Künstliche Intelligenz im Marketing und in der Unternehmenskommunikation
20. November 2023 · von Richard Spitzbarth · 6 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

An Künstlicher Intelligenz (KI) kommt zurzeit niemand vorbei. Ob es die zahlreichen Spielereien mit ChatGPT sind oder die verschiedenen Bild-Fakes, die bereits vor Monaten für Aufmerksamkeit sorgten (wie zum Beispiel Papst Franziskus im Streetwear Style mit oversized Daunenmantel.)
Für uns als Agentur sind die vielfältigen Anwendungen und Dienste, die auf Sprachmodellen (Large Language Model, LLMs) oder generativer Bild-KI basieren, unglaublich spannend zu beobachten und auszuprobieren.
Doch bevor wir uns damit befassen, wie Künstliche Intelligenz als Instrument im Marketing und in der Unternehmenskommunikation verwendet werden kann, machen wir einen kurzen Schritt zurück.
Weiterlesen →Buchtipp: „Design for Cognitive Bias“ von David Dylan Thomas
23. August 2023 · von Joerg Hoewner · 4 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare
Fazit: sehr empfehlenswert
Ich stehe auf der Kirmes vor einer Losbude und habe zwei Auswahlmöglichkeiten. Auf der ersten Lostrommel steht: „Los nur 5 Euro. Sie können bis zu 50 Euro gewinnen!“ Auf der zweiten Lostrommel steht: „Sie können bis zu 5 Euro verlieren, aber auch 50 EUR gewinnen.“
Obwohl die Aussagen inhaltlich identisch sind, also der Einsatz und die Gewinnmöglichkeiten in beiden Fällen gleich sind, werden die meisten Menschen so reagieren wie ich: Sie greifen in die erste Lostrommel. Aber warum?
Der Grund dafür sind zwei kognitive Verzerrungen, Denkmuster, die unsere Wahrnehmung und die daraus resultierenden Entscheidungen beeinflussen. In diesem Fall sind es gleich zwei: Zum einen das so genannte Framing, also die Darstellung von Informationen in einer Weise, die ihre Interpretation beeinflusst. Zum Beispiel mit dem – negativ besetzten – Begriff „verlieren“ in der zweiten Variante, die das Risiko in den Vordergrund stellt und erst danach die Gewinnmöglichkeit. Gleichzeitig wird eine vielfach belegte, psychologische Verzerrung genutzt, die „Verlustaversion“ („Loss Aversion Fallacy“): Wir neigen dazu, auf wahrgenommene Verluste stärker zu reagieren als auf mögliche Gewinne, ein Denk- und Verhaltensmuster, das erstmals von den Psychologen Daniel Kahnemann und Amos Twersky beschrieben wurde („Schnelles Denken, Langsamen Denken“) – als eines von vielen weiteren „cognitive biases“, die die klassische Vorstellung vom rational entscheidenden „homo oeconomicus“ ins Wanken gebracht haben.
Inzwischen spielt der Einfluss kognitiver Verzerrungen in vielen Anwendungsfeldern eine immer größere Rolle. Was sich daraus speziell für das Design von Kommunikationsprodukten ergibt, ist Thema von David Dylan Thomas lesenswertem Buch „Design for cognitive biases“. Mit gutem Design, das den Einfluss kognitiver Verzerrungen berücksichtigt, können Nutzer:innen zu besseren, bewussteren Entscheidungen geführt werden. Oder auch gezielt manipuliert werden.
Wie das (im positiven Sinne) geht, zeigt das Buch anhand vieler Beispiele. Zunächst werden im 1. Kapitel die wichtigsten Biases vorgestellt. Im anschließenden 2. Kapitel werden „User Biases“ zusammen mit Ansatzpunkten für ein besseres Design diskutiert. Der Fokus liegt dabei auf digitalen Anwendungen.
Richtig spannend wird es in der zweiten Hälfte des Buches. Im 3. Kapitel geht es um „Stakeholder Biases“, also um kognitive Verzerrungen beispielsweise auf Kundenseite, wenn es um Design- und Produktentscheidungen geht.
Im 4. und letzten Kapitel schließlich stehen die Designer:innen selbst im Mittelpunkt. Beschrieben werden neben den kognitiven Verzerrungen, von denen natürlich auch Designer:innen und Kommunikationsexpert:innen nicht ausgenommen sind, sondern dazu Methoden und praktische Lösungsansätze vorgestellt, um den eigenen Biases entgegenzuwirken.
Ein wichtiges Thema und deshalb eine klare Leseempfehlung für alle, die eine kluge, kurze und knackige Einführung suchen. Wie alle Bücher in der Reihe „A book apart“ ist kurzweilig geschrieben, lesefreundlich gestaltet und bringt auf rund 100 Seiten das Wesentliche auf den Punkt.
Wer noch tiefer in die Themen Design und Verhaltenspsychologie einsteigen möchte, wird in dem schon etwas älteren, deutlich umfangreicheren und ebenfalls sehr empfehlenswerten Buch von Stephen Wendel fündig: „Designing for Behavior Change: Applying Psychology and Behavioral Economics“ (O´Reilly-Link).
„Design for cognitive bias“ kann hier bestellt werden: https://abookapart.com/products/design-for-cognitive-bias
Aus der Reihe außerdem rezensiert haben wir:
Wettbewerbsbeobachtung im digitalen Raum
9. Dezember 2022 · von Jörg Hoewner · 5 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Sowohl in Agenturen als auch in Unternehmen gehören Wettbewerbsbeobachtung und Wettbewerbsanalyse zum Handwerkszeug der Kommunikator:innen. Hier geht es darum, die sichtbaren Aktivitäten des Wettbewerbs zu beobachten sowie dessen Marketing- und Kommunikationsaktivitäten mit den eigenen zu vergleichen. Das Internet inklusive aller sozialen Medien hilft dabei, auch die Resonanz unterschiedlicher Stakeholder darauf im Blick zu behalten.
Weiterlesen →Website Analyse und Tracking im Jahr 2023: Wie sieht die Zukunft aus?
7. Dezember 2022 · von Richard Spitzbarth · 8 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Was machen eigentlich die Besucher:innen auf meiner Webseite? Diese Frage sollten sich grundsätzlich alle stellen, die für eine Seite im Internet verantwortlich sind. Denn die Webseiten-Analyse, die auf Tracking-Tools basiert, gehört zur Pflichtaufgabe. Nur so lässt sich überhaupt feststellen, ob die Website den geplanten strategischen Zweck erfüllt. Zum Jahresende sollten sich die Verantwortlichen überlegen, wie es weitergeht, denn rund um Web Analytics und Tracking wird sich im kommenden Jahr 2023 einiges ändern.
Weiterlesen →#Buchtipp – „Just enough research“ von Erika Hall
31. Juli 2022 · von Joerg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 1 Kommentar
Kurzverdikt: Lesenswert.
Vor einigen Wochen habe ich auf die (inhaltlich gut gemachten und schön gestalteten) Bücher des Verlags „A book apart“ hingewiesen. Ein weiteres empfehlenswertes Buch ist „Just enough research“ von Erika Hall. Darin geht es um den Einsatz von Research- und Analysemethoden innerhalb oder zur Vorbereitung von UX– und anderen Design-Prozessen. Ein Großteil des Inhalts kann jedoch problemlos auf andere Aufgabenstellungen (z.b. Kommunikation, Marketing) übertragen werden.
Rund um Research im Design-Kontext gibt es schon einen Reihe von Büchern, daher: Warum braucht es dieses? Was zeichnet es aus?
- Es ist für Einsteiger ins Thema geeignet, überfordert nicht, ist leicht verständlich geschrieben – geht aber auch schon mal in die Tiefe, dort, wo tieferes Verständnis notwendig ist, z.B. bei der Erläuterung statistischer Grundbegriffe und Kennzahlen
- Es setzt sich mit Fallstricken ebenso auseinander, wie mit den üblichen Gegenargumenten (z-B. gegenüber qualitativen Methoden, Geldmangel, Zeitmangel, Nutzen)
- Es gibt sowohl den wichtigsten quantitativen (Analytics, Umfragen) und qualitativen Methoden (Beobachtung, Interviews, Ethnographie) einen Raum. Dem Punkt Wettbewerber-Analyse wird jedoch zu wenig Raum eingeräumt
- Es gibt eine genial kurze und effiziente Übersicht über Methoden, wie man die Ergebnisse zusammenführt und daraus Insights generiert
- Es räumt mit Fokusgruppen auf
Alles in Allem sehr schön. Lesen!
Hier bekommt Ihr es: „Just enough research“ bei A book apart.