K12

7 inspirierende Workshop- und Design Thinking-Ressourcen bzw. Tools

7. April 2015 · von Joerg Hoewner · Keine Kommentare

Die Szene rund um NGOs, Entwicklungshilfeorganisationen oder Organisationen, die sich mit sozialen Themen auseinandersetzen, ist glücklicherweise sehr umtriebig wenn es darum geht, in Entwicklungsprozesse Stakeholder methodisch einzubinden. Und mitteilungsfreudig sind sie auch – und so können wir uns über einen schönen Fundus von Downloads, Ebooks und Guides freuen, die auch in unternehmensbezogenen Prozessen nützlich sein können. Stichworte? Design Thinking, Moderations- und Workshopmethoden, Kreativitätsmethoden, etc, etc.. Hier:

Etwas spezieller, da monomethodisch unterwegs sind ist noch das Social Business Model Canvas. Viel Spaß beim Durchwühlen und Checken.

IT Change Prozesse erfolgreich meistern – mit professioneller kommunikativer Begleitung

1. April 2015 · von Katrin Greven · Keine Kommentare

IT Change Prozesse sind für Unternehmen eine echte Herausforderung. Wie reagieren Mitarbeiter auf eine bevorstehende IT-Umstellung? Welche Grundvoraussetzungen müssen erfüllt sein, dass Mitarbeiter die Veränderung mittragen und nicht blockieren? Wie sieht eine effektive kommunikative Prozessbegleitung aus? Welche Maßnahmen helfen bei der der Umstellung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der vorliegende Beitrag.

 

„Bitte nicht schon wieder. Jetzt hab ich mich grad ans alte System gewöhnt“, so laut Change Managern eine Standardreaktion von Mitarbeitern auf die Ankündigung einer Veränderung im Bereich IT. Egal, ob es sich um eine komplette Neueinführung, um eine Harmonisierung bestehender SAP Infrastrukturen oder um Updates handelt: Bei den wenigsten Betroffenen löst die Nachricht Freude aus. Da wird auch gerne mal vergessen, dass Ungereimtheiten im bestehenden IT-System schon lange nerven oder Arbeitsabläufe unnötig verkomplizieren. Man hat sich halt irgendwie arrangiert und Behelfslösungen tun es auch.

 

Veränderung bedeutet psychologischen Stress

Gerade ältere Mitarbeiter setzt allein der Gedanke an ein erneutes Einarbeiten in veränderte IT Strukturen unter massiven psychologischen Stress. Nicht jedes Gemüt strebt zudem nach stetigem Lernen, auch wenn sich ein Arbeitgeber das wünscht. Die Tendenz zur geistigen Trägheit bezeichnen Psychologen als „Status Quo bias“: Wir bleiben einem altem Muster selbst dann treu, wenn sie neue, bessere Optionen auftun.

Aber die Sorgen der Mitarbeiter gehen über den erwarteten zeitlichen und nervlichen Mehraufwand in der Einarbeitungsphase hinaus: Die Konsequenzen eines Software-Rollouts können auch Effizienzsteigerung und damit Einsparungspotenzial von Arbeitszeit und –kraft sein. Sprich: So mancher Mitarbeiter fürchtet, dass die neue IT ihn bald komplett ersetzen könnte. Über Rationalisierungseffekte freut sich zwar das Management, aber nicht der einzelne Mitarbeiter im betroffenen Segment. Guter Nährboden für die Gerüchteküche!

  • Es gilt, die Mitarbeiter im Prozess einzufangen, sie bestenfalls von Skeptikern zu aktiven Promotern der Sache zum machen, damit der IT Change erfolgreich ist.

Wir meinen, neben einem fähigen Change Management und der grundlegenden Bedingung, dass das neue System unter dem Strich wirklich besser ist, als das alte, braucht es zum Gelingen des Prozesses noch eine dritte wichtige Größe: Eine saubere kommunikative Begleitung des Prozesses. Was heißt das?

 

Notwendigkeit des IT Change Prozesses verständlich machen

Mitarbeiter müssen die Notwendigkeit der IT Veränderungen verstehen, um sie mitzutragen. Dafür muss das Management – da unterscheiden sich IT Change Prozesse nicht von anderen – drei zentrale Fragen beantworten können:

-      Warum „taugt“ das alte System nicht mehr oder nur noch bedingt?

-      Welche Vorteile und Perspektiven bringt das neue System?

-      Was bedeutet die Einführung konkret für den einzelnen Mitarbeiter?

Wir empfehlen in angemessenem Zeitfester vor der IT-Umstellung eine wohl dosierte, kommunikative Begleitung des Entwicklungsprozesses. Nicht jeder erfolgreiche Testlauf ist eine Nachricht wert. Nur wichtige Meilensteine sollten kommuniziert werden, um Mitarbeitern bewusst zu machen, dass die Implementierung bereits läuft und es nicht bei Aufnahme des Echtbetriebs zur Schockstarre kommt. Zudem können die Regelformate wie Mitarbeiterzeitschriften, Intranet und Newsletter bespielt werden. Auch interne Roadshows sind ein Weg, um Mitarbeiter frühzeitig in Kontakt mit der Materie zu bringen.

 

Kommunikationspeak kurz vor dem „Go Live“

Die Kommunikationstreibenden sollten sich folgender Prozesslogik bewusst sein: Laut erfahrenen Change Managern gibt es zunächst eine erstaunlich lange Zeitspanne, in der sich Mitarbeiter nicht weiter für den IT Change Prozess interessieren. Die Aufnahmebereitschaft ist begrenzt, solange sich der Mitarbeiter nicht aktiv mit dem neuen System konfrontiert sieht. Kurz vor dem Go Live schlägt dieser eher passive Zustand dann häufig in eine nervöse Stimmung um, in der sich alle plötzlich unzureichend informiert fühlen. Kommunikatoren müssen dann auf eine schlagartige Steigerung des Interesses vorbereitet sein.

 

Kommunikation operativer Facts statt Vermittlung diffuser Systemkenntnis

Dabei sollte nicht vergessen werden: Mitarbeiter interessieren sich grundsätzlich wenig für die reine Systemarchitektur. Auch die Darstellung übergeordneter Projektziele und die des betriebswirtschaftlichen Nutzens kann nur als flankierende Kommunikation gesehen werden.

  • Hauptaugenmerk muss auf der Kommunikation konkreter operativer Auswirkungen für den einzelnen Nutzer liegen.

Handfeste Antworten auf Fragen der Mitarbeiter müssen vorbereitet sein. Welche Auswirkungen hat die IT auf meinen konkreten Arbeits- und Verantwortungsbereich? Löst die neue IT bestehende Probleme oder schafft sie auch neue? Bei der Beantwortung sollte das neue System nicht glorifiziert werden: Eine realistische Einschätzung der Vorteile, aber auch eventueller Nachteile bewahrt vor späterer Demotivation und Zynismus.

 

Schulung von Multiplikatoren im IT Change Prozess

In der heißen Phase der IT-Einführung sind interne Multiplikatoren unabdingbar. Hierbei sollten kommunikative Mitarbeiter mit Interesse an IT-Themen gewählt werden, die unter Kollegen geschätzt sind. Sie sollten neben reiner Systemkenntnis mit den konkreten, durch das System unterstützten Arbeitsabläufen – vor und nach der Einführung – vertraut sein. Sie müssen besonders früh und intensiv mit den Neuerungen vertraut gemacht und kommunikativ geschult werden. Es gilt, vorab Q&As zu entwickeln und gemeinsame Sprachregelungen zu definieren. Nur so können Multiplikatoren zu glaubwürdigen Ansprechpartnern, Beratern und Ermutigern für Kollegen werden.

Multiplikatoren gehören entweder der zweiten Führungsebene an oder sind von dieser beauftragt. Sie sind emotional nah an den Mitarbeitern und deswegen besonders glaubwürdig. Natürlich muss auch die erste Führungsebene kommunikativ auf einer Linie sein: Eine einzige negative Bemerkung eines Top-Managers über die Sinnfälligkeit der IT-Umstellung kann verheerend sein, weil sie sich erfahrungsgemäß wie ein Lauffeuer verbreitet. Zu Beginn des kaskadischen Prozesses sollten Kernbotschaften definiert werden. Diese sind Basis aller begleitenden Kommunikationsmaßnahmen und sollten von jeder Führungskraft verinnerlicht werden.

 

Support Programme für Early Adopter und Zauderer

Für die eigentliche IT-Schulung der Mitarbeiter gibt es viele Möglichkeiten, on- wie offline. Von klassischen Schulungen bis hin zu Clickable Interactives im Intranet gibt es viele Wege des Wissenstransfers. Um für eine Mitarbeitergruppe die richtige Maßnahme zu wählen, sollte genau hingeschaut werden: Aufgeschlossene Early Adopter sind sicher eine gute Zielgruppe für eigenverantwortlich zu absolvierende Online-Schulungen. Zauderer oder ältere, für technische Neuerung nicht so offene Mitarbeiter, sollten eher in klassische Trainings eingebunden werden. Qualitative Stakeholder-Interviews können bereits zu Prozessbeginn Aufschluss darüber geben, welche Mitarbeiter welche Veränderungs- und Lernbereitschaft mitbringen und helfen, für sie passende Maßnahmen zu planen.

Gesundheitliche Aufklärung im Social Web

25. März 2015 · von Joerg Hoewner · 4 Kommentare

Pilotprojekt Social Media im Gesundheitswesen: Für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA untersuchten wir gemeinsam mit den Research-Spezialisten von ComX, wie sich das Social Web im Rahmen der gesundheitlichen Aufklärung nutzen lassen.

Ist die Social Community offen für eine staatliche Institution? Haben Botschaften der gesundheitlichen Aufklärung in Blogs, Foren und auf Facebook eine Chance? Trifft man hier Zielgruppen, die mit klassischen Maßnahmen schwer erreichbar sind? Die BZgAhat vor zwei Jahren ein Pilotprojekt angestoßen, um ihre digitalen Gesundheitsinformationen auf den Websites familienplanung.de und loveline.de systematisch mit Social-Media-Maßnahmen zu verknüpfen – und die Ergebnisse auszuwerten. Das 2014 beendete Projekt untersuchte Möglichkeiten, mit Zielgruppen in Kontakt zu kommen und sie inhaltlich zu beteiligen. Im Fokus stand die Frage, was Social Media für die gesundheitliche Aufklärung bedeuten kann.

Zielsetzung: gesundheitliche Aufklärung messen

Grundlegend für die Untersuchung war die Frage, ob Social Media-Nutzer Informationen der zentralen Websites loveline.de und familienplanung.de suchen und annehmen. In einem mehrstufigen Prozess prüften ComX und K12 daher, wie die Interventionsziele „Wissen weitergeben“ und „Verhalten beeinflussen“ erreicht wurden. Beispielsweise beobachteten wir den Traffic auf bestimmten Zielseiten, etwa die Suche nach Beratungsstellen der BZgA.

Auswahl: Die passenden Social-Media-Kanäle

Welche Sozialen Medien unterstützen die Angebote von loveline.de und familienplanung.de am besten? Für die Auswahl unter Google+, Instagram und Co. identifizierten ComX und K12 zunächst 22 Plattformen und Maßnahmen, die bei der Gesundheitsaufklärung eine Rolle spielen. Zum klassischen Desk Research gehörten die Analyse der Websites sowie das Screenings von Fachliteratur, Nutzungsstudien und Fachblogs. Aus dieser Gruppe stammen letztlich unsere Maßnahmen, die

  • rechtlich möglichst unbedenklich sind (minderjährige Zielgruppe!),
  • möglichst viele Nutzer erreichen,
  • Interaktionen fördern und
  • mit überschaubarem Zeit- und Personalaufwand durchzuführen sind.

Und diese Social-Media-Kanäle machten das Rennen:

Facebook/Facebook Ads: Seid ihr alle da?

Speziell für junge Leute ist Facebook das meistgenutzte soziale Medium. Klar, dass wir dort auch hinmussten. Loveline.de hatte bereits eine eigene Fanpage, die wir inhaltlich weiterentwickelten und die Reichweite mit prominenten Kooperationspartnern steigerten. familienplanung.de erhielt neu eine eigene Fanpage, die mit weiteren Maßnahmen verknüpft wurde: Kooperationen und ein „Badge“ – eine Art Facebook-Schwangerschafts-Siegel für schwangere Facebook-Nutzerinnen.

Kooperationen in Facebook: Prominente als Sprachrohr

Als Vermittler für die Zielgruppe von loveline.de konnten wir Sophie Jungblut (Germany’s Next Topmodel) und Mehrzad Marashi (DSDS) gewinnen. Die beiden Prominenten posteten auf ihren eigenen Fanpages zu Inhalten der loveline-Fanpage. Für Familienplanung.de setzten wir auf Angebote von Verlagen, beispielsweise NetMoms.

Foren: Kompetente Ansprechpartner antworten

Foren eignen sich besonders für Themen wie Liebe, Sexualität und Schwangerschaft: Nutzer diskutieren dort anonym, auf Augenhöhe und in Erwartung einer qualifizierten Antwort. In diese Welt klinkten wir uns mit Kooperationen und Foren-Webcare ein: So postete beispielsweise loveline.de in einer gesonderten Rubrik des Kooperationspartner www.planet-liebe.de Expertentipps. Loveline.de und familienplanung.de beantworteten in verschiedenen Foren Fragen der Nutzer – mit Hinweis auf Informationen, die bereits in den Web-Angeboten BZgA zu finden sind..

Blogger-Relations: Multiplikation der Inhalte

(Nicht-kommerzielle) Blogger sind Multiplikatoren und stehen auf der Glaubwürdigkeits-Skala ganz weit oben. ComX und K12 kontaktierten Bloggerinnen aus dem Bereich „Schwangerschaft“, um auf das Informationsmaterial der BZgA hinzuweisen.

Crowdsourcing: Mitmach-Aktionen für die Nutzer

Wir haben Nutzer gebeten, an den Inhalten einer Broschüre von loveline.de mitzuarbeiten. Beworben wurde die Plattform “lovecloud.loveline.de” über Facebook Ads, Posts auf der Fanpage und einen Button auf der Website.

Foursquare: Vor Ort dabei sein

Beim „Check-in“ auf Events für Jugendliche, wie der YOU (Berlin) und der Ruhr In Love (Oberhausen) erhielten Besucher einen „loveline-Tipp“ zum Umgang mit Dates und neuen Bekanntschaften.

Projektbegleitung: Metrics, Umfragen, Interviews

Und was hat das jetzt gebracht? Besonders wichtig war der BZgA die Auswertung der Maßnahmen. Comx führte daher insgesamt drei Online-Befragungen mit kontrollierten Testgruppen durch, die sich auch in telefonischen Nachinterviews äußern durften. Angesprochen waren Jugendliche – für loveline.de – und Schwangere – stellvertretend für die Zielgruppe von familienplanung.de.

Weitere Einblicke in den Umgang der Zielgruppe mit den Social-Media-Angeboten gewährten eine On-Site-Befragung über den gesamten Projektzeitraum und Intensivinterviews am Teststudio-PC. Außerdem werteten wir die Statistiken der zentralen Webseiten familienplanung.de und loveline.de aus, analysierten Foren-Beiträge, beobachteten die Facebook-Nutzung und dokumentierten die Reaktionen auf die interaktiven Angebote beim Crowdsourcing und auf Foursquare.

Ergebnisse: Social Media für gesundheitliche Aufklärung

Ob Facebook-Fanpages oder Foren: Die genutzten Social-Media-Kanäle leiteten die meisten Nutzer nicht unmittelbar auf die Websites loveline.de und familienplanung.de weiter. Sie steigerten aber den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz der Angebote in den Zielgruppen.

Hier einige Details:

  • Die Resonanz auf die Facebook-Posts blieb hinter den Erwartungen zurück. Wie sich in den Interviews und Befragungen zeigt, hängt dies mit der fehlenden Anonymität bei schambesetzten und sensiblen Themen (Sexualität, Schwangerschaft) zusammen.
  • Foren eignen sich wegen der größeren Anonymität besonders für schambesetzte Themen.
  • Die Reichweiten in den Foren sind zwar deutlich höher als die der Facebook-Maßnahmen, für mehr Besuche auf den Websites sorgte dies jedoch nicht.
  • Webcare: Die Nutzer nahmen die Antworten der Experten in den Foren als seriös und relevant wahr. Insbesondere gegenüber Jugendlichen empfiehlt es sich jedoch für eine „Autorität“ wie die BZgA, sich auf gesundheitliche Kernthemen zu beschränken.
  • Nach wie vor leiten vor allem klassische Offline(!)- und Online-Angebote der BZgA die Nutzer zu familienplanung.de und loveline.de weiter.
  • Absolut wichtigster (Online-)Zugangsweg zu beiden Websites ist Google; familienplanung.de erhält zudem viele Besucher von Wikipedia.
  • Die Prominenten-Kooperationen auf Facebook punkten mit einem besonders guten Kosten-Nutzen-Verhältnis.
  • Foursquare, Crowdsourcing und Blogger Relations waren im Pilotprojekt wenig geeignet, Inhalten zur gesundheitlichen Aufklärung mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Fazit:

Social Media eignet sich grundsätzlich, um auf Anliegen der gesundheitlichen Aufklärung aufmerksam zu machen. Das gilt vor allem, wenn sie „klassische“ Online-Maßnahmen wie Websites flankieren. Vom Thema selbst hängt dabei ab, welcher Kanal den größten Erfolg verspricht: Bei schambesetzten Themen hat sich beispielsweise die Anonymität der Foren bewährt.

Ebenfalls vom Thema und der Zielgruppe hängt ab, ob sich Social-Media-Maßnahmen wirklich „rechnen“. Je nach Zielsetzung können alternative Kanäle kosteneffizienter sein.

In sechs Schritten zum erfolgreichen White Paper

25. Februar 2015 · von Verena Waldbröl · 2 Kommentare

Was ist ein White Paper?

Um es kurz zu machen: White Papers sind Dokumente, die den Lesern komprimiertes und gut strukturiertes Expertenwissen vermitteln. Im Gegensatz zur klassischen Werbung oder zu Produktbroschüren enthalten sie keine „Kauf mich!“-Botschaften, sondern bieten den Lesern einen echten Mehrwert – und sind damit ein wesentlicher Bestandteil des Content-Marketing.

Deshalb lohnt es ich, White Papers anzubieten:
• Der Verfasser positioniert sich als Experte auf einem Gebiet, statt nur das eigene Produkt anzupreisen. Damit zahlt er auf die Glaubwürdigkeit des Unternehmensangebots ein.
• Langfristig steigert er damit seinen Bekanntheitsgrad, denn nützliche Inhalte werden gern geteilt.
Google rankt hochwertige Inhalte besser als Werbebotschaften.
• Kurzfristig kommt der Verfasser an Kontaktdaten von Interessenten (Leads), die ihr Daten im Austausch gegen den Download des White Papers preisgeben.

Klingt nach Arbeit? Das ist es. Ein hochwertiges White Paper schüttelt sich niemand aus dem Ärmel. Wir erklären Ihnen deshalb in sechs Schritten, wie Sie selbst ein erfolgreiches White Paper erstellen können.

1. Themenfindung: Inhalte mit Nutzwert schaffen

Ein White Paper ist kein Werbeprospekt. Die klassische journalistische Herangehensweise führt auch hier zum Erfolg: Der Autor sollte sich immer die Bedürfnisse des Empfängers vor Augen halten. Das heißt: Nicht das schreiben, was er loswerden will, sondern was den Leser interessiert.

White Papers enthalten zum Beispiel:
• Tipps & Tricks
• Detailinformationen
• Entscheidungshilfen
• Problemlösungen

Es kann nicht schaden, sich bei der Themenfindung in den eigenen Reihen umzuschauen: Mit welchen Themen kennen Sie sich besonders gut aus? Mit welchen Herausforderungen haben Sie zu kämpfen? Je näher an der Praxis, desto hilfreicher.

Beispiel: Fesseln Sie den Leser mit nützlichen Inhalten. Titel wie „Die 5 wichtigsten Erfolgsfaktoren für Content-Marketing“ oder „So optimieren Sie Ihre Datenqualität“ versprechen dem Leser einen Mehrwert und er wird Ihr White Paper – sofern Sie Ihr Versprechen halten – gern mit anderen teilen.

2. Zielgruppe: Wen möchten Sie erreichen?

Bevor Sie ein White Paper erstellen, sollten Sie wissen, wen Sie damit erreichen möchten. Definieren Sie Ihre Zielgruppe. Möglicherweise sind das Entscheider, also Geschäftsführer, Einkäufer und Projektleiter – allerdings laden diese selten selbst White Papers herunter. Oft überlassen Sie das Mitarbeitern, die die Einkaufsentscheidung für sie vorbereiten: Technikern und Ingenieuren, Kollegen aus dem Marketing oder IT-Experten.

Bei der Suche nach den richtigen Interessenten helfen nicht nur die eigenen Adressbestände, sondern mitunter auch Fachforen oder -zeitschriften.

3. Struktur: Machen Sie es dem Leser leicht

Es gibt keine verbindlichen Vorgaben für die Länge eines White Papers. Meist reichen fünf bis 15 Seiten, um ein Thema zu besprechen. Es ist sinnvoll, für jeden Aspekt ein eigenes White Paper zu erstellen. So bleibt der Text übersichtlich und es fällt leichter, ihn genau auf die Zielgruppe anzupassen.

Ein White Paper muss leicht zu überfliegen sein. Dabei helfen können:
• Aussagekräftige Zwischentitel
• Zusammenfassungen in der Marginalspalte
• Listen oder Aufzählungen

4. Inhalt: Verständlich schreiben

Ist die Zielgruppe klar, sollten Sie Inhalt, Sprache und Stil dementsprechend anpassen. Ingenieure sind eher an technischen Details interessiert, Manager an lösungsorientierten Inhalten.

Das hilft dem Leser beim Verständnis:
• Schreiben Sie möglichst konkret und auf den Punkt, ohne zu schwafeln.
• Der Text muss eingängig und leicht zu begreifen sein. Kein Fachchinesich!
• Grafiken können den Leser beim Aufnehmen der Inhalte unterstützen.

5. Qualität: Seien Sie ein Profi

Eine professionelle Aufbereitung des White Papers ist unabdingbar, denn schließlich wollen Sie Ihre Expertise unter Beweis stellen. Das gelingt nur glaubwürdig, wenn Sie einiges beachten:

• Liefern Sie gut recherchierte – das heißt belegbare – und qualitativ hochwertige Inhalte.
• Nennen Sie Quellen. In Fußnoten stören sie den Lesefluss nicht.
• Prüfen Sie Rechtschreibung, Grammatik und Formatierung genau.
• Lassen Sie den Text von einer zweiten Person gegenlesen.
• Vermeiden Sie schiefe Bilder und abgedroschene Phrasen.
• Lassen Sie, falls vorhanden, das White Paper von Ihrer Rechtsabteilung prüfen.

Beispiel: Phrasen wie „maßgeschneiderte Lösungen“, „in den Startlöchern stehen“ und „ein weiteres Highlight“ werden vor allem in Werbetexten gern verwendet, haben in White Papers aber nichts verloren.

6. Vermarktung: White Papers richtig nutzen

Bevor Sie starten, ist es sinnvoll, ein Team zu bilden: Darin legen Marketing-Mitarbeiter, Vertriebler, aber auch Budgetverantwortliche und Projektmanager gemeinsam Inhalte und den späteren Umgang mit Leads fest. Definieren Sie in einem Projektplan, welche Zielgruppe angesprochen werden soll, wer für welche Aufgaben verantwortlich ist und wie anschließend die Adressen ausgewertet werden. In der Planung besprechen Sie zum Beispiel auch, wie viele Leads der Vertrieb überhaupt abarbeiten kann.

Üblicherweise wird ein White Paper im PDF-Format zum Download angeboten. Dies hat den Vorteil, dass die meisten Nutzer das Dokument leicht öffnen, aber nicht verändern können. Eine Möglichkeit, Leads zu generieren, ist der kostenlose Download auf der eigenen Unternehmenswebsite gegen ein entsprechend ausgefülltes Formular. Wenn möglich, sollten Leser jedes White Paper über eine eigene Landingpage abrufen können. Eine Alternative ist die Verbreitung des White Papers über externe Plattformen, die allerdings oft kostenpflichtig sind.

Weisen Sie anschließend großzügig auf Ihr White Paper hin! Dafür nutzen Sie alle von Ihnen verwendeten Kanäle, zum Beispiel:
Blog: Im eigenen Blog können Sie das Thema des White Papers durch Interviews oder Zusatzinfos anreichern. Starten Sie beispielsweise eine ganze Serie und beleuchten Sie das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Verweisen Sie auch in anderen Artikeln auf das White Paper. Download-Link nicht vergessen!
E-Mail: Eigene Newsletter oder Mailings eignen sich gut, um (potenzielle) Kunden auf das neueste White Paper hinzuweisen. Etwas dezenter: Download-Link einfach in die E-Mail-Signatur integrieren.
Social-Media: Falls Sie Social-Media-Kanäle nutzen, streuen Sie die Info auch bei Facebook, Twitter und Co. Ein direkter Download-Link ist schnell mit den Freunden geteilt.
Fachpublikum: In Online-Fachforen können Sie Ihre Zielgruppen gezielt ansprechen. Bietet Ihr White Paper einen hohen Nutzwert für eine Zielgruppe, lohnt sich auch eine Mitteilung an die entsprechende Fachpresse.

So beworben, sollten sich bald Interessenten finden, die Ihr White Paper herunterladen möchten. Einmal hervorgebracht, müssen Leads allerdings schnell „weiterverarbeitet“ werden. Dabei kann es helfen, Sie zu priorisieren: Wichtige Interessenten sollten innerhalb weniger Tage nach dem Download kontaktiert werden.

Und jetzt?

Letztendlich heißt es dann, geduldig zu sein. Ein White Paper zu veröffentlichen bedeutet nicht, dass am nächsten Tag die Kunden Schlange stehen. Es bedeutet aber, dass sich der Autor als Experte einen Namen macht. Langfristig erhöht sich dadurch nicht nur die Quantität der Leads, sondern vor allem deren Qualität.

so.Me Analysis: Unser erweitertes Leistungsangebot im Bereich Social Media Analyse und -Evaluation

19. Februar 2015 · von Joerg Hoewner · Keine Kommentare

Seit unserer Gründung 2006 haben wir über 60 Kunden durch Social Media Audits, durch Beratung bei der Social Media-Evaluation, der Entwicklung von Social Media Metrics/Analytics und beim Monitoring unterstützt. Das Identifizieren von Influencern, von Ansatzpunkten für die Themenarbeit oder das Content Marketing oder über Trendanalysen: Wir haben das Wissen und wir haben die Werkzeuge dafür. 

Unser Angebot im Überblick (weitere Informationen dazu finden sich hier):

Social Media Audit, Analyse, Monitoring