K12 Lunch Sessions: Warum wir regelmäßig über Mental Health sprechen
20. November 2023 · von Verena Waldbröl · 6 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Seit zwei Jahren heißt es bei K12 regelmäßig: Mittagessen meets Mental Health. Dann kommen wir virtuell zur Lunch Session zusammen und besprechen Themen wie Konfliktmanagement, Stress erkennen und bewältigen, Warnsignale wahrnehmen und viele weitere. Moderator:innen und Impulsgeber:innen sind in dieser Stunde die Mitarbeitenden von NAP! Die Mission der jungen Mental Health Beratung ist es, mentale Gesundheit in Unternehmen langfristig zu stärken – durch bedürfnisorientierte, niedrigschwellige, langfristig ausgelegte und nahbare Angebote.
Fee Kalter moderiert oft unsere Lunch Sessions. Die Psychologin und KOP-Therapeutin (KOP steht für Klärungsorientierte Psychotherapie) hat NAP! Gemeinsam mit ihrem Mann Matthes gegründet. Wie sie sind die meisten im Team Psycholog:innen oder Psychotherapeut:innen, alle haben mehrere therapeutische und beraterische Weiterbildungen absolviert.
Weiterlesen →Bild-KI-Detektoren im Test
14. September 2023 · von Joerg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Ein wichtiges Element für den Umgang mit KI-generierten (vermeintlichen) Fake-Inhalten sind KI-Detektoren. Wir haben für die Ausgabe 5/2023 des prmagazins verschiedene Detektoren für KI-Texte getestet und die meisten von ihnen für untauglich befunden. Inzwischen sieht selbst OpenAI in, dass die KI-Detektoren für Text Schrott sind.
Doch wie sieht es mit Detektoren für KI-generierte Bilder aus? Besteht da noch Hoffnung?
Wir haben vier verschiedene Fotos getestet, von denen eines (angeblich) Nicht-KI-generiert ist, die anderen drei nachweislich mit KI. Alle Fotos waren unter einer Creative Commons-Lizenz verfügbar.
- Batikmacher – angeblich Nicht-KI-generiert (Link) – wobei wir da erhebliche Zweifel haben
- Kloster Paulinzella – Nicht-KI-generiert
- Mädchen mit Katze – KI-generiert (leichter zu erkennen, imho)
- Polizisten in Paris – KI-generiert (schwierig aus unserer Sicht, Indizien sind die seltsamen Kameras, aber der Rest wirkt echt)
- Trumps Verhaftung – KI generiert (hier sind Artefakte erkennbar, aber erst auf dem zweiten Blick)
Verschiedene Tools wurden ausprobiert, die Ergebnisse im Einzelnen:
Prob. = Probability / Wahrscheinlichkeit
| Testbild | Huggingface.co (Maybe´s AI Art Detector) | illuminarty.ai | detecting-ai.com | hivemoderation.com | isitai.com | fakeimagedetector.com | V7 Chrome extension |
| Batikmacher | AI prob. 7% (ok) | AI prob. 45% (ok) | AI prob. 8.3% (ok) | AI prob. 0% (ok) | AI prob. 17.54% (ok) | Not AI (ok) | Not AI (ok) |
| Kloster Paulinzella | AI prob. 38% (ok) | AI prob. 0.8% (ok) | AI prob. 38.3% (ok) | AI prob. 0% (ok) | AI prob. 93.91% | AI (fail) | Not AI (ok) |
| Mädchen mit Katze | AI prob. 14% (fail) | AI prob. 98% (ok) | AI prob. 13.8% (fail) | AI prob. 99.9% (ok) | AI prob. 85.47% (ok) | AI (ok) | Not AI (fail) |
| Polizisten in Paris | AI prob. 8% (fail) | AI prob. 98.4% (ok) | AI prob. 5.5% (fail) | AI prob. 99.9% (ok) | AI prob. 97.22% (ok) | AI (ok) | Not AI (fail) |
| Trumps Verhaftung | AI prob. 63% (ok) | AI prob. 96.9% (ok) | AI prob. 62.2% (ok) | AI prob. 99.9% (ok) | AI prob. 94.04% (ok) | AI (ok) | Not AI (fail) |
| Trefferquote | 60% | 100% | 60% | 100% | 80% | 80% | 40% |
Hinweis: Das neue SynthID von Google konnten wir leider noch nicht testen.
Fazit: Die Ergebnisse sind besser als bei der Erkennung von KI-generierten Texten. Allerdings auch hier nicht durchgehend zuverlässig – am besten schneiden illuminarty.ai und hivemoderation.com ab. Perspektivisch dürfte es für Tools immer schwieriger werden, KI-generierte Fotos automatisiert zu erkennen.
Buchtipp: „Design for Cognitive Bias“ von David Dylan Thomas
23. August 2023 · von Joerg Hoewner · 4 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Fazit: sehr empfehlenswert
Ich stehe auf der Kirmes vor einer Losbude und habe zwei Auswahlmöglichkeiten. Auf der ersten Lostrommel steht: „Los nur 5 Euro. Sie können bis zu 50 Euro gewinnen!“ Auf der zweiten Lostrommel steht: „Sie können bis zu 5 Euro verlieren, aber auch 50 EUR gewinnen.“
Obwohl die Aussagen inhaltlich identisch sind, also der Einsatz und die Gewinnmöglichkeiten in beiden Fällen gleich sind, werden die meisten Menschen so reagieren wie ich: Sie greifen in die erste Lostrommel. Aber warum?
Der Grund dafür sind zwei kognitive Verzerrungen, Denkmuster, die unsere Wahrnehmung und die daraus resultierenden Entscheidungen beeinflussen. In diesem Fall sind es gleich zwei: Zum einen das so genannte Framing, also die Darstellung von Informationen in einer Weise, die ihre Interpretation beeinflusst. Zum Beispiel mit dem – negativ besetzten – Begriff „verlieren“ in der zweiten Variante, die das Risiko in den Vordergrund stellt und erst danach die Gewinnmöglichkeit. Gleichzeitig wird eine vielfach belegte, psychologische Verzerrung genutzt, die „Verlustaversion“ („Loss Aversion Fallacy“): Wir neigen dazu, auf wahrgenommene Verluste stärker zu reagieren als auf mögliche Gewinne, ein Denk- und Verhaltensmuster, das erstmals von den Psychologen Daniel Kahnemann und Amos Twersky beschrieben wurde („Schnelles Denken, Langsamen Denken“) – als eines von vielen weiteren „cognitive biases“, die die klassische Vorstellung vom rational entscheidenden „homo oeconomicus“ ins Wanken gebracht haben.
Inzwischen spielt der Einfluss kognitiver Verzerrungen in vielen Anwendungsfeldern eine immer größere Rolle. Was sich daraus speziell für das Design von Kommunikationsprodukten ergibt, ist Thema von David Dylan Thomas lesenswertem Buch „Design for cognitive biases“. Mit gutem Design, das den Einfluss kognitiver Verzerrungen berücksichtigt, können Nutzer:innen zu besseren, bewussteren Entscheidungen geführt werden. Oder auch gezielt manipuliert werden.
Wie das (im positiven Sinne) geht, zeigt das Buch anhand vieler Beispiele. Zunächst werden im 1. Kapitel die wichtigsten Biases vorgestellt. Im anschließenden 2. Kapitel werden „User Biases“ zusammen mit Ansatzpunkten für ein besseres Design diskutiert. Der Fokus liegt dabei auf digitalen Anwendungen.
Richtig spannend wird es in der zweiten Hälfte des Buches. Im 3. Kapitel geht es um „Stakeholder Biases“, also um kognitive Verzerrungen beispielsweise auf Kundenseite, wenn es um Design- und Produktentscheidungen geht.
Im 4. und letzten Kapitel schließlich stehen die Designer:innen selbst im Mittelpunkt. Beschrieben werden neben den kognitiven Verzerrungen, von denen natürlich auch Designer:innen und Kommunikationsexpert:innen nicht ausgenommen sind, sondern dazu Methoden und praktische Lösungsansätze vorgestellt, um den eigenen Biases entgegenzuwirken.
Ein wichtiges Thema und deshalb eine klare Leseempfehlung für alle, die eine kluge, kurze und knackige Einführung suchen. Wie alle Bücher in der Reihe „A book apart“ ist kurzweilig geschrieben, lesefreundlich gestaltet und bringt auf rund 100 Seiten das Wesentliche auf den Punkt.
Wer noch tiefer in die Themen Design und Verhaltenspsychologie einsteigen möchte, wird in dem schon etwas älteren, deutlich umfangreicheren und ebenfalls sehr empfehlenswerten Buch von Stephen Wendel fündig: „Designing for Behavior Change: Applying Psychology and Behavioral Economics“ (O´Reilly-Link).
„Design for cognitive bias“ kann hier bestellt werden: https://abookapart.com/products/design-for-cognitive-bias
Aus der Reihe außerdem rezensiert haben wir:
KI-gestützte Text-to-Voice-Tools im Vergleich
21. Juni 2023 · von Joerg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Inhaltliche Vorbereitung von Markus Girrulat (hier ist der Autor nur der Bote).
Im Rahmen der Vorarbeiten für einen neuen Beitrag im PR-Magazin, haben wir uns diverse KI-gestützte Text-to-voice-Werkzeuge angeschaut und ausgetestet.
Alle wurden mit einem Text in zwei Sprachen bestückt, so dass es möglich war, jeweils die deutsch- und englischsprachigen Sprachmodelle (je eher männlich und eher weiblich klingende Stimmen) zu testen.
Wir haben vier Werkzeuge ausgewählt, die in bisherigen Rezensionen mit den besseren Bewertungen wegkamen, genauer: Beepboobly, Murf, NaturalReader und PlayHT.
Hier könnt Ihr Euch die Beispiele direkt anhören und selbst ein Urteil bilden.
Beepboobly
- Christoph / Deutsch
- Jonas / Deutsch
- Katja / Deutsch
- Vicky / Deutsch
- Brandon / Englisch
- Sara / Englisch
- Tim / Englisch
Murf
- Adele / Deutsch
- Ben / Deutsch
- Claudia / Deutsch
- Max / Deutsch
- Alicia / Englisch
- Hazel / Englisch
- Jackson / Englisch
- Ken / Englisch
- Stanley / Englisch
Natural Reader
PlayHT
Unser Fazit:
Die KI-gestützte Text-to-Voice-Technologie hat eine erstaunliche Entwicklung erlebt. Die Usability punktet durch einfache Handhabung: Sprache auswählen, Text eingeben, KI arbeiten lassen. Erweiterte Einstellungen, wie bei Murf, erlauben Tonhöhen- und Tenor-Anpassungen.
Die Qualität verbessert sich kontinuierlich. Im englischen Raum gibt es bereits Modelle, die kaum von professionellem Voiceover zu unterscheiden sind. Im deutschen Raum hat MURF die Nase vorn, gefolgt von Beepboobly und PlayHT.
Trotz Fortschritten gibt es Hürden: Bei Fachwörtern und Anglizismen kommen Fehler vor, ebenso kann die Aussprache im Kontext je nach Modell seltsam oder neutral und leblos wirken. Hier zeigt sich die Bedeutung der Textanalyse durch die KI und der Qualität des Voicemodells selbst.
Interessant ist die Beobachtung, dass viele Voicemodelle denselben Ursprung haben, wahrscheinlich Open Source. Zukünftig wird dies variieren und die Qualität der Voicemodelle wird mindestens 50% des Erfolgs einer Plattform ausmachen.
Die Anwendungen der KI-Voices sind vielfältig, ideal für schnelle Social Media Posts oder kleinere Audio- und Video-Projekte. Allerdings ist die Kontrolle eingeschränkt und Texte mit vielen Fach- oder Fantasiebegriffen sollten vermieden werden. Für Unternehmen könnten AI-Voices interessant sein, vor allem bei Übersetzungen für internationale Unternehmen.
Für Profis ist derzeit noch die Speech-to-Speech-Methode die bessere Wahl, da sie eine gezielte Beeinflussung von Ton und Betonung ermöglicht. Anbieter wie MURF bieten diese Option bereits an.
Film ab! Warum Bewegtbild-Formate in der Internen Kommunikation gut ankommen
15. Juni 2023 · von Julia Küter · 7 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Filme liegen im Trend – auch in der Internen Kommunikation. Wie man einen Filmdreh am besten angeht und warum ein Film nur ein Teil einer größeren Kommunikationsstrategie sein kann, darüber haben wir mit Julia Küter, Beraterin für IK und Change bei K12, gesprochen.
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