Measurement & Research

Buchtipp: „Analysiere das Web!“ von Stefan Evertz

23. Dezember 2017 · von Joerg Hoewner · 3 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Untertitel: Wie Sie Marketing und Kommunikation mit Social Media Monitoring verbessernKurzverdikt: Lesenswert

Eigentlich geht es in diesem Buch um das Thema, das im Untertitel genannt wird, über eine Einweisung in das Social Media Monitoring. Web Analytics, Search Analytics oder Social Media Analytics werden nur am Rande gestreift. In Bezug auf Social Media Monitoring führt Evertz in den Handlungsrahmen von Monitoring bzw. Listening-Lösungen ein, über die Einbindung in Kommunikations- bzw. Marketingprozesse. Der meiste Umfang des Buches nehmen die mit Tool- bzw. Lösungsübersichten ein, das darauf folgende Kapitel „Praxis der Web-Analyse“ ist eher vergleichbar einem Stichwortverzeichnis zum Thema (Unterkapitel zu einzelnen Begriffen sind auch alphabetisch geordnet). In diesem Kapitel werden Methoden und Metriken erläutert, ebenso umfangreich Aufgabenfelder und Szenarien für das SoMe Monitoring. Speziell der Teil zu den Aufgabenfeldern und Szenarien ist stark, weil er auf Themen eingeht, die viele bei der Beschäftigung mit Social Media Monitoring nicht auf dem Schirm haben, wie zum Beispiel der Einsatz in der Produktentwicklung oder der Eventkommunikation. Insgesamt ist das Buch eher denen zu empfehlen, die sich neu mit dem Thema beschäftigen oder denen, die eine Art Nachschlagewerk suchen, in dem man sich ein paar Tipps suchen kann. Was mir fehlt, ist ein roter Faden und ein Deep Dive in das konkrete Arbeiten mit den Daten. Roter Faden, weil leicht der Eindruck entsteht, das es sich eher um eine – zugegebenermaßen umfangreiches und sortiertes – Zusammenstellung von Einzelbeiträgen (Blogbeiträgen) handelt. Dazu trägt bei, dass z.B. einzelne Abschnitte, wie die zur Datenvisualisierung beim Reporting, detailliert sind (da werden z.B. Scatterplots und Heatmaps erklärt), während der die Datenvisualisierung vorausgehende Schritt nur auf 2, 3 Seiten behandelt wird: Wie generiere ich aus den Daten Erkenntnisse, wie arbeite ich eigentlich mit den Daten? Das meine ich mit „Deep Dive“ und das, wo die meisten Anwender Probleme haben. Das sind ein paar Auffälligkeiten, die sich mir aufgedrängt haben. Anderen mag das egal sein und das schmälert den Wert des Buches nicht: Wie gesagt, insgesamt empfehle ich es jedem, der sich mit dem Thema auseinandersetzen will.    

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Data Storytelling: Möglichkeiten und Einsatzbereiche

6. November 2017 · von Jörg Hoewner · 5 Minuten Lesedauer · Keine Kommentare

Data StorytellingBei vielen neuen Themen, die für Kommunikationsarbeiter interessant sind, lohnt sich ein Blick auf den Journalismus. Hier ist der Veränderungsdruck größer als in der PR. Ein Beispiel ist der Datenjournalismus: Auf Basis von Daten generieren Journalisten Erkenntnisse, die anderweitig schwer herstellbar sind – und vermitteln sie eindringlich mit Hilfe von Visualisierungen. Weiterlesen →

Evaluation der Kommunikation: Wirkungsstufenmodell und Interne Kommunikation

29. November 2016 · von Jörg Hoewner · 2 Minuten Lesedauer · 2 Kommentare

Mit den Wirkungsstufen der Kommunikation, wie sie im Bezugsrahmen für Kommunikations-Controlling der DPRG mit dem ICV (Internationalen Controller-Verein) entwickelt wurden, gibt es einen Quasi-Standard für das Kommunikations-Controlling, der sich auf unterschiedliche kommunikative und unternehmensspezifische Anforderungen anpassen lässt. Gleichzeitig ist das Modell anschlussfähig, da es kompatibel ist zu betriebswirtschaftlichen Steuerungs- und  Controllingkonzepten wie der Balanced Scorecard / Strategy Map.
Im Bereich der externen Kommunikation sind Anwendungsfälle inzwischen gut dokumentiert, wir wissen auch, dass der Ansatz im Bereich der internen Kommunikation durchaus angewendet wird. Zum Thema gibt es ein Thesenpapier Werttreiber, Value Links und Key Performance Indicators der internen Kommunikation“ von Sass / Schönefeld / Pütz / Stobbe (2007), das allerdings noch aus einer Zeit vor Verabschiedung des DPRG/ICV-Bezugsrahmens stammt. In aktuelleren Arbeitspapieren der DPRG („Positionspapier Kommunikationscontrolling“ von 2011) wird noch mit Beispielen aus dem Thesenpapier gearbeitet. Sonst gibt es dazu nicht viel. 
Eine aktuelle Arbeitsreichung mit den wichtigsten Messbereichen, Messgrößen und Messobjekten für die Interne Kommunikation und für die Veränderungskommunikation auf Basis des Bezugsrahmens fehlt somit.
Dem wollen wir nun mit unserer eigenen Übersicht abhelfen. Eine Vorschau:
wirkungsstufen für die interne kommunikation
Sie können sich die komplette PDF (hochauflösend, mit Arbeitsbeispiel) per Mail anfordern.
Voraussetzung für die ganze Übung ist es jedoch, sich über konkrete Kommunikationsziele im Klaren zu sein –  messbare Ziele, die am Ende auf die Wertschöpfung einzahlen. Das bedeutet, Kommunikationsziele zu definieren, die sich aus strategischen Zielen ableiten.
Bei dem ganzen Thema helfen wir gern.

Buchtipp: „Strategische Onlinekommunikation“ von Thomas Pleil / Olaf Hoffjann (Hg.)

16. September 2016 · von Jörg Hoewner · 5 Minuten Lesedauer · 1 Kommentar

Untertitel: „Theoretische Konzepte und empirische Befunde“

Kurzverdikt: Pflichtlektüre

Im von Pleil / Hoffjann herausgegebenen Beitragsband kann man über 14 Beiträge sein Theoriewissen bezüglich Onlinekommunikation / Online-PR / PR aktualisieren bzw. auf den neuen Stand halten.

Im Buch werden drei Themenschwerpunkte gesetzt: Dialog, Risiko und Innovation, wobei die Teilüberschriften „Überschätzter Dialog“, „Überschätztes Risiko“ und „Überschätzte Innovationskraft“ eigentlich schon die Kernaussagen der einzelnen Beiträge zusammenfassen.

In „Überschätzter Dialog“ wird aufgezeichnet, wie Dialog als Zweck von Onlinekommunikation von Organisationen als Anspruchshaltung formuliert, aber nur selten eingelöst wird: Meist scheitert der Dialog daran, dass die von Organisationen ausgesendeten Signale bzw. Kommunikationsofferten eher informativ / monologisch ausgerichtet sind und daher wenig Anlass zu Dialog liefern.

In „Überschätztes Risiko“ wird auf die Shitstorm-Problematik eingegangen, bzw. den Shitstorm als wahrgenommenes Risiko. In den beiden Beiträgen werden tatsächlich empirische Befunde beigetragen, die die Risikowahrnehmung in Bezug auf Resonanzeffekte oder „Digital Spillover“-Effekte (Diffusion in die Massenmedien) stützen. Offen bleibt jedoch, inwieweit wirklich ein nachhaltiger Imageschaden oder gar ökonomischer Schaden verursacht.

Neu für mich war, dass der Begriff „Shitstorm“ in diesem Zusammenhang – ähnlich wie der Begriff „Handy“ – ein rein deutsches Konstrukt ist (bzw. von Sascha Lobo geprägt sein soll). In den USA wäre man vom Begriff eher konsterniert – der analoge Begriff hier heißt „Online Firestorm“.  😉

In „Überschätzte Innovationskraft“ wird auf die Diffusion von Social Media-Innovationen in Organisationen eingegangen: Inwieweit wird deren Einführung strategisch und systematisch angegangen wird. Weiterlesen →

Social Media-Erfolgsmessung: Endlich brauchbares Modell aus Deutschland

25. Mai 2016 · von Jörg Hoewner · 1 Minute Lesedauer · Keine Kommentare

Endlich hat der BVDW mit dem Leitfaden „Erfolgsmessung in Social Media“ und einer dazugehörigen Erfolgsmessungsmatrix einen brauchbaren und gut strukturierten Rahmen zur Erfolgsmessung von Kommunikation und Marketing in den Sozialen Medien vorgelegt.

Wie ich in meinem Whitepaper „Social Media Metrics“ schon erläutert habe, war dieser Punkt zumindest in Deutschland noch ein Blinder Fleck. Zwar hat eine „AG Social Media“ 2010 ein rudimentäres Modell vorgestellt, aber das war eben nur rudimentär, etwas akademisch und weiter hinter dem, was es schon seit 2009 in Großbritannien und den USA gibt bzw. gegeben hat (Beispiel IAB).

Gut am Ansatz der BVDW-Fokusgruppe Social Media ist dessen Anschlussfähigkeit an das Wirkungsstufenmodell aus der PR, das von DPRG und dem ICV (Internationaler Controller Verein) entwickelt wurde.

Gut ist auch, dass es dazu animiert, sich über konkrete, operationalisierbare Ziele seiner Social Media-Aktivitäten Gedanken zu machen. Also: Anschauen, nutzen.