Stakeholder-Einfluss messen: Ein Ansatz
7. Januar 2006 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner Einen interessanten Ansatz, den Einfluss von Stakeholdern auf Themen, Marken, etc. zu messen, hat das britische Beratungsunternehmen Onalytica erarbeitet. Onalytica ist spezialisiert auf soziologische Netzwerkanalysen und hat dazu ein eigenes Set von Tools entwickelt: Die Grundidee wurde übernommen von den Zitationsindizes, die man aus dem akademischen Bereich kennt. Kurz zusammengefasst besagen diese, dass diejenigen Wissenschaftler, die häufig zitiert werden, gleichzeitig die Einflussreicheren sind. Übertragen auf den nicht-akademischen Bereich wären also die häufiger zu einem Thema zitierten Stakeholder (z.B. Medien, einzelne Personen, NGOs, Mitarbeiter, Weblogs), die mit dem meisten Einfluss. Onalytica wertet bei der Stakeholder-Analyse Internetquellen aus, was den ganzen Prozess erst handhabbar macht: Mittels eines Webcrawlers werden Keywörter, Zitate und Links von unterschiedlichsten Quellen erfasst und damit einer statistischen Analyse zugänglich gemacht. Das Ergebnis:
- Stakeholder (von denen man vielleicht noch gar nichts gewusst hat) werden identifiziert
- Deren Einfluss quantifiziert
- Beziehungen zwischen den Diskussionsteilnehmern werden mittels einer „Network Map“ visualisiert
So ergeben sich im Ergebnis neue Ansatzpunkte für die Kommunikationsarbeit: Auf welche Stakeholder konzentriere ich meine Ressourcen? Welche Stakeholder muss ich besonders intensiv beobachten? Etc. Sicherlich ist die Methode nicht unkritisch: Auch die sog. Zitationsindizes sind ja nicht unumstritten. Auf der anderen Seite gibt es kaum Alternativen und die Methode ist immer noch valider als die damit konkurrierenden subjektiven (und unvollständigen) Einschätzungen von Kommunikationspraktikern darüber, wer nun wichtig / unwichtig bzw. beobachtenswert/nicht beobachtenwert ist. Einige weiterführende Links zum Ansatz:
- Das Blog von Onalytica
- Das Whitepaper „Measuring the influence of stakeholders on an issue, cause, brand, institution, or company. “ (PDF; 1,1MB)
- Ein sehr interessantes Anwendungsbeispiel: Auf billinfluence dokumentiert Onalytica, welche Stakeholder Gesetzgebungsverfahren in Großbritannien beeinflussen.
Blogging is in!
6. Januar 2006 · von Frederik Bernard · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Frederik Bernard | FBKB
Und weil das so ist und täglich neue Blogs in unsere Cyberwelt hinzukommen, haben sich Tanja Kreitschmann und Johnny Haeusle (letzterer bekannt durch seine Aktivitäten u.a. bei Radio Fritz und dem Chaosradio vom CCC) dazu entschlossen, einen Online-Verlag für Blogs aufzumachen. Spreeblick heißt das Unternehmen und beschäftigt sich ausschließlich mit der Konzeption und Betreuung von Weblog-Angeboten sowie deren Vermarktung. Insbesondere um die Vermarktung wollen sich die beiden kümmern, um neue Konzepte und Ideen – jenseits der „schnöden Banner“ (so Kreitschmann in einem Interview in der aktuellen Ausgabe 02.2006 der page, Seite 45). Na denn – wir drücken die Daumen.
Buchtipp: Web Metrics von Jim Sterne
22. Dezember 2005 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Kurzverdikt: Lesenswert
Ich frage mich immer wieder, ob man im Kommunikationsbereich mit Onlineevaluation überhaupt Geld verdienen kann: ich meine nicht E-business, sondern mit der Evaluation von Corporate Websites, Online Media Relations, Themenkampagnen, etc.. Wenigstens etwas Argumentationsfutter liefert Jim Sterne in seinem Buch „Web Analytics – Proven Methods for measuring web site success“.
Jim Sterne geht darin eher am Rande auf die technischen Methoden von Web Analytics, sagen wir mal Logfileanalysen, Pixelmethoden oder Session tracking ein, sondern auf die Bereiche, die sich messen lassen. Er liefert dazu jede Menge guter Linktipps (ich habe es überprüft), Argumente und Fallbeispiele. Besonders interessant fand ich insbesondere, wie man den Wert von Content und den entsprechenden Downloads kalkulieren oder den Wert von Servicefeatures messen kann.
An manchen Stellen tauchen dann – für mich neue – Kennziffern auf, die mir ebenfalls nützlich erscheinen: Kannten Sie z.B. die Kennziffer „Focus“ (im Prinzip eine Kennziffer, die die Fokussierung der Nutzung auf einen bestimmten Contentbereich beschreibt) oder den „Freshness Factor“ (die die Nutzung von Contentbereichen in ein Verhältnis zum Pflegeaufwand setzt)?
Viele andere Kennziffern, die ich mir in einem solchen Buch übersichtlich zusammengefasst gewünscht hätte, sind dagegen leider nicht drin. Und das bei 430 Seiten: Wie so viele amerikanische Fachbücher hätte das Buch bei gleichem Informationsgehalt gerne halb so dick sein können.
Sprache: Englisch
Broschiert – 430 Seiten – John Wiley & Sons
Erscheinungsdatum: Juni 2002
Auflage: 1
ISBN: 0471220728
Customer Involvement: Consumer generated content ist (trotzdem) wichtig
8. Dezember 2005 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Dem unsäglichen Hamburger Landgerichts-Urteil zum Trotz:
Gleich an mehreren Stellen in der Blogosphere machen Studien die Runde, die belegen, wie wichtig „Consumer-generated media“ (CGM) und Blogs für die Meinungsbildung über Unternehmen und Produkte sind:
- Intelliseek-Studie meldet in einer Pressemitteilung die Studie „2005 Consumer-Generated Media (CGM) and Engagement Study“ (Habe ich gefunden bei ConnectedMarketing.de). Die Kernaussage ist, dass CGM in den USA einen stärkeren Einfluss auf Kaufentscheidungen hat als die traditionelle Werbung.
- In das selbe Horn stösst Intelliseek mit einem weiteren Beitrag, in dem die rasant wachsende Bedeutung von wikipedia als Bezugsmedium im Web herausgehoben wird: „Wikipedia Sees Dramatic Increase in Online Buzz Value, Says Intelliseek’s BlogPulse.Com“
- „Bedeutung von Weblogs und Online-Foren für Unternehmen und Produkte nimmt drastisch zu“ von Consline, einer Münchener Kommunikationsberatung. Neben der Pressemitteilung, die stark Eigen-PR-lastig ist, gibt es dort nicht viel Substanzielles zu lesen. Hier muss man hoffen, dass es dort bald mehr zu lesen gibt.
Verwandte Beiträge dazu:
>>Keine Zeit für den Austausch – Schwierigkeiten beim Stakeholder Involvement
>>Consumer generated content und Brand Democratisation
>>Listening to Online Word-of-Mouth
Das Ende von „Consumer generated content“ in Deutschland?
6. Dezember 2005 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · 1 Kommentar
Autor: Jörg Hoewner
ibusiness meldet „Gericht nimmt Website-Betreiber für Forum-Beiträge in die Haftung“: Demnach hat das Landgericht Hamburg in einem Urteil entschieden, dass Forumbetreiber für im Forum gemachte Beiträge haftbar gemacht werden können, auch, wenn Sie von eventuell rechtswidrigen Beiträgen nicht informiert worden sind. Im Klartext: Die Forumbetreiber werden angehalten, sämtliche Beiträge zu überwachen.
Bedenkt man, dass einige Foren teilweise 100.000de von Beiträgen beinhalten, ist das für viele Betreiber aufwandtechnisch gar nicht machbar. Sollte das Urteil in höheren Instanzen Bestand haben, wäre das wahrscheinlich das Ende von vielen Gästebüchern, Foren oder anderem User generated content. Was soll aus Support-Foren werden? Darauf aufbauenden Geschäftsmodellen?
Auswandern?
Verwandte Beiträge dazu:
>>Consumer generated content und Brand Democratisation
