Kommunikationstrends

Buchtipp: Mark Weiner: „PR Technology, Data and Insights“

4. Januar 2022 · von Joerg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Untertitel: Igniting a positive return on your communications investment.

Kurzverdikt: „So lala…“

Der Titel hat mich angefixt: Endlich ein Buch zum Zusammenspiel von Technologie und Daten im Kommunikationsbereich („CommTech„). Da es da nicht so viel gibt, hatte ich mir das Buch für die Feiertage zurückgelegt.

Nur: Nur das Inhaltsverzeichnis deckt zwar alle Themen ab, aber der Inhalt selbst bleibt sehr oberflächlich. Weiner vermittelt jeweils einen groben Überblick über Technologien und Daten im Kommunikationsbereich und wie daraus „Insights“ generiert werden. „Grober Überblick“ in Form von z.T. langatmigen Fließtexten, in denen auf genaue Einsatzbereiche wie z.B. Strategieentwicklung, Stakeholder-Analysen, Content-Planung, Distribution so gut wie nicht oder nur sehr allgemein eingegangen wird, von konkreten Tool-Empfehlungen schon mal ganz abgesehen.

Im zweiten Teil des Buches geht es um den datengetriebenen PR-Prozess („The Public Relations Continuum“), einem Überblick darüber, wo Daten im Bereich Analyse, Zieldefinition, Strategie / Taktik und Evaluation eingesetzt werden können. Aber auch dieser Teil ist eher oberflächlich und bietet wenig Neues. Viele Themen werden meiner Meinung nach überhaupt nicht angesprochen.

Stark wird Weiner da, wo es um die Herleitung und Definition von messbaren Kommunikationszielen und deren Überprüfung und Justierung im Prozess geht und welche Rolle eine evidenzbasierte Vorgehensweise dabei spielt. Gut auch der Hinweis / Gedanke, früh an die Überprüfung von Taktiken zu gehen, in dem frühzeitig Botschaften oder Kommunikationsmittel getestet werden.

Für mich steckt darin auch der größte Nutzen des Buches, nämlich, dass es das Bewusstsein schärft, wie evidenzbasiertes Arbeiten unsere Vorgehensweise in der Kommunikation ändern sollte.

Also: Für diejenigen, die nach einem Einstieg ins Thema suchen, bietet es einen „ok“ Überblick. Die, die sich schon ein bisschen mit CommTech und Co beschäftigt haben, dürfen das Buch getrost auslassen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Buchtipp: Marco Hassler: From data-driven to people-based marketing

31. Dezember 2021 · von Joerg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Kurzverdikt: Empfehlenswert.

Marco Hassler ist insofern ein „alter Bekannter“, als er schon früher empfehlenswerte Literatur rund um „Digital Analytics“ veröffentlicht und sich somit an der Schnittstelle von Daten und Technologie bewegt hat (siehe Buchtipp: Web Analytics).

Nun dreht er das Rad weiter und eröffnet den Blick auf ein zukünftiges Anwendungsfeld von Daten und Technologie, dem People-based marketing. So definiert er

„People-based marketing is an approach to marketing that puts the user at the center of consideration, brings together their cross-channel and cross-device interactions into a user profile, and thus enables companies to design a seamless personalized customer experience across different journey breakpoints and allows marketing targeting on a one-to-one basis.“

Das klingt einmal mehr nach „Marketing zu Ende gedacht“, insofern als dass die meisten Definitionen von Marketing einen kundenzentrierten Ansatz propagieren, aber in der Praxis wird dann doch in „Zielgruppen“ gedacht.

Der Ansatz des People-based marketing lässt aber den o.g. Marketing-Ansatz als realisierbar erscheinen, weil zunehmend die Möglichkeiten dafür gegeben sind. Dafür sind jedoch eine ganze Reihe von hohen Hürden zu nehmen, wobei die größten davon durch die in der EU geltenden Datenschutzgesetze gesetzt werden. Wie es trotzdem gelingen kann, einen datenbasierten Ansatz zu realisieren bei gleichzeitiger Berücksichtigung des Datenschutz, dem widmet sich Hassler in dem Buch ausgiebig. Dabei bleibt es allerdings bei einer „high-level“-Betrachtung, also eher eine strategischen Perspektive: Wer sich ein „How-to“-Buch wünscht, wird hier eher enttäuscht.

Welche Themen werden behandelt?

  • Was ist Customer centricity und wie nähert man sich dem Thema? Hier werden Konzepte wie „Personas“ oder „Customer journeys“ erweitert („Macro journeys“, „Motivational spaces“, …)
  • Welche Ansätze zur Datengenerierung und Datensammlung gibt es? Wie können User-Profile geräteübergreifend und kanalübergreifend generiert werden? Stichwort: First-Party-Datenstrategie.
  • Martech („Marketing Technologies“): Ein Überblick über Werkzeuge und Auswahlstrategien.
  • Wie plant und implementiert man „people-based marketing“?

Das Thema scheint von der Alltagspraxis von Kommunikatoren im Bereich der Unternehmens- oder Marketingkommunikation noch meilenweit entfernt, aber in einer zunehmend konvergenten Marketing- und Kommunikationswelt sollte man sich mit den Möglichkeiten und dem einhergehenden Paradigmenwechsel schon jetzt auseinandersetzen. Vor allem ergeben sich für uns eine Reihe von spannenden Fragen, wie man den Ansatz oder Teile davon auf Kommunikation übertragen kann. Wie z.B. der Ansatz in datenärmeren Umfeldern wie im industriellen B2B-Umfeld umgesetzt werden kann?

Kurzum: Rundum inspirierend und zum Nachdenken anregend. Daher Kaufempfehlung.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Das kleine New-Work-Einmaleins

10. November 2021 · von Natascha Kunath · 8 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

New Work Situation in einem Büro: Offene Fläche, Menschen arbeiten

Nach Corona ist in vielen deutschen Büros nichts mehr, wie es war. Viele nutzen die Chance und ermöglichen ihren Mitarbeitenden Homeoffice, ergreifen im Gegenzug aber auch die Chance, in neue, kleinere Büros umzuziehen. Die Folge: Ausmisten, enger zusammenrücken, Liebgewonnenes aufgeben. Manche feiern diesen „New Way of Working“, anderen fällt die Umstellung schwerer. Allen gemeinsam ist aber: Plötzlich sind da viele neue Begriffe und nicht immer ist klar, ob alle Beteiligten darunter dasselbe verstehen. Wir haben mal den (nicht ganz ernst gemeinten) Versuch einer Definition gewagt.

Weiterlesen →

Die hohe Kunst des Community-Managements

10. November 2021 · von Melanie Keifens · 10 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Ein Like auf eine Wand gespüht

Interview: Saskia da Costa Zuzarte

Was haben Experimentierfreude und Empowerment mit Community-Management zu tun? Wie können Community-Manager:innen in ihren Communities eine konstruktive Diskussionskultur fördern? Und: Kann man Social Media eigentlich ohne Community-Management denken? Unsere Kollegin Saskia da Costa Zuzarte hat nachgefragt :bei Prof. Dr. Marc Ziegele, Professor für politische Online-Kommunikation am Institut für Sozialwissenschaften der HHU und Dominique Heinbach M. A., wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Nachwuchsforschungsgruppe „Deliberative Diskussionen im Social Web“ am Institut für Sozialwissenschaften der HHU. Ihre Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um die Kunst des Community Managements haben wir für euch im Blog zusammengetragen.

Weiterlesen →

Mach den Media-Check – wie eine Suchmaschine vor Fake News schützt

10. November 2021 · von Verena Waldbröl · 5 Minuten Lesedauer · 1 Kommentar

Screenshot von Media-Check

Fake News spalten unsere Gesellschaft, gefährden unsere Demokratie und können für einzelne gefährlich werden – wenn sie zum Beispiel Quellen glauben, die falsche Informationen zu gesundheitlichen Themen verbreiten. Medienkompetenz ist also kein Nice-to-have. Das sehen auch Bund und Länder so und haben die Aufgabe, Medienkompetenz schon ab dem Grundschulalter zu vermitteln, fest in die Lehrpläne integriert. „Heranwachsende […] sollen zu einem sicheren, kreativen und verantwortungsvollen Umgang mit Medien befähigt werden“, so das Schulministerium NRW. Das Lernen und Leben mit digitalen Medien sollen im Unterricht aller Fächer selbstverständlich sein.

Doch gleichzeitig steigen die Anforderungen an unsere Lehrerinnen und Lehrer. Immer mehr Stress, Überlastung ist Alltag. Dabei noch aufmerksam die Medienlandschaft zu beobachten und objektiv vertrauenswürdige von nicht vertrauenswürdigen Inhalten zu unterscheiden, ist ohne technische Hilfe eigentlich unmöglich.

Ein neues Tool soll zukünftig genau dabei helfen: Die Suchmaschine www.media-check.org unterstützt Lehrkräfte bei der Vermittlung von Medienkompetenz. In jedem Fach und bei jedem Thema. Das funktioniert so:

Weiterlesen →