Webinar von Forrester und Socialtext zur „richtigen Enterprise2.0-Strategie“
11. März 2008 · von Joerg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner Das Webinar findet am Donnerstag abend um 20 Uhr MEZ statt. In der Veranstaltungsmail heißt es:
„Join us March 13th as Rob Koplowitz from Forrester Research reviews the developing Web 2.0 strategy and defines some policies and standards. He will also talk about the consolidation of wikis and Web 2.0 technologies in regards to consolidating the data to better harness the knowledge. He will cover the state of enterprise Web 2.0 markets and trends. He will share use-case examples of wikis and will cover some ROI metrics as well as discuss innovative licensing and distribution models (i.e. SaaS model) and extranet advantages. Koplowitz will talk about the integration between wikis, with other enterprise IT systems, i.e. SharePoint. Finally, Koplowitz will touch on risk management, mitigation, policy control and security implications. Jeff Brainard from Socialtext will give a brief overview of Socialtext and provide some key unique differentiators. He will also share about some customer use-cases and touch on some tips-n-tricks to a successful wiki adoption.“
Anmelden kann sich hier. Kostet nix. Hört sich jedenfalls spannend an!
Basistexte zu Social Software: Netzwerktheorie und ein bisschen Spieltheorie
7. März 2008 · von Joerg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Ich habe mich heute mal wieder bei Altmeister Howard Rheingold (rheingold.com) herumgetrieben und habe mich dabei auf dessen Lehrauftragsseite wiedergefunden – Rheingold gibt derzeit in Berkeley ein Seminar zum Thema „Virtual Communities/ Social Media“. Die Seite ist eine Fundgrube für Links/ Hinweise zu Texten, die sich mit grundlegenden Problemen von Social Software alias Web2.0 auseinandersetzen. Als besonders beachtenswert erschienen mir:
- Mark Granovetters „The Strength of weak ties: A network theory revisited“. Ein soziologischer Klassiker aus dem Jahre 1983, bei dem um die „schwachen Beziehungen“ zwischen Menschen bzw. Gruppen von Menschen geht. Jemand kennt jemanden, der jemanden kennt, etc.. Mithin das Konzept, auf dem unsere heiss geliebten Social Networks von Xing bis Facebook implizit basieren.
- Ein bisschen Spieltheorie und Soziale Dilemmata mit Peter Kollock:
- Social Dilemmas: The Anatomy of Cooperation“ von 1998.
- „The economies of online cooperation: Gifts and Public Goods in Cyberspace“ von 1999.
- In beiden Beiträgen geht um das Spannungfeld zwischen individueller und kollektiver Rationalität: Warum machen wir freiwillig bei Gruppenarbeiten wie Wikipedia mit, wo wir doch genauso gut trittbrettfahren könnten? Was motiviert uns, „etwas von uns zu geben“, wo es doch auf den ersten Blick rationaler wäre, egoistisch zu sein? Welche Strategien sind denkbar, um dem Public Goods Dilemma oder dem Commons Dilemma entgegenzuwirken?
- Und zuletzt Trebor Scholz´„A history of the Social Web“ von den Vorläufern bis in den Herbst 2007. Schön auch die Zeitleiste, die man sich als PDF herunterladen kann.
Zwei Collaboration-Tools: gnizr und DekiWiki
28. Februar 2008 · von Joerg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 1 Kommentar
Autor: Jörg Hoewner
Heute bin ich bei Recherchen auf zwei leistungsfähige Tools aufmerksam geworden, die sich beide durch sehr gute Features und eine einfache Bedienung auszeichnen:
- Beim OpenSource-Projekt gnizr handelt sich um eine Social Bookmarking-Anwendung, die sich via mash up um Placemarking (Geocodieren von Links auf Google Maps) erweitern lässt und bei der sich die Bookmarks in Form einer Clustermap und in einer Zeitleiste darstellen lassen.
Anwendungsmöglichkeiten:- Gemeinsames Bookmarken in Arbeitsgruppen oder Unternehmen.
- Automatischer Import von Suchergebnissen aus unterschiedlichen Onlinequellen, die via Yahoo Pipes gefiltert und hier abgespeichert werden.
- Das zweite Projekt ist das Wiki-Projekt DekiWiki von opengarden.org. Das Wiki bietet eine kinderleichte Bedienung (echtes WYSIWYG), ein einfaches Anhängen von Dateien aller Art, zahlreiche bunte Extensions, eine einfache Nutzerverwaltung und Anpassung an eigene CSS-Vorstellungen. In einer Basisversion ist das Produkt kostenlos nutzbar, wer mehr will: Gehostet zahlt man für ein Jahr inkl. 10 GB Speicher 99 US $. Eine schöne Alternative zum etwas umständlichen MediaWiki.
Bei beiden Anwendungen gibt es eine Kröte zu schlucken: Will man diese auf einem eigenen Server betreiben, kommt man mit 0815-Hostern a la 1und1 & Co, nicht weit: DekiWiki verlangt einen dezidierten Server und bei gnizr muss zusätzlich zu MySQL eine Apache Tomcat-Basis her.
Wahlkampf viral … dos und don’ts
21. Februar 2008 · von Carina Waldhoff · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autorin: Carina Waldhoff
Die ZEIT berichtet heute unter dem schönen Titel „Obama online, Ole offline“ anhand des Beispiels Hamburg über die großen Unterscheide zwischen Wahlkampf im Netz, die zwischen Deutschland und den USA vorherrschen: Hier eine Pflicht-Präsenz im Internet, die nicht viel mehr als den Wahlkampf-Flyer abbildet und von Interaktion mit dem umworbenen Wähler Lichtjahre entfernt ist, dort eine volle Ausschöpfung der Möglichkeiten im Social Web (jaja, richtig, die Kanzlerin ist ein bisschen weiter als ihr hanseatischer Parteifreund).
Mit welcher Verve sich besonders auch Prominente für ihre Favoriten ins Zeug legen, zeigt die enorme Resonanz auf das Musikvideo des Black Eyed Peas-Sängers Will.i.am „Yes we can“. Hier wird eine rhetorisch ohnehin geschickte Rede musikalisch und filmisch gekonnt in Szene gesetzt (die Schwarz-Weiß-Optik verstärkt zumindest bei mir direkt die Assoziation zu Martin Luther King’s „I have a dream“). Promi-Rummel hin oder her: Schwer vorstellbar, dass sich Hamburger Bands wie Kettcar oder Deichkind für den Change durch Michael Naumann an der Elbe hervortun, oder? An die nächsten Bundestags-Wahlen mag ich da gar nicht erst denken…;-)
Wohl zufällig auch heute nimmt Thomas Knüwer auf Indiskretion Ehrensache einen aber-sowas-von-verunglückten Versuch politisch-viralen Marketings der Hamburger FDP aufs Korn: Wer hat sich denn dabei bitte was gedacht? Bei aller Liebe zur gekonnten Selbstironie: Das ist ein Eigentor. Sky Dumont könnte sich auch nicht schlechter verkaufen, wenn er tatsächlich Pornos synchronisieren würde; und Hinnerk Fork (eben jener FDP-Kandidat): Sicher, dass nicht eher die Linke als Ihre eigene Partei diesen Spot beauftragt hat?
Kleiner Nachtrag: Ethority hat den Hamburger Wahlkampf im Web 2.0 genau unter die Lupe genommen – so sieht’s aus…
Vertrauen global: Edelman Trust Barometer 2008
19. Februar 2008 · von Carina Waldhoff · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autorin: Carina Waldhoff
Bereits Ende Januar wurde der neunte Edelman Trust Barometer veröffentlicht. Interessant bei dieser weltweit angelegten Studie: Die Konzentration auf die Zielgruppe „Opinion Leaders“ und die erstmalige Aufnahme einer jüngeren Zielgruppe (25-34-Jährige zusätzlich zu den bisher üblichen 35-64-Jährigen). Edelman selbst stellt auf seinen Seiten Einiges an Analyse und Kommentar zusammen, u.a. einen Blog-Beitrag von Richard Edelman und ein Interview mit dem Europa-Chef, David Brain. In diesem n-tv Interview geht’s hauptsächlich um Differenzierungsmerkmale der deutschen Aussagen – kurz zusammengefasst: Die Deutschen trauen ihrer Regierung am wenigsten im innereuropäischen Vergleich (einzige Ausnahme: Polen; in Frankreich und Italien sind die Vertrauenswerte besser…), Unternehmen mit deutschen Headquarters genießen aber nach wie vor international einen enormen Vertrauensvorschuss.
Dann wäre da noch der Europa-typische Glaubwürdigkeitsbonus für „persons like me“, der scheinbar unterschiedlich definiert ist (auch im Edelman-Blog PR 2.0 diskutiert) – in Deutschland besonders stark über „gemeinsame Interessen“.
Interessant ist, wer welchen Medien wie sehr vertraut – dafür, dass „Peers“ und „Word of Mouth“ wenig überraschend die glaubwürdigsten Quellen darstellen, gelten die am häufigsten genutzen, „klassischen“ Medien (TV, Wirtschafts- und Tageszeitungen) als enorm glaubwürdig. Blogs und Social Networks, die ich dagegen als deutlich stärker „gefühlte Peers“ sehen würde, fallen in den Vertrauenswerten dramatisch ab – Blogger und Entertainer liegen gleichauf weit hinten. Heißt das, dass gerade die „Meinungseliten“ Social Media eher als unprofessionelle Unterhaltung denn als ernstzunehmende Informationsquelle ansehen? Scheinbar ja; aber hier – so orakel ich mal für die Studeinergebnisse des kommenden Jahres – will wohl gut Ding noch ein bisschen Weile haben.
Nochmal interessante Landes-Spezifika: Die Deutschen misstrauen (wie die Briten) ihren Medien so wenig wie keine andere Bevölkerungsgruppe, auch bei den Unternehmen sind sie vergleichsweise misstrauisch. NGOs dagegen genießen einen hohen Glaubwürdigkeitsbonus – die Befragung fand allerdings vor der aktuellen Unicef-Krise statt; mal sehen, wie sich hier die Werte bis 2009 entwickeln…
Insgesamt eine wirklich lesenswerte Studie – 20 Seiten randvoll mit interessanten Erkenntnissen.