veränderung? Kommunikation? Wissensmanagement?
Wenn es diesen Sinn gibt und wenn Social Software hier sinnvoll einsetzbar ist, wird es intern auch Unterstützung bekommen. Aber das ist noch nicht alles. Nehmen wir das Beispiel Wissensmanagement, eines der prominenten Beispiele, die gerne als Einsatzbeispiele von Web2.0 innerhalb von Unternehmen genannt werden. Wenn man sich anschaut, warum Wissensmanagement häufig nicht funktioniert (z.B. Studie „Anreizsysteme im Wissensmanagement“ von Fraunhofer), dann tauchen solche Faktoren auf:
- Zeitbedarf (d.h. Einbindung in die bestehenden Abläufe)
- Kulturelle Faktoren (z.B. fehlendes Bewusstsein, Einstellung „Wissen ist Macht“)
- Fehlende Anreize (z.B. finanziell)
- Usability-Probleme
- Fehlende Prozesse
Ich glaube, wenn man diese Faktoren „knacken“ kann, dann wird man es auch schaffe, unternehmensintern Web2.0 zu etablieren. Darin unterscheiden sich Intranets, Wissensmanagement-Systeme nicht grundsätzlich von Social Software.
Diese Aufgabe ist allerdings sehr anspruchsvoll:
- Man muss sie ganzheitlich angehen – sich nur auf einen Faktor konzentrieren, macht keinen Sinn.
- Man muss wollen (als Management) wollen, dass Partizipation auch mehr Egalität nach sich zieht.
Hier gibt es übrigens eine coole Liste von Tools, die unternehmensintern Sinn machen – zusammengestellt von Jeff Nolan, Apollo Strategy Group, einer SAP-Tochter. Implementierungsanleitungen zur Einführung in Unternehmen sind allerdings nicht dabei. 😉
In Kampagnen denken – Aufmerksamkeit erzeugen – Authentizität für die Marke schaffen
6. Februar 2006 · von Frederik Bernard · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Frederik Bernard | FBKB
Kampagnen sind das, was gute Werbung von schlechter, wirkungsloser Werbung unterscheidet. Kampagnen sind die Klammer, das verbindende Element einzelner Maßnahmen. Erst durch die thematische Bündelung dieser Einzelmaßnahmen erfüllt eine Kampagne die Aufgabe des Verstärkers. In Kampagnen denken, bedeutet, eben nicht in Einzelmotiven, in Einzelaktionen gefangen zu bleiben. Denn nur so kann sich das Potential guter Kampagnen durchsetzen. Kampagnen, die den Markenkern authentisch abbilden und so verstärken – durch die Kraft der Kampagne.
Mehr dazu in der aktuellen Online-Ausgabe des PR-Guide unter www.pr-guide.de
Soziale Nodes
16. November 2005 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
In der aktuellen c´t (Ausgabe 24/2005 vom 14.11., S. 188ff) ist ein Beitrag (Autor: Cai Ziegler, Titel: Schöne kleine Welt) über so genannte Netztopologien. Im Kern geht es darin um die netzwerktheoretischen Erkenntnisse, die z.T. Social Software wie OpenBC und andere zu Grunde liegen, dabei wiederum um die graphische und mathematische Darstellung von (sozialen) Netzen. Der Beitrag ist kurz, aber es lohnt sich.
Erwähnenswert finde ich besonders den Aspekt, dass bestimmte Menschen besonders viele Sozialkontakte haben. Im Artikel wird das Beispiel erwähnt, dass der Durchschnittsdeutsche in seinem Leben auf acht unterschiedliche Sexualpartner kommt, einige Ausreisser dagegen auf 100 und mehr.
Und nun kommen meine Gedanken hinzu:
Das gleiche gilt für andere Arten von Sozialkontakten: In OpenBC z.B. haben die weitaus meisten Nutzer irgendwas unter 150 bestätigte Kontakte, vor ein paar Tagen habe ich dort eine Junge Frau aus Monaco entdeckt, die nicht weniger als 2.700 bestätigte Kontakte aufgewiesen hat.
Dies kann man auch in Unternehmen beobachten: Irgendeine Unternehmensberatung (ich habe den Namen leider vergessen) hat eine Software entwickelt, mit der sich der E-mailverkehr innerhalb eines Unternehmens entsprechend beobachten lässt. D.h., man kann darüber die Mitarbeiter identifizieren, die zu besonders vielen anderen Mitarbeitern einen besonders häufigen E-mail-Kontakt pflegen.
Da das besonders interessant ist im Hinblick auf Kommunikationskampagnen, stellt sich diese Frage: Wie kann man solche Multiplikatoren, solche besonders aktiven „Nodes“ auch extern (d.h. nicht nur in Firmennetzen) identifizieren? Gibt es ein erprobtes Instrumentarium?
Es ist klar, dass solche Multiplikatoren in der Regel nur in einer bestimmten Rolle Multiplikatoren sind – als Konsument, als Mitarbeiter, als in einem Thema besonders informierter und informierender Mensch. Eine Identifikation derselben wäre eben nicht nur interessant für Viralkampagnen, die ja für sich in Anspruch nehmen, Multiplikatoren anzusprechen (in Wirklichkeit funktioniert das dort meistens über das Gießkannenprinzip – Multiplikatoren spricht man dann schon irgendwie an).
Diese Frage treibt mich schon seit der Lektüre von Gladwell´s „Tipping Point“ um. Eine überzeugende Antwort habe ich noch nicht entdeckt. Über Tipps freue ich mich…
Kommunikation ist Luxus. Messbarkeit um so mehr. Oder gerade deshalb…
5. November 2005 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Ein einfacher Lesetipp: Dem Beitrag von Business Campaigner Peter Metzinger „Meine Güte! Kommunikation ist Luxus. Wirklich?“ habe ich eigentlich nichts hinzufügen.
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