Online-Demonstrationen nicht strafbar: Zur ersten Online-Demo in Deutschland…
2. Juni 2006 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare
Autor: Jörg Hoewner Wie Spiegel Online gestern meldet, sind Online-Demonstrationen nicht strafbar. Eine Gruppe von Aktivisten hatte für den 20.6.2001 zu einer Onlinedemonstration gegen die Lufthansa aufgerufen, um gegen die gängige Abschiebepraxis – Flüchtlinge oder abgelehnte Asylbewerber werden via Lufthansa ausser Landes geflogen – zu demonstrieren. Dazu sollte man sich Skripte herunterladen, mit deren Hilfe die Onlinebuchungen der Lufthansa-Website automatisch ausfüllen konnte, was die Website vorübergehend lahmgelegt hat. Ich habe kurz nach der Demo in Berlin einen Vortrag von einigen Akteuren gesehen und fand dabei bemerkenswert:
- Die Aktion wurde auf vielen unterschiedlichen Sites kommuniziert, z.T. mit Lufthansa-CD-gleichen Bannern. Ein Teil dieser Website waren im Prinzip das, was wir heute „Blogs“ nennen, wie z.B. http://www.indymedia.org/
- Im Prinzip hatten es die „Hacktivisten“ nicht auf eine waschechte DOS (denial-of-service)-Attacke abgesehen. Die Skripte waren so getaktet, dass das Ausfüllen der Formulare nicht viel schneller vonstatten ging, als per Hand. Nur eben automatisch. Dadurch gelang es der Lufthansa auch ziemlich schnell, alles wieder zum Laufen zu bringen. Der Grund für die (Selbst-)Beschränkung waren ethische Bedenken.
- In die ähnliche Richtung gingen auch ursprüngliche Bedenken dagegen, überhaupt eine Online-Demo abzuhalten, weil es einfach zu bequem ist und eine Demonstration vor allem durch Engagement überzeugend wirkt. Am Rechner zu sitzen, sei halt nicht wirklich Engagement.
Auf der Veranstaltung wurden auch einige Background-Infos ausgeteilt, die ich leider nicht mehr habe (Christof, hast Du die??). Ich weiss aber noch, dass das Ganze sehr inspiriert war von einer Künstlergruppe namens „Critical Art Ensemble“, die eben solche „virtuellen“ Aktionen planen und umsetzen. Die haben dazu ein Buch herausgegeben, welches man unbedingt gelesen haben sollte: „The electronic disturbance“ (ISBN 1-57027-006-6). Hier kann man es downloaden.
Suche nach der Enterprise Web 2.0-Lösung
26. Mai 2006 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
In den vergangenen Wochen wurde ich mit allerlei Testlogins zu allen möglichen Online collaboration Plattformen überschwemmt, deren Demo-Zugang ich begehrt habe. All die Weboffices, BasecampHQs, Wiki-Derivate und Onlinekalender dieser Welt. Ich habe viele gute Lösungen gesehen, aber das meiste ist eben nur Stückwerk oder die Usability ist grauenhaft. Ich hätte gerne:
- E-mail-Management
- Gruppenkalender, evtl. To-do-Listen
- Web-gestützte Dateiablage
- Management von Zugriffsrechten, d.h. Ordner sollten bestimmten Gruppen zugewiesen werden können
- mehr Platz als 250 MB oder (reicht ja gerade mal für 20 Powerpoint-Dateien)
- 1 GB und mehr Platz wären super
- Browserkompatibilität, plattformübergreifend
- Usability
- Bezahlbar (<100 EUR / Monat)
- Nice-to-have ist gemeinsames Arbeiten an Dokumenten
Ideal wäre ein Mash up unterschiedlicher Web 2.0-Anwendungen, so was wie Netvibes. Aber die Auwahl der möglichen Anwendungen trifft es halt noch nicht wirklich.
Idee, jemand? 😉
Oder doch lieber einen eigenen Server aufsetzen?
Tipps:
- Eine gute Definition von Enterprise 2.0
- Sehr gutes Blog zum Thema von Dion Hinchcliffe
Buchtipp: David Weinberger: Small pieces loosely joined. A unified theory of the web.
23. Mai 2006 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Kurzverdikt: Lesenswert
Nachdem ich erste Rezensionen über dieses Buch gelesen hatte, habe ich eigentlich Medienmodelle a la Maletzke oder zumindest Luhmanneske Sozio-Logien erwartet. Bezogen darauf wurde ich enttäuscht. Trozdem möchte ich das Buch empfehlen.
Denn anstatt der Modellbauerei versucht Weinberger, einer der Autoren des Cluetrain-Manifests, dem Web zu Grunde liegende Prinzipien (bzw Eigenschaften oder Bausteine) zu identifizieren:
- Raum („Space“)
- Zeit („Time“)
- Perfektion („Perfection“), eigentlich schreibt er eher über Unvollkommenheit.
- Zugehörigkeit („Togetherness“)
- Wissen („Knowledge“)
- Materialität („Matter“)
- Zukunft (eigentlich „Hope“)
Folglich hat er meiner Meinung nach keine „unified theory“ vorgelegt. Aber die von ihm beschriebenen Grundbausteine könnten in einem nächsten Schritt noch zu einem ganzheitlichen Theoriegebilde zusammengefügt werden (das muss (!), denn so was existiert meines Wissens noch nicht): Kleiner Tipp für die Theoretiker, die noch nach einem Thema suchen.
Die Herleitung der einzelnen Bausteine liest sich sehr tiefsinnig und erhellend, teils spanned, teils Teil überraschend. Die zahlreichen Exkurse zu Denkern wie Sartre, Descartes, Heidegger oder Plato tragen dazu bei, dass man häufig zum Nachdenken angeregt wird, aber dadurch ist es auch kein Buch, dass man mal so nebenher „wegputzt“.
Meine beiden Lieblingszitate aus diesem Buch:
„On the Web, nearness is created by interest.“ (p.49)
„The Web works because it´s broken.“ (p.83)
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Buchtipp: „Suchmaschinen-Ranking optimieren“ von André Moritz
17. Mai 2006 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Kurzverdikt: Besitzenswertes Nachschlagewerk
Das Werk „Suchmaschinen-Ranking optimieren“ von André Moritz ist ein solides Nachschlagewerk für alle, die sich mit diesem Thema professionell oder in ihrer Freizeit beschäftigen wollen. Es ist systematisch gegliedert, bietet allerlei Praxisbeispiele und viele Hinweise, welche Tools und Techniken wo eingesetzt werden können. Auch auf Fallstricke (Stichworte, z.B. Keyword-Spam, Cloaking) wird eingegangen. Was mir weniger gefallen hat, ist das Buchlayout: Wie in vielen anderen EDV-Büchern wird verschwenderisch mit Platz umgegangen, mit grossen Typen insbesondere in Überschriften gearbeitet… …aber das ist letztlich Geschmackssache. Im Inhalt:
- Welche Ranking-Faktoren sind wichtig?
- Grundlegende Optimierungsstrategien
- Keywords finden
- Off-site und On-site-Optimierung
- Anmeldung
- Überwachung von Rankings und Ranking-Faktoren
- Umfangreicher Anhang mit Links und Softwaretipps
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Lesetipp: Marketing im Zeitalter der Digitalisierung
24. April 2006 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare
Autor: Jörg Hoewner
Business Campaigner Peter Metzinger weist in seinem Blog pro:campaigning auf einen Fachbeitrag hin, den er und Roger Hausmann für die Orbit-iEX 2006 geschrieben haben. Darin fassen die beiden in sieben Thesen, wie die Digitalisierung sich auf bestehende Business Modelle auswirkt. Lesen:
- Der Blogbeitrag
- Die PDF-Datei mit dem Artikel