K12

KI-basierte Such- bzw. „Zusammenfassungsmaschinen“ wie Perplexity sind eine Herausforderung für die Unternehmenskommunikation

21. Juni 2024 · von Joerg Hoewner · Keine Kommentare

Es gibt eine heftige Diskussion zwischen Medienvertretern und Betreibern von Tools wie Perplexity.AI, nach dem immer klarer wird, dass Inhalte verwendet werden, ohne die Quellen sauber zu benennen. Es scheint so zu sein, dass die von Perplexity gezeigten Referenzlinks nur einen Teil der Quellen wiedergeben. So gesehen vom Magazin Forbes, wo die Journalist:innen nachweisen konnten, dass Snippets, sogar Bilder verwendet werden, ohne auf Quellen zu verweisen.

Das ist ein grundlegendes Problem, das gelöst werden muss, weil es letztlich dazu führt, dass sich solche Tools selber das Wasser abgreifen, weil niemand mehr bereit sein wird, Content bereitzustellen.

Speziell bezogen auf Werkzeuge wie Perplexity und You_com, die sich als Suchmaschinenersatz positionieren, hat das Konsequenzen die Unternehmenskommunikation:

Verminderte Reichweite: Trotz hochwertiger Inhalte kann die Reichweite stark eingeschränkt sein, da Nutzer die Informationen direkt aus den KI-generierten Zusammenfassungen beziehen. Die Folge: Weniger Besucher auf den Unternehmensseiten und damit einhergehend geringere Chancen, potenzielle Kunden zu erreichen und zu binden.

Eingeschränkte Markenpräsenz: Die Marke wird möglicherweise nicht mehr als Quelle hochwertiger Informationen wahrgenommen, was die Positionierung und das Vertrauen in die Marke schwächt.

Erfolgskontrolle: Die Aussagekraft von Zielmetriken verlieren an Relevanz, wenn Zahlen zur Reichweiten und Engagement nicht mehr das reale Bild wiedergeben.

Hat man jahrelang daran gearbeitet, eine gute Suchmaschinensichtbarkeit zu erreichen, werden diese Bemühungen konterkariert. Suchergebnis-Seiten, die aus Linklisten bestehen verlieren an Relevanz. Damit auch die Rankings.

Mit einer geringeren Nutzung von klassischen Suchmaschinen, verliert auch Suchmaschinenmarketing (SEA) an Relevanz bzw. an Potential.

Google versucht mit SGE (Search Generative Experience) eine Hybridlösung aus KI mit Zusammenfassungen und klassischer Ergebnisdarstellung. Auch hier wird es im Effekt zu einer geringeren Sichtbarkeit von Content kommen, aber es gibt für User immer noch eine Auswahlmöglichkeit und für Publizierende die Chance einer Sichtbarkeit.

Was ist zu tun?

Wir müssen beobachten, wie sich das User-Verhalten wirklich ändert. Im Moment gibt es schon eine Abwanderung von Google und Co, einige gehen in den nächsten Jahren von einem Trafficrückgang bei Google von 30% aus. Wir werden sehen, Kaffeesatzleserei.

Top-Suchpositionen sind nach wie vor erstrebenswert. Einmal werden diese bei Google SGE besonders hervorgehoben. Und Perplexity und Co nutzen auch Ergebnisse aus Quellen, die eine hohe Sichtbarkeit haben.

Das bedeutet: Hochwertiger Content ist nach wie vor relevant. Und die Tendenz ist eher Klasse als Masse.

Alternative Quellen, Sichtbarkeit zu erzeugen werden wichtiger. Social Media insbesondere. Die Suchfunktionen der Social Media-Plattformen sind sowieso nach Google schon die relevantesten Suchquellen.

Markenbindung wird wichtiger. Ein direkter Draht zu Kunden / Stakeholdern über welchen Kanal auch immer, kann helfen, der Sichtbarkeitserosion entgegenzuwirken.

#KI #SEO #Unternehmenskommunikation #ContentMarketing

Autor: Joerg Hoewner

Jörg Hoewner: Jg. 1969, ist Geschäftsführender Partner der K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation und Consultant für moderne Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Seit 1995 berät er Kunden im Bereich Online Relations / Online-PR und war damit einer der ersten Berater in Deutschland auf diesem Feld. In den vergangenen 20 Jahren hat Jörg Hoewner zahlreiche Kunden beraten, viele Unternehmen (darunter DAX30-Unternehmen) und mehrere Verbände. Darüber hinaus ist er als Referent aktiv und Autor zahlreicher Fachbeiträge – online, in Zeitschriften und Büchern. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit dem Thema integrierte Kommunikation, deren Messbarkeit und der Auswirkung von Kommunikationstechnologien auf die interne und externe Unternehmenskommunikation. Kontakt: Jörg Hoewner (joerg.hoewner@k-zwoelf.com) – T. +49 (211) 5988 16 32.

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