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Pokémon Go – Türöffner für die Augmented Reality?

26. Juli 2016 · von Alexander Smolianitski · Keine Kommentare

Pokémon Go ist durchsetzungsstark. Das stellte ich anderthalb Wochen nach der Veröffentlichung fest: Meine Mutter installierte sich die App auf ihrem iPhone und verkündete: „In zwei Tagen habe ich mehr Pokémons als du.“ Keine Kunst: Sie ist mindestens vier bis fünf Tage die Woche unterwegs, quer durch die Republik.

Aber: Warum hat sie so viel Spaß an dieser App, obwohl sie bislang alle Augmented-Reality-Anwendungen mit Nichtachtung gestraft hat?

Wir schreiben das Jahr 2016 – das Jahr der neuen Realitäten, wie Medien und Unternehmen verkündet haben. Große Erwartungen gehen damit einher, doch keiner weiß so wirklich, wie man mit dieser neuen Technologie umgehen soll. Auf Messen und Kongressen legen Aussteller mehrere VR-Brillen an den Stand – vermutlich, um hip zu wirken. Doch jeder, der einmal Google Cardboard ausprobiert hat, weiß, dass die Ernüchterung bereits nach wenigen Minuten einsetzt: Man kann die Brille als Gimmick nutzen, allerdings nicht für viel mehr. Auch Augmented-Reality-Anwendungen, die eine scheinbar reale Welt erschaffen, existieren nur in ihrer Nische: Eine Anwendung mit tatsächlichem Mehrwert für die breite Masse konnte noch keiner präsentieren. Bis jetzt.

Pokémon Go: Bewegung der Jäger und Sammler

Erst mit Pokémon Go kennt jeder eine App, die virtuelle Wesen in der realen Welt verortet und Menschen auf die Straßen bringt. Oder in den Park – wie diese New Yorker hier, die einem „Vaporeon Monster“ hinterherstürzen:

Am Tag der Veröffentlichung warnte der ADAC vor zu starker Ablenkung durch das Jagd-Fieber. Tatsächlich hatte das Smartphone-Spiel innerhalb kürzester Zeit mehr tägliche Nutzer als Twitter und punktete mit einer längeren Verweildauer als Facebook.

Das Beste aus zwei Welten? Pokémon und Ingress

Die Spiel-Idee selbst ist nicht neu. Hinter Pokémon Go stehen die Entwickler von Ingress, einem ehemals internen Projekt von Google, das seit 2015 als eigenständiges Unternehmen firmiert. Bereits 2013, vor drei Jahren also, veröffentlichte man ein Augmented-Reality-Spiel mit ähnlichen Funktionen wie Pokémon Go: Zwei Teams lassen sich mittels einer gefärbten Google Map durch die Stadt leiten und beanspruchen öffentliche Räume für sich. Die Ingress-Community ist gut organisiert – und doch blieb die App ein Nischen-Spiel.

Erst der Retro-Faktor „Pokémon“ war möglicherweise die entscheidende Zutat, um aus dem bestehenden Spielkonzept einen Download-Hit zu machen. Dabei bleiben aber zahlreiche Features der Ingress-Welt erhalten:

  • Markierungen, die von der Ingress-Community in das Spiel eingebaut wurden, dienen heute als Pokestops.
  • Vom Funktionsumfang wurde das Spiel an die Story von Pokémon angepasst und vereinfacht.

Das Ergebnis ist ein Spiel, dass für die breite Masse geeignet ist. Zu den Zielgruppen gehören Kinder, die es auf den Smartphones ihrer Eltern spielen dürfen, Studenten, Geschäftsleute und sogar wenig spielaffine Menschen wie meine Mutter. Egal, ob man die App selbst schon installiert hat oder nicht: Man spricht darüber.

Pokémon Go hat unsere Hemmschwelle gegenüber Augmented-Reality-Anwendungen radikal gesenkt. Plötzlich können wir etwas mit diesem sperrigen Begriff anfangen und freuen uns über jedes Pokémon, dass wir gefangen haben – sei es an einem alten Kaiser-Denkmal oder am eigenen Arbeitsplatz.

Die Zukunft der Augmented Reality?

Wie kann Augmented Reality unseren Arbeitsalltag verändern?

In Zeiten von flexiblen Arbeitsplätzen und -zeiten sowie einer dadurch veränderten Kommunikation und Kollaboration zwischen Teams sollten wir darüber nachdenken, wie neue Technologien Prozesse vereinfachen. Google Translate hat beispielsweise eine noch wenig bekannte Übersetzungsfunktion: Man richte das Smartphone auf ein fremdsprachiges Schild und lese die Übersetzung in der Live-Ansicht. Übertragen auf Business-Zusammenhänge: Warum präsentieren wir unserem Gesprächspartner Inhalte nicht virtuell – während des Meetings, aber in der Smartphone-Ansicht? Warum zeigen wir Mitarbeitern die neuen Räume nicht in einer Vorschau-App?

Spielerische Prozesse geben uns die Möglichkeit, viel unvoreingenommener gegenüber neuen Technologien zu sein. In den kommenden Monaten werden neue AR-Apps auf den Markt kommen. Und dank Pokémon Go sind wir nun vielleicht eher bereit, diese auszuprobieren und in unseren Alltag zu integrieren. Auch wenn ich kein süchtiger Spieler von Pokémon Go bin, begeistert mich, wie präsent die App in unserem Alltag ist. Erst letztlich auf dem Weg zur Eisdiele kamen mir zwei Herren in maßgeschneiderten Anzügen entgegen – auf ihren Telefonen lief Pokémon Go.

Unternehmenskultur unter der Lupe: Warum eine Analyse im Change-Prozess Sinn macht

7. Juli 2016 · von Katrin Greven · Keine Kommentare

Kulturanalyse Change

Kulturanalyse Change

Wo früher nur Bilanzen gewälzt wurden, untersuchen heute selbst Unternehmensberater auch die vermeintlich „weichen“ Faktoren: So steht im Rahmen von M&A-Prozessen, also bei Fusionen und Übernahmen, seit einiger Zeit neben der klassischen Unternehmensprüfung – Due Diligence – auch immer öfter eine Cultural Due Diligence auf dem Plan. Die Frage hierbei: Sind die beteiligten Unternehmen überhaupt kulturell kompatibel? Um das herauszufinden, analysieren Berater zuerst die „Ist-Zustände“ auf beiden Seiten. Anhand der Ergebnisse werden im zweiten Schritt Transaktionschancen und -risiken ermittelt, sowie Empfehlungen für die kulturelle Integration entwickelt. Es gilt, potentielle Konfliktfelder, die aus einem „Clash of Cultures“ entstehen könnten, frühzeitig zu erkennen.

Vorausschauendes Konfliktmanagement

Doch nicht nur, wenn die ganz großen Räder des Change – wie im Rahmen von M&A-Prozessen – gedreht werden, macht eine Kulturanalyse Sinn. Auch wenn unternehmensintern Veränderung angestrebt wird, lohnt sich der Blick auf den Status Quo der gewachsenen Unternehmenskultur. Zum Beispiel, wenn eine zukunftsweisende Strategie eingeführt werden soll, ein Innovationsprozess angeschoben, ein Leitbild entwickelt – oder wenn eine neue Geschäftsführung einzieht. Wenn in Unternehmen grundlegende Strategiewechsel anstehen, steht immer die entscheidende Frage im Raum: Trägt die bestehende Kultur die neuen Ziele? Eine Kulturanalyse kann dies beantworten. Weiterlesen →

Tipp: 64 Lieblingslinks für Agenturmenschen

22. Juni 2016 · von Verena Waldbröl · Keine Kommentare

In einer Kommunikationsagentur wie K12 haben wir grundsätzlich alle dieselben Interessen: Wir wollen wissen, was sich in der Branche tut, wollen über Trends, Player und aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden bleiben. Wir sind aber nicht nur K12, sondern auch Redakteure, Kommunikationsberater, Grafik- und Webdesigner, Projektmanager, Social Media Manager und IT-Nerds. Wer uns in die Bookmarks und Postfächer schaut, kann sich stundenlang in spannende Online-Magazine vertiefen und hat sich am Ende einen recht guten Überblick über die Branche verschafft. Heute verraten wir unsere Lieblingslinks und -newsletter. Ergänzungen ausdrücklich erwünscht!

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Wir sind die Avantgarde! – Wie Intrapreneure als Pioniere im Unternehmen wirken

16. Juni 2016 · von Verena Waldbröl · 1 Kommentar

Wir sind die Avantgarde!

Verfasst von Frederik Bernard und Tim Volkmann

Intrapreneure bringen mit ihrem Unternehmergeist eine neue Dynamik in Unternehmen und sorgen für frischen Wind. Kein Wunder, dass jeder sie will. Aber wer sind diese Intrapreneure eigentlich? Was zeichnet sie aus? Und was braucht man, um Intrapreneur zu sein? Hier richten wir unseren den Blick auf die Unternehmer im Unternehmen.
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Social Media-Erfolgsmessung: Endlich brauchbares Modell aus Deutschland

25. Mai 2016 · von Joerg Hoewner · Keine Kommentare

Endlich hat der BVDW mit dem Leitfaden „Erfolgsmessung in Social Media“ und einer dazugehörigen Erfolgsmessungsmatrix einen brauchbaren und gut strukturierten Rahmen zur Erfolgsmessung von Kommunikation und Marketing in den Sozialen Medien vorgelegt.

Wie ich in meinem Whitepaper „Social Media Metrics“ schon erläutert habe, war dieser Punkt zumindest in Deutschland noch ein Blinder Fleck. Zwar hat eine „AG Social Media“ 2010 ein rudimentäres Modell vorgestellt, aber das war eben nur rudimentär, etwas akademisch und weiter hinter dem, was es schon seit 2009 in Großbritannien und den USA gibt bzw. gegeben hat (Beispiel IAB).

Gut am Ansatz der BVDW-Fokusgruppe Social Media ist dessen Anschlussfähigkeit an das Wirkungsstufenmodell aus der PR, das von DPRG und dem ICV (Internationaler Controller Verein) entwickelt wurde.

Gut ist auch, dass es dazu animiert, sich über konkrete, operationalisierbare Ziele seiner Social Media-Aktivitäten Gedanken zu machen. Also: Anschauen, nutzen.