Buchtipp: Web Metrics von Jim Sterne
22. Dezember 2005 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Kurzverdikt: Lesenswert
Ich frage mich immer wieder, ob man im Kommunikationsbereich mit Onlineevaluation überhaupt Geld verdienen kann: ich meine nicht E-business, sondern mit der Evaluation von Corporate Websites, Online Media Relations, Themenkampagnen, etc.. Wenigstens etwas Argumentationsfutter liefert Jim Sterne in seinem Buch „Web Analytics – Proven Methods for measuring web site success“.
Jim Sterne geht darin eher am Rande auf die technischen Methoden von Web Analytics, sagen wir mal Logfileanalysen, Pixelmethoden oder Session tracking ein, sondern auf die Bereiche, die sich messen lassen. Er liefert dazu jede Menge guter Linktipps (ich habe es überprüft), Argumente und Fallbeispiele. Besonders interessant fand ich insbesondere, wie man den Wert von Content und den entsprechenden Downloads kalkulieren oder den Wert von Servicefeatures messen kann.
An manchen Stellen tauchen dann – für mich neue – Kennziffern auf, die mir ebenfalls nützlich erscheinen: Kannten Sie z.B. die Kennziffer „Focus“ (im Prinzip eine Kennziffer, die die Fokussierung der Nutzung auf einen bestimmten Contentbereich beschreibt) oder den „Freshness Factor“ (die die Nutzung von Contentbereichen in ein Verhältnis zum Pflegeaufwand setzt)?
Viele andere Kennziffern, die ich mir in einem solchen Buch übersichtlich zusammengefasst gewünscht hätte, sind dagegen leider nicht drin. Und das bei 430 Seiten: Wie so viele amerikanische Fachbücher hätte das Buch bei gleichem Informationsgehalt gerne halb so dick sein können.
Sprache: Englisch
Broschiert – 430 Seiten – John Wiley & Sons
Erscheinungsdatum: Juni 2002
Auflage: 1
ISBN: 0471220728
Customer Involvement: Consumer generated content ist (trotzdem) wichtig
8. Dezember 2005 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Dem unsäglichen Hamburger Landgerichts-Urteil zum Trotz:
Gleich an mehreren Stellen in der Blogosphere machen Studien die Runde, die belegen, wie wichtig „Consumer-generated media“ (CGM) und Blogs für die Meinungsbildung über Unternehmen und Produkte sind:
- Intelliseek-Studie meldet in einer Pressemitteilung die Studie „2005 Consumer-Generated Media (CGM) and Engagement Study“ (Habe ich gefunden bei ConnectedMarketing.de). Die Kernaussage ist, dass CGM in den USA einen stärkeren Einfluss auf Kaufentscheidungen hat als die traditionelle Werbung.
- In das selbe Horn stösst Intelliseek mit einem weiteren Beitrag, in dem die rasant wachsende Bedeutung von wikipedia als Bezugsmedium im Web herausgehoben wird: „Wikipedia Sees Dramatic Increase in Online Buzz Value, Says Intelliseek’s BlogPulse.Com“
- „Bedeutung von Weblogs und Online-Foren für Unternehmen und Produkte nimmt drastisch zu“ von Consline, einer Münchener Kommunikationsberatung. Neben der Pressemitteilung, die stark Eigen-PR-lastig ist, gibt es dort nicht viel Substanzielles zu lesen. Hier muss man hoffen, dass es dort bald mehr zu lesen gibt.
Verwandte Beiträge dazu:
>>Keine Zeit für den Austausch – Schwierigkeiten beim Stakeholder Involvement
>>Consumer generated content und Brand Democratisation
>>Listening to Online Word-of-Mouth
Das Ende von „Consumer generated content“ in Deutschland?
6. Dezember 2005 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · 1 Kommentar
Autor: Jörg Hoewner
ibusiness meldet „Gericht nimmt Website-Betreiber für Forum-Beiträge in die Haftung“: Demnach hat das Landgericht Hamburg in einem Urteil entschieden, dass Forumbetreiber für im Forum gemachte Beiträge haftbar gemacht werden können, auch, wenn Sie von eventuell rechtswidrigen Beiträgen nicht informiert worden sind. Im Klartext: Die Forumbetreiber werden angehalten, sämtliche Beiträge zu überwachen.
Bedenkt man, dass einige Foren teilweise 100.000de von Beiträgen beinhalten, ist das für viele Betreiber aufwandtechnisch gar nicht machbar. Sollte das Urteil in höheren Instanzen Bestand haben, wäre das wahrscheinlich das Ende von vielen Gästebüchern, Foren oder anderem User generated content. Was soll aus Support-Foren werden? Darauf aufbauenden Geschäftsmodellen?
Auswandern?
Verwandte Beiträge dazu:
>>Consumer generated content und Brand Democratisation
ibusiness.de: Interaktive Trends 2006
3. Dezember 2005 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
ibusiness berichtet in seiner aktuellen Executive Summary über die Trends 2006 in der „digitalen Wirtschaft“.
Diese sind:
- Trend 1: Online-Branding
- Trend 2: Social Software
- Trend 3: Individualisierbare Produkte
- Trend 4: Neugründungen von Internet-Startups und Multimedia-Unternehmen
- Trend 5: Geo-Marketing
- Trend 6: Handy-TV
Zu jedem einzelnen Trend gibt es auf ibusiness.de (und im dazugehörigen Print-Newsletter) einen vertiefenden Artikel – allerdings nur für Abonnenten. Für Leute, die beruflich in der digitalen Wirtschaft unterwegs sind, lohnt sich ein solches Abo auf jeden Fall – nirgendwo sonst findet man im deutschsprachigen Raum so viel Insiderwissen gebündet, wie bei Joachim Graf und seinem Team.
Hin und lesen!
Verwandte Beiträge dazu:
>>Geobasierte Kommunikation?
>>Marketingtrends 2010
Motor für profitables Wachstum
10. November 2005 · von Jörg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Vorgestern habe ich mir die „absatzwirtschaft“-Sonderausgabe zum deutschen Marketing-Tag 2006 beschafft. Im Blick (beim Durchblättern im Buchladen) hatte ich vor allem zwei Beiträge: „Drei Schritte zum ROI“ (es geht um den Marketing-ROI) von McKinsey und „What´s“ next? Welche Trends die Kommunikation demnächst prägen“. Ich hätte intensiver blättern sollen – vor dem Kauf. Denn die mich interessierenden Artikel enthielten wenig von Substanz. Die Kurzfassungen:
Kurzfassung 1: Drei Schritte zum ROI: Budgettransparenz herstellen, Sicherstellung effektiver / effizienter Budgetverwendung, Konsequente Umsetzung….
— Mir ist bewusst, dass die Implementierung von Marketingcontrolling wesentlich komplexer und schwieriger ist als man es auf wenigen Seiten darstellen kann. Allein, um mir ein McKi („Mäcki“)-Beitrag von geringer Praxis- und Theorierelevanz durchzulesen, bezahle ich nicht gerne 11,50 EUR. Die gibt es kostenlos on line. Und sind umfangreicher. MCKinsey Quarterly ist ja eigentlich auch ganz cool. Aber die Grafik habt Ihr Euch schön ausgedacht, die ist schon beeindruckend.
Kurzfassung 2: Welche Trends die Kommunikation demnächst prägen? Werbung schrumpft. Fernsehen steht „unter enormen Druck“. HDTV ist wichtig. Der demografische Wandel hat Folgen für die Medien.
That´s next? Nothing more?
Aber die Anschaffung hat sich dann doch gelohnt: Im Heft interessant war für mich vor allem der Artikel „CEOs nehmen das Marketing in die Pflicht“ (Autor: Dr. Wendelin Müller von Droege & Comp), weil darin über eine Studie von Droege & Comp berichtet wird, in der Erwartungen von CEOs an das Marketing und von Marketingverantwortlichen an das Marketing beleuchtet werden.
Die Ergebnisse haben es in sich: Denn in den meisten Fällen scheinen CEOs dem Marketing mehr Kompetenz, Einfluss im Hinblick auf Strategie, Produktentwicklung / Produktpolitik zugestehen zu wollen, als die Marketingverantwortlichen haben wollen. Wörtlich:
„Können wir von Unternehmensleitern, denen wir so gerne eine geringe Marketingaffinität zuschreiben, Erwartungen hinsichtlich eines integrierten Marketingmanagements erhoffen, wenn selbst der Marketer sich nur für eine Marketingfacette (gemeint ist die Kommunikation, Anm. d. Verf.) zuständig sieht?“
Das Ist eine rhetorische Frage, oder?