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Buchtipp: „Lean Content Marketing“ (2. Aufl. von Sascha Tobias v. Hirschfeld und Tanja Josche)

5. März 2018 · von Joerg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Untertitel: Praxis-Leitfaden für das B2B-Marketing

Vor drei Jahren haben wir an dieser Stelle die erste Auflage dieses Titels rezensiert und haben in diesem Zusammenhang viele Stärken aufgezählt und einige Kritikpunkte geäußert. Wie ist nun also die 2. Auflage gelungen? Zusammengefasst: Die Schwächen wurden ausgemerzt, die Stärken ausgebaut. So soll es sein. Wer einen Einstieg in das B2B Content Marketing sucht, ist mit diesem Buch richtig gut bedient. Es bearbeitet die wichtigsten Themen übersichtlich, umfassend und mit vielen Beispielen, Checklisten und tabellarischen Übersichten versehen. Es steckt einfach immens viel Wissen drin und man merkt, dass die Kollegen sich an vielen Stellen viele Gedanken darüber gemacht haben, wie man einen pragmatischen mit einem systematischen Ansatz zusammenführen kann. Daher das „Lean“ im Titel. Auf den ersten gut 60 Seiten wird eine grundlegende Einführung in Vorgehens- und Denkweise beim Content Marketing gegeben. Im Prinzip ist man hier schon gut bestückt. Dann geht es jedoch weiter in die Tiefe, denn geht es 80 Seiten noch mal um Content Produktion (Vorstellung einzelner Formate, deren Stärken und Schwächen und Tipps zur Umsetzung), dann noch mal 60 Seiten um die Vermarktung. Dabei werden Themen behandelt, die häufig zu selten beachtet werden, wie z.B. das Recycling von Content bzw. die Mehrfachverwertung, in dem man Inhalte neu zusammenstellt, in neue Formate gießt und vernetzt. Gut gefällt mir außerdem, dass auch brandaktuelle Themen wie Marketingautomatisierung, KI im Marketing, Unified Content-Architekturen oder Pair Writing angesprochen und hier zumindest ein kurzer Überblick gegeben wird. Die einzige Schwäche ist vielleicht, dass manche Themen eben nicht in der Tiefe behandelt werden. Dafür ist das Thema aber zu umfassend und komplex. Bei 300 Seiten muss man sich an der einen oder anderen Stelle eben beschränken. Für B2B-Kommunikatoren Pflichtlektüre. &nbsp

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Buchtipp: „Analysiere das Web!“ von Stefan Evertz

23. Dezember 2017 · von Joerg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Untertitel: Wie Sie Marketing und Kommunikation mit Social Media Monitoring verbessern

Kurzverdikt: Lesenswert

Eigentlich geht es in diesem Buch um das Thema, das im Untertitel genannt wird, über eine Einweisung in das Social Media Monitoring. Web Analytics, Search Analytics oder Social Media Analytics werden nur am Rande gestreift.

In Bezug auf Social Media Monitoring führt Evertz in den Handlungsrahmen von Monitoring bzw. Listening-Lösungen ein, über die Einbindung in Kommunikations- bzw. Marketingprozesse. Der meiste Umfang des Buches nehmen die mit Tool- bzw. Lösungsübersichten ein, das darauf folgende Kapitel „Praxis der Web-Analyse“ ist eher vergleichbar einem Stichwortverzeichnis zum Thema (Unterkapitel zu einzelnen Begriffen sind auch alphabetisch geordnet). In diesem Kapitel werden Methoden und Metriken erläutert, ebenso umfangreich Aufgabenfelder und Szenarien für das SoMe Monitoring.

Speziell der Teil zu den Aufgabenfeldern und Szenarien ist stark, weil er auf Themen eingeht, die viele bei der Beschäftigung mit Social Media Monitoring nicht auf dem Schirm haben, wie zum Beispiel der Einsatz in der Produktentwicklung oder der Eventkommunikation.

Insgesamt ist das Buch eher denen zu empfehlen, die sich neu mit dem Thema beschäftigen oder denen, die eine Art Nachschlagewerk suchen, in dem man sich ein paar Tipps suchen kann. Was mir fehlt, ist ein roter Faden und ein Deep Dive in das konkrete Arbeiten mit den Daten. Roter Faden, weil leicht der Eindruck entsteht, das es sich eher um eine – zugegebenermaßen umfangreiches und sortiertes – Zusammenstellung von Einzelbeiträgen (Blogbeiträgen) handelt. Dazu trägt bei, dass z.B. einzelne Abschnitte, wie die zur Datenvisualisierung beim Reporting, detailliert sind (da werden z.B. Scatterplots und Heatmaps erklärt), während der die Datenvisualisierung vorausgehende Schritt nur auf 2, 3 Seiten behandelt wird: Wie generiere ich aus den Daten Erkenntnisse, wie arbeite ich eigentlich mit den Daten? Das meine ich mit „Deep Dive“ und das, wo die meisten Anwender Probleme haben.

Das sind ein paar Auffälligkeiten, die sich mir aufgedrängt haben. Anderen mag das egal sein und das schmälert den Wert des Buches nicht: Wie gesagt, insgesamt empfehle ich es jedem, der sich mit dem Thema auseinandersetzen will.

 

 

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Buchtipp: „Digital Media & Society“ von Simon Lindgren

31. Oktober 2017 · von Joerg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Kurzverdikt: Lesenswert.

Simon Lindgrens Buch ist ein Lehrbuch zur Soziologie der Digitalen Medien, das einen nahezu umfassenden Überblick über relevante Schlüsselbegriffe, Konzepte, Theorien zu liefern versucht. Es hat eine stark europäisch orientierte Perspektive, d.h. die Betrachtung des Digitalen wird in einen soziologischen Kontext eingebettet, der die Allerheiligen der Soziologie, wie Weber, Durkheim, Simmel, Habermas, ebenso umfasst, wie die Philosophen wie Bourdieu oder Anthropologen wie Malinowski. Doch Lindgren kennt nicht nur die Europäer, sondern ist eben auch mit den Diskussionen in den USA, Kanada oder Japan vertraut.

Mir gefällt gut, dass er versucht, den Bogen zu spannen zwischen bekannten Konzepten und dem neuen Umfeld. Webers Begriff des Sozialen Handelns lässt sich z.B. auf digitale Akte wie dem „Liken“ oder dem „Sharen“ übertragen, hier gibt es aktuelle Ansätze, die den Weberschen Begriff weiterentwickeln.

An anderen Stellen schafft Lindgren es, gegensätzliche Perspektiven zusammenfassend gegenüberzustellen und Synthesen vorzuschlagen. Zum Beispiel bei Themen wie „Digital Citizenship“ oder „Digital Activism“: Hier kennen wir die positivistischen Erwartungen zur transparenten Echtzeit-Demokratie, an der jeder teilhaben kann. Die Diskussion um Filterblasen, Neue Rechte und Manipulation der politischen Willensbildung sind sozusagen der Gegenpol dazu.

Das Buch gliedert sich in vier Teile mit jeweils mehrere Kapiteln. In den ersten beiden Teilen geht es um Themen wie Digital Society, Social Media, Interaction and Identity, Digital Visuality, Citizenship, Power and Exploitation, Activism, Algorithms and Data. Im dritten Teil geht es vor allem um Ansätze zur Erforschung des Digitalen, mit einem sehr starken Fokus auf Digitale Ethnographie.

Im vierten Teil versucht Lindgren die vorher beleuchteten Themen in einer Theorie der Digitalen Medien und des Sozialen Wandels zu vereinigen. Wobei ich „Theorie“ als Begriff hier schon sehr ambitioniert finde. Auf zehn Seiten entwickelt Lindgren vielmehr ein Modell, wie Aspekte des Digitalen – Technologien und die darauf basierenden Möglichkeiten – in Bezug auf Ihre Wirkungen betrachtet werden können. Demnach gibt es drei dieser Wirkungen („Outcomes“), das sind „Digitally Analogue“ (Beispiel E-mail, im Kern wie Post, nur eben anders distribuiert), „Digitally Enhanced“ (Beispiel Online-Dating) und „Digitally Tranformative“ (Beispiel Trolling oder OpenSource-Produktion, also soziale Praktiken, die sich vor allem im Digitalen konstituieren).

Insgesamt für den theoretisch interessierten ein sehr lehrreiches Buch, das einen schnellen Überblick liefert, wenn man nicht die Zeit hat, all die Originalliteratur zu lesen. Für den Nicht-Theoretiker ebenfalls spannend, wenn man daran interessiert ist, aktuelle Diskussionen in einem größeren Kontext zu betrachten und bewerten zu wollen.

 

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Moderne Arbeitswelten: trivago im open space

15. August 2017 · von Verena Waldbröl · 6 Minuten Lesedauer · 1 Kommentar

Liebe zum Detail bei trivago

„Liebe zum Detail“ beschreibt die Büroräume von trivago ziemlich treffend. Wer dort ein Besprechungs-“Räumchen“ oder eine stille Ecke sucht, findet ein Kaminzimmer mit prasselndem DVD-Feuer, ein Stück Schwarzwald mit Tannenbäumen und Kuckucksuhr oder eine Strandbar mit sandfarbenem Teppich und Strandkörben. Aus manchem think tank, einer kleinen „Denkzelle“, so scheint es, hat sich Opa nur schnell verkrümelt, um seine Pfeife anzustecken. Weiterlesen →

Moderne Arbeitswelten: Flexibel bei Vodafone

9. August 2017 · von Verena Waldbröl · 6 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Vodafone Campus

Der Vodafone Campus war 2010-2012 die größte Baustelle Europas.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie verabreden ein Meeting mit Kollegen. Dann steigen Sie in ein Shuttle und fahren durch die halbe Stadt. Klingt kompliziert und unkommunikativ? Ist es auch.

Vodafone war bis 2012 mit sieben Standorten über ganz Düsseldorf verteilt. Natürlich gewachsen, aber nicht gerade ideal für das Telekommunikationsunternehmen. Deshalb eröffnete Vodafone die seinerzeit größte Baustelle Europas und schuf den Vodafone Campus – ein Areal mit drei Gebäudekomplexen, riesiger Kantine, zwei Kitas, Café und Fitnessstudio. Rein rechnerisch verkleinerte sich die Bürofläche damit um rund 40.000 Quadratmeter. Durch effiziente Raumnutzung kein Problem: Heute teilen sich rund 5.000 Mitarbeiter 4.600 feste und 3.200 flexible Arbeitsplätze. Weiterlesen →