K12

Kommunikation schafft Kultur – Ohne interne Kommunikation kein Employer Branding

17. Dezember 2014 · von Verena Waldbröl · 1 Kommentar

Wirtschafts-Studenten und angehenden Ingenieure sind sich einig: Audi ist auch 2014 ihr Top-Arbeitgeber. In der aktuellen Studie des Employer-Branding-Beratungsunternehmens Universum belegte der Automobilkonzern bereits im dritten Jahr in Folge den Spitzenplatz. Auch in einer Umfrage von FOCUS, Xing und kununu räumte das Unternehmen ab und gewann den „Bester Arbeitgeber Award“.

Der anhaltende Erfolg ist kein Hexenwerk, sondern Unternehmensstrategie. Ein Blick auf die Karrierewebsite „Arbeiten bei Audi“ lohnt: „Nur wer sich für das begeistert, was er tut, kann auch andere begeistern“, heißt es dort, und: „Dazu gehört bei Audi vor allem eine Kultur, die durch Transparenz, Austausch und ein offenes, faires Miteinander auf allen Hierarchieebenen geprägt ist.“

Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor

Audi ist ein schönes Beispiel dafür, wie viel eine gemeinsam gelebte Unternehmenskultur ausmachen kann. Sicher: Friede, Freude, Eierkuchen spült noch lang keinen Gewinn in die Kassen. Man sollte eine offene, faire und von allen unterstützte Kultur aber nicht unterschätzen. Denn wo sich Mitarbeiter wohlfühlen, arbeiten sie gern, produktiver und innovativer – und das wirkt sich letztendlich doch auf das Ergebnis aus.

Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des allgegenwärtigen Fachkräftemangels lohnt es sich, die eigene Unternehmenskultur kritisch zu hinterfragen. Denn attraktive Arbeitgeber binden ihre Mitarbeiter langfristig und sind interessant für High Potentials, die in Zukunft angeworben werden sollen.

Employer Branding heißt das Zauberwort. Dabei tritt der Arbeitgeber als Marke auf und vermittelt der Öffentlichkeit gezielt ein möglichst authentisches Bild von sich. Doch wer nach außen gut dastehen will, muss erst einmal in den eigenen Reihen anfangen: mit der internen Kommunikation.

Kommunikation schafft Transparenz

Gezielte interne Kommunikation beeinflusst und prägt die Kultur eines Unternehmens erheblich – weil sie Transparenz schafft und Austausch ermöglicht. Sie wird oft als interne Berichterstattung missverstanden, ist jedoch vielmehr ein wertvolles strategisches Instrument. Idealerweise folgt sie stets einem roten Faden und sorgt durch konsistente Inhalte für Transparenz und Orientierung.

Welche Kanäle ein Unternehmen nutzt, hängt mitunter von seiner Größe und Struktur ab. Die einen erreichen ihre Mitarbeiter besser durch ein Printmagazin oder eine Wandzeitung, die anderen bevorzugen Online-Newsletter und/oder ein eigenes Intranet. Wichtig ist nur, dass alle genutzten Kanäle inhaltlich und technisch miteinander vernetzt sind und stringent das gleiche Ziel verfolgen. So können beispielsweise Themen aus der Mitarbeiterzeitung in Diskussionen aufgegriffen oder im Intranet mit Specials vertieft werden. Damit keine Widersprüche entstehen, sind aber einige Grundregeln für die interne Kommunikation zu klären: Wer spricht zu welchem Thema? Welche Anlässe kann ich nutzen? Und: Wie kann ich Lernprozesse bei Mitarbeitern strukturieren?

Mitarbeiter als Markenbotschafter

Letztendlich ist jeder Mitarbeiter ein Markenbotschafter und ein starker Kommunikator. Ob gut oder schlecht: Die Kultur eines Unternehmens strahlt über die Mitarbeiter stark nach außen. Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie kununu haben dies längst erkannt. Hier haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, ihre (Ex-)Arbeitgeber anonym zu bewerten – ein interessantes Portal für mögliche Bewerber, die sich ein Bild vom Unternehmen machen wollen.

Doch wie macht man seine Mitarbeiter glücklich? Heute spielt vor allem bei jungen Hochschulabsolventen das Gehalt nicht mehr die größte Rolle. Die sogenannte „Generation Y“ sucht stattdessen Herausforderung, legt Wert auf Work-Life-Balance, gute Entwicklungschancen und ein innovatives, kollegiales Klima – übrigens rund um den Globus.

Die Personaler wissen das. Wie sie damit umgehen wollen, ist vielen Unternehmen jedoch noch nicht klar. Laut Personalmarketing-Report 2014 sieht jeder Dritte der 1.930 für die Studie befragten Personalverantwortlichen die Anspruchshaltung der zwischen 1984 und 1996 Geborenen als eine der größten Herausforderungen in den nächsten zwölf Monaten.

Interne Kommunikation ist Voraussetzung

So lassen sich Arbeitgeber viel einfallen, um ihre Mitarbeiter zufriedenzustellen – und damit an sich zu binden. Flexible Arbeitszeiten, Team-Events oder ein Sabbatjahr sind mittlerweile fast schon Standard. Bestenfalls dürfen die Mitarbeiter sogar Gehalt, Urlaubstage, Arbeitszeit und -ort selbst bestimmen oder einen Teil der Arbeitszeit eigenen Projekten widmen. Auch Audi hat sich auf die Ansprüche des Nachwuchses eingestellt: „Wir antworten auf diese Erwartungen, indem wir heute den Arbeitsplatz von morgen bieten: Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, der Möglichkeit für Teilzeit oder Telearbeit, Angeboten für eine flexible Kinderkurzzeitbetreuung oder beispielsweise mit regelmäßigen Personalentwicklungsgesprächen mit dem Vorgesetzten“, erklärte Rolf Hueber, Leiter Personal International, bereits 2013 im Audi-Blog.

Employer Branding ist also angekommen. Fast die Hälfte der im Personalmarketing-Report befragten Teilnehmer gibt an, Employer Branding habe eine sehr große oder große Bedeutung für ihre Firma. Fast drei Viertel sehen Employer Branding als wichtigsten aktuellen Trend im Personalmarketing. Jetzt heißt es: Am Ball bleiben. Eine für alle Mitarbeiter inspirierende Unternehmenskultur – die unabdingbar ist für eine positive Arbeitgebermarke – ist weder über Nacht erschaffen, noch ist sie ein Selbstläufer. Unternehmenskultur bedarf ständiger Pflege und ständiger Steuerung.

Hier kommt die interne Kommunikation ins Spiel, denn sie ist Voraussetzung für ein glaubwürdiges Employer Branding. Dabei haben die Führungskräfte eine wichtige kommunikative Rolle inne – intern wie extern. Kulturprägende Aspekte müssen bekannt sein. Audi macht’s vor.

Das Mitarbeitermagazin im Change-Prozess: Mission impossible?

26. November 2014 · von Katrin Greven · 1 Kommentar

Leider werden immer noch zu viele Mitarbeitermedien in Deutschland als Propagandaorgan der Unternehmensführung missbraucht. Es wird zwar in der Theorie davon gesprochen, dass die Mitarbeiter „abgeholt“ und „mitgenommen“ werden müssen – ganz besonders natürlich in Veränderungssituationen. Was genau das aber heißt, wie der hehre Anspruch in die Tat umgesetzt werden kann, spielt oft nur eine untergeordnete Rolle. Vor einigen Jahren durfte ich für ein im Change Prozess aufgesetztes Mitarbeitermagazin schreiben, das mich ins Epizentrum dieses Konflikts führte.

Schöne neue Welt

„Die Fusion der Abteilungen muss viel positiver dargestellt werden“, so damals die Reaktion aus der Unternehmenskommunikation auf meinen letzten Artikel. Wieder mal zu wenig Euphorie! Die Zusammenlegung der beiden Units hatte zwar Stellen gekostet. Das aber solle bitte unter den Tisch gekehrt werden bei der neuerlichen Überarbeitung. Oder zumindest dezent „versteckt“ – zwischen all den guten Nachrichten. Es sollten bitte die kostbaren Synergien und die schöne neue Welt gefeiert werden.

Stell Dir vor es ist Change und keiner geht hin

Nicht ganz so begeistert über die Abteilungsfusion war der Mitarbeiter, mit dem ich kurz vor dem Feedback-Gespräch mit der Unternehmenskommunikation telefoniert hatte. Mein Draht zur Basis berichtete, dass er die Arbeit eines abgefundenen Kollegen zusätzlich übernehmen muss. Außerdem vermisse er ihn auch persönlich, schließlich habe man eine ganze Weile „an der selben Front gekämpft“. Schon am Sprachbild war zu erkennen, dass es offenbar klar getrennte Mannschaften gab. Zum einen die Mitarbeiter, die sich ausgeliefert fühlten und zum anderen das Management, das den Prozess schlecht oder unzureichend kommunikativ begleitete. Weiterlesen →

Neu im Team: 10 Fragen an den K12-Zuwachs Katrin Greven

6. November 2014 · von Katrin Greven · Keine Kommentare

Katrin GrevenWas war vor K12?

Studium der Germanistik, Kommunikationswissenschaft und Anglistik, Praktika und freiberufliche Tätigkeit in PR und Fernsehen, danach ein paar Jahre PR-Beratung/ -Management in den Agenturen dieser Stadt

Wo liegt deine Superpower?

Alles unter einen Hut zu bekommen und nicht den Überblick zu verlieren. Wenn nix mehr hilft, eine große Portion Galgenhumor.

Wie lautet dein Masterplan?

Morgens gerne aufstehen und abends zufrieden ins Bett.

Was kannst Du gar nicht leiden?

Bullshit-Bingo, Profilneurotiker, Missgunst

Was machst du bei K12?

Beratende Redakteurin

Womit kann man Dich begeistern?

Gutes Essen, guter Wein, gute Bücher, gute Filme, Spaziergang an der See mit meinem Hund, Winter in den Bergen

Welche Figur aus der Muppetshow wärst du?

Ich sag nur Manah manah!

Du sitzt vor einem leeren Blatt Papier – Kampf oder Herausforderung?

Wenn es ein Kampf wäre hätte K12 die Falsche eingestellt!

 Welche Projekte magst Du am liebsten?

Geschichten entwickeln, die Menschen wirklich lesen wollen. Kluger Content ist und bleibt King!

Wann hast du gemerkt, dass dir kreative Arbeit liegt?

Schon als Kind. Meine Eltern erinnern gern an eine großflächige Spinatinstallation auf den Wänden unserer Wohnung. Beuys hätte dafür viel Geld bekommen.

Neu im Team: 10 Fragen an den K12-Zuwachs Verena Waldbröl

6. November 2014 · von Verena Waldbröl · Keine Kommentare

Neu in de Redaktion: Verena Was war vor K12?
Nach meinem Studium habe ich für ein Anzeigenblatt den Niederrhein aufgemischt, danach bin ich von Duisburg aus vier Jahre lang nach Köln zu einer Corporate Publishing Agentur gependelt. Print ist nämlich gar nicht tot.

Wo liegt deine Superpower?
Kompliziertes einfach ausdrücken.

Wie lautet dein Masterplan?
Wer nicht fragt bleibt dumm. Und zur Not schlau gucken.

Was kannst Du gar nicht leiden?
Frieren! Aber ich sitze ja direkt an der Heizung.

Was machst du bei K12?
Ich bin Redakteurin.

Womit kann man Dich begeistern?
Mit schlechten Witzen. Apropos: Was ist braun und sitzt hinter Gittern?*

Welche Figur aus der Muppetshow wärst du?
Wenn ich Husten habe, werde ich auch mal Tiny Tim genannt.

Du sitzt vor einem leeren Blatt Papier – Kampf oder Herausforderung?
Herausforderung. Ich bin selbst immer wieder fasziniert, dass aus einem Haufen konfuser Informationen ein schöner Text werden kann. Wenn ich allerdings mit der Hand schreiben muss: K(r)ampf!

Welche Projekte magst Du am liebsten?
Solche, bei denen ich Geschichten erzählen kann.

Wann hast du gemerkt, dass dir kreative Arbeit liegt?
Sobald ich schreiben konnte. Ich besitze noch ein Buch mit selbst geschriebenen Gruselgeschichten.

*Und was ist jetzt braun und sitzt hinter Gittern?
Ist doch klar: eine Knastanie!

Apps für Afrika: Die mobile Revolution auf dem Kontinent eröffnet neue Chancen für Prosperität und effiziente Entwicklungshilfe

3. Oktober 2014 · von Max Riemann · Keine Kommentare

Ständig klingelt irgendwo in Afrika ein Handy. Kein Wunder: 545 Millionen Menschen zwischen Kairo und Kapstadt konnten 2013 mit dem eigenen Mobile telefonieren. Mittlerweile dürften es noch einmal deutlich mehr sein, Schätzungen gehen von rund 600 Millionen Handybesitzern. Damit hat sich die Zahl der Nutzer nach Angaben der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) seit 2005 mehr als versechsfacht. Die Branche boomt, Netzbetreiber gehören vor allem im subsaharischen Afrika zu den profitabelsten Unternehmen. Mit einem Börsenwert von mehr als 20 Milliarden Euro ist die südafrikanische MTN Group der mobile Platzhirsch auf dem Schwarzen Kontinent. MTN ist Marktführer in neun afrikanischen Ländern, darunter Nigeria, Uganda, Ghana, Botswana und Kamerun, und mittlerweile auch im Iran aktiv.

Mit dem Handy telefoniert man – und macht Geschäfte

Handys sind Entwicklungsmotoren und helfen damit auch im Kampf gegen die Armut. Von der Weltbank veröffentliche Zahlen belegen, dass die mobile Revolution nicht nur der Branche selbst Nutzen bringt: Jedes weitere Handy pro 100 Menschen in einem Entwicklungsland sorgt für ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent-Punkten. In manchen Haushalten soll das monatliche Einkommen durch Smartphone und die ebenfalls immer beliebter werdenden Tablets um zehn bis 30 Prozent gestiegen sein. Die Gründe für den partiellen Wohlstand dürften auch mentalitätsbedingt sein: Das Handy wird im geschäftigen Afrika nicht nur zum Telefonieren benutzt – man macht Geschäfte damit.

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