Digital & Online

Generationsunterschiede in der Mediennutzung

14. Juli 2009 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare

Gestern saß ich in einem Kundentermin drei Personen aus drei unterschiedlichen Generationen gegenüber: Einem Herrn, der ca. 10-15 Jahre älter als ich (40) ist, einem mir etwa gleichaltrigen Mann und einer jungen Dame um die 20. Interessant war das Gespräch insbesondere deswegen, weil es um Online-Maßnahmen ging und zwar um die Entwicklung eines Kommunikationsangebots, in dem die Kunden stärker als bisher in die Kommunikation eingebunden werden sollen. Nun merkte man im Gespräch sehr schnell, dass die drei Personen sehr unterschiedliche persönliche Mediennutzungsgewohnheiten haben und diese Gewohnheiten auf die vermutete Nutzungsmuster bei den Kunden übertragen. Während der 20jährigen eine hohe StudiVZ und Facebook-Kompetenz anzumerken war, wurde das Web2.0 mit zunehmenden Alter lebenswelt-entrückter. Umgekehrt proportional dazu ist die Entscheidungskompetenz gerankt, d.h. der Senior hat am meisten zu sagen. So weit so normal, schließlich gehört auch die interne Vermittlung zum Job des Beraters. So gehen ja jetzt zunehmend Unternehmen dazu über, Schüler oder Praktikanten interne Vorträge halten zu lassen, in denen das Führungspersonal über die Mediennutzungsgewohnheiten der „Generation Upload“ unterrichtet wird. Einige, wie Morgan Stanley, lassen sich direkt aus Praktikantenerfahrungen direkt aufmerksamkeitsstarke Studien schreiben (Guter Beitrag: „Teenager nutzen Twitter nicht.“. An sich eine gute Idee. Nur leider aus meiner Sicht zu kurz gesprungen. Denn längst fehlt bei den Jüngeren auch das Verständnis oder das Wissen über die Mediennutzungsgewohnheiten der Generation 40+, demographisch immerhin die Majorität. Insbesondere in Bereichen wie Produktmanagement, Produktentwicklung, Marketing, Kommunikation, Human Resources kann diese beidseitige digital-analoge Verständniskluft zu Problemen führen. Die Lösung könnte natürlich einfach sein, diesen Austausch beidseitig zu organisieren. Aber das erscheint mir zu unraffiniert. Natürlich wissen die ten- und twentysomethings ja, dass ihre Alten am liebsten vor der Glotze sitzen und Sonntags in toten Bäumen blättern. Aber es geht es hier nicht eher um den Austausch von Wahrnehmung von der Wahrnehmung der jeweils anderen? Wie kann man da tiefer einsteigen? So eine Art „immersiver Perspektivwechsel“ ist gefragt…

Buchtipp: „Erfolgreiche Online-PR“ von Rainer Bartel

6. Juli 2009 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Untertitel „Mehr Verkaufserfolg durch professionelle Öffentlichkeitsarbeit im Web“.

Kurzverdikt: Sehr lesenswert.

Manchmal ist es gut, einem Buch trotz unpassendem Untertitel eine Chance zu geben, denn für mich ist PR weniger ein Vertriebsinstrument („Verkaufserfolg“) als ein Mittel zum langfristigen Aufbau von Stakeholder-Beziehungen und zum Aufbau einer guten Reputation und eines Images.

Zielgruppe sind jene, die dem Thema neu gegenüberstehen oder jene, die sich mit bereits mit klassischer PR auskennen und sich nun mit dem Spielfeld Online-PR befassen wollen.

Zum Inhalt:

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung dazu, was PR eigentlich ist. Hier werden vor allem diejenigen angesprochen, die sich mit dem Thema gar kaum auskennen. Und schnell wird klar, dass es bei dem Thema eben um mehr als „nur“ Verkaufserfolg geht.

Danach (Kap. 2)  geht es um die „Spielfelder“ der Online-PR: Wo findet diese statt? Begonnen (!) wird Diskussionsforen, Wissensplattformen, Social Networks, Blogs. Meiner Meinung nach das beste Kapitel im Buch, zum Glück auch das umfangreichste. Etwas kurz kommt hier das Thema „Online Media Relations“, d.h. die Arbeit mit „klassischen“ redaktionellen Onlinemedien.

Im Kap. 3/4 geht es um die Unternehmenswebsites (z.B. wie aufwendig wird das Pflegen eines eigenen Blogs?), eine Einführung in SEO, Tipps zur Domainfindung usw..

Abgerundet wird das ganze durch ein umfangreiches Glossar und vielen Literatur- und Linktipps.

Illustriert werden die Überlegungen an konstruierten – und gut durchdachten – Beispielen aus dem Mittelstand (Rechtsanwaltskanzler, Möbelfirma, Handwerksbetrieb usw.).

Gut:

An dem Buch hat mir gefallen, dass es sehr praxisorientiert aufgebaut ist. Jemand, der sich in das Thema einarbeitet, bekommt gesagt, welche Arbeitsschritte konkret für bestimmte Aufgabenstellungen (z.B. Kontakte zu Bloggern aufbauen, Presseverteiler) sinnvoll sind und welche Fehler es zu vermeiden gilt. Selbst scheinbar selbstverständliche Themen (z.B. wie finde ich heraus, welche Stakeholder für mich relevant sind?) werden systematisch und praxisorientiert anhand von gut verständlichem Text und anschaulichen Grafiken aufbereitet. Auch für schon erfahrenere Online-PR-Fuzzies hält das Buch noch einige nützliche Tipps bereit.

Ich werde dieses Buch bei meinem nächsten Online-PR-Seminar an der FH Köln als Grundlage nehmen.

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Weitere Informationen

Medienwandel mal plastisch

1. Juli 2009 · von Carina Waldhoff · 1 Minute Lesedauer · 3 Kommentare

Schöne Darstellung zu Veränderungen und Phasen in der jüngeren Mediengeschichte – gefunden bei Steve Rubel.

Lustig fand ich übrigens, dass er parallel zu meiner gestrigen leicht schiefen Real Life/Social Media-Allegorie ebenfalls ein Zitat bringt, das Social Media Consulting als eine Form von Coaching definiert – „Social media consultants are this year’s life coach“ – und sich da jemanden mit etwas weiterem Horizont wünscht. Volle Zustimmung.

Impressionen von der Creative Commons

17. Juni 2009 · von Carina Waldhoff · 4 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Ein Gastbeitrag von Lars Gräßer.

Und noch mehr Musik nach „Europa persönlich“, diesmal weniger besinnlich: Am 12. und 13. Juni hat die Creative Commons Cologne stattgefunden, die mit einer Konferenz- und einem Festivalprogramm aufwarten konnte – „für freie Musikultur“. Was irgendwie alternativlos daher kommt – wer ist schon für unfreie Musikkultur? – entpuppte sich dann als charmante Möglichkeit, in eine nicht mehr ganz neue, aber recht netzaffine Szene einzutauchen, die mehr zu bieten hat als elektronische Beats: Abseits ideologisch gefärbter Debatten („Aus seiner Sicht völlig richtig! Nur seine Sicht ist völlig falsch!“) konnten hierbei Probleme identifiziert werden, die möglicherweise ein größeres (Medien)Forum verdient hätten.

Dennoch: Die Lizenzierung unter CC empfiehlt sich eigentlich nur für Menschen, die noch kein Geld mit Musik oder kein Geld mehr mit Musik verdienen müssen. Sie stellt sich hier ganz anders dar, als im Bildungs- oder Softwarebereich, wo sie immer mehr Anhänger findet. Während die CC-Lizenzierungsmodelle auf den ersten Blick durch ihre Einfachheit überzeugen, die auch Nicht- Jurist(innen) anspricht, zeigen sich die CC-Lizenzierungsmodelle in der Praxis (der Musikverwertung) häufig als rigoros, starr und durch zahlreiche Grauzonen belastet, was bei ihrem Charme gerne mal übersehen wird: Was etwa ist eine kommerzielle Nutzung genau?
Bedeutet nicht-kommerziell einfach nur kostenlos verfügbar und damit gut (und richtig)? Diese Fragen interessieren nicht nur Musikinteressierte, sondern auch all diejenigen, die etwa Compilations für Coffeshop-Ketten oder auch Automarken zusammen stellen (wollen), die dann zum kostenlosen Download angeboten werden, also etwa Menschen aus dem Kommunikationsbranche:
Willkommen in den Niederungen des Sound-Design. Und als es schließlich um digitale Selbstvermarktung ging, war man endgültig im interaktiven Web angekommen. Und hier konnten selbst Profis noch etwas dazu lernen, etwa im Bereich der Widgets, auch wenn es dabei teils recht hemdsärmelig zuging.

Langfristig stellt sich dann allerdings die Frage, ob sich die Katze nicht wieder in den Schwanz beißt. Denn wie sollen die nicht-kommerziellen Märkte aussehen, auf denen sich professionell vermarktet wird? Welche Geschäftsmodelle können in der Zukunft funktionieren, abseits der Marktmodelle, die wir kennen? Egal wie interessant die Ideen waren, die die Musiker etwa im Rahmen des Schlusspanels „Brauchen Künstler Geld?“ artikulierten, die Antwort lautete unisono: Ja! Und das wird immer schwerer zu verdienen, seit sich die Musik vom Tonträger emanzipiert hat. Sie ist immer leichter zu verbreiten -durch Kopie und P2P-Netzwerke- und zu produzieren, was zu immer mehr Veröffentlichungen führt. Und beides führt wohl dazu, dass immer weniger Menschen bereit sind, für Musik zu zahlen oder zumindest den von der Musikindustrie verlangten Preis. Ob die CC-Lizenzierung hier eine tragfähige Anwort bietet?

Gerade versucht man ja das beginnende Sommerloch mit der Idee der einer Kulturflatrate zu füllen. Ob das die Lösung ist?

Whitepaper: Mobile Analytics

16. Juni 2009 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Web Analytics ist ein Thema, bei dem es laufend neue Entwicklungen gibt und bei dem viele Unternehmen noch weit hinter dem Gebotenen und dem Möglichen hinterherhinken. Bei zunehmender Mobile Internet-Nutzung stellt sich natürlich die Frage nach Mobile Analytics. Zwar gibt es bei Tools wie Google Analytics und etracker eigene Funktionen zum Messen mobiler Nutzung, aber insgesamt stehen wir hier doch noch sehr am Start, insbesondere, was das Kampagnentracking angeht.

Ein sehr (!) lesbares Whitepaper dazu hat nun der Web Analytics-Anbieter Nedstat vorgelegt, in dem mit Vorurteilen zum Thema (z.B. „Mobile Analytics ist ungenau“) aufgeräumt wird. Mitverfasst hat das Whitepaper niemand Geringeres als Eric T.Peterson, Autor von „Web Site measurement hacks“ und Mitdenker zum Thema Social Media Measurement.

Das Whitepaper kann gegen Registrierung kostenlos downgeloadet werden.

Hinweis gefunden bei ibusiness.de.